Keine WM-Neuvergabe - Garcia-Report soll aber publik werden

Michael Garcia (l) und Hans-Joachim Eckert kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Foto: Walter Bieri
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Michael Garcia (l) und Hans-Joachim Eckert kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Foto: Walter Bieri

Marrakesch - Der brisante Garcia-Report soll nun doch „in angemessener Form“ publik gemacht werden. An den umstrittenen WM-Endrunden 2018 und 2022 in Russland und Katar ändert sich aber nichts mehr. Für FIFA-Chef Blatter ist am Freitag die Krise seines Verbandes beendet worden.

Die FIFA hat den umstrittenen WM-Gastgebern Russland und Katar einen Freifahrtschein erteilt, will aber zumindest mehr Transparenz zeigen. „Wir werden die Abstimmung für 2018 und 2022 nicht revidieren“, kündigte Präsident Joseph Blatter nach der mit Spannung erwarteten Sitzung des Exekutivkomitees des Fußball-Weltverbandes am Freitag in Marrakesch an. „Bis heute gibt es keine Gründe, zu dem Schluss zu kommen, dass unsere Entscheidungen falsch waren. Da müsste sich schon eine Katastrophe ereignen, damit die Entscheidung revidiert wird.“ Immerhin will die FIFA aber den viel diskutierten Untersuchungsbericht des zurückgetretenen Chefermittlers Michael Garcia „in angemessener Form“ veröffentlichen.

Für den 78 Jahre alten Schweizer hat mit den Entscheidungen des Exekutivkomitees an diesem 19. Dezember 2014 auch die schlagzeilenträchtige Skandalzeit beim Fußball-Weltverband ein Ende gefunden. „Wir sind in einer Krise gewesen“, räumte der 78 Jahre alte Schweizer ein. „Die Krise ist gestoppt, weil wir wieder die Einigkeit in unsere Führung haben.“

Als Zeichen der Transparenz soll auch der sogenannte Garcia-Report über mögliche Korruptionsfälle bei der Vergabe der Endrunden an Russland 2018 und Katar 2022 veröffentlicht werden. Wie genau das aussehen wird, ist noch unklar. Der Report umfasst 430 Seiten.

In einem Zwischenbericht war der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert als Vorsitzender der rechtssprechenden Kammer zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine gravierenden Verstöße bei den Vergabeverfahren gegeben habe. Michael Garcia widersprach dieser Einschätzung, dessen Einspruch wies die FIFA-Berufungskommission jedoch zurück. Daraufhin räumte Garcia seinen Posten.

„Auch wenn wir enttäucht sind, dass unsere Arbeit mit Herrn Garcia auf diese Weise zu Ende gegangen ist, möchte ich klarstellen, dass unser Bekenntnis zu ethischen Standards stärker ist als je zuvor“, erklärte Blatter in einer Mitteilung. Unabhängige Experten und die Ehtik-Komission seien bereits dabei, den Auswahlprozess zu überarbeiten, „so dass jeder zuversichtlich sein kann, dass der „Bewerbungsablauf für 2026 fair, ethisch und offen sein wird“.

An dem Beschluss der FIFA-Exekutive vom Dezember 2010, Russland 2018 und Katar 2022 die WM-Endrunden zu geben, ändert sich aber nichts mehr. Blatters Sicht: Der Garcia-Report befasse sich mit der Vergangenheit, „und ich konzentriere mich auf die Zukunft“. Es gebe auch keine rechtlichen Gründe, den Vergabeprozess zu wiederholen, meinte Blatter und berief sich dabei auf die Einschätzungen des Vorsitzenden der FIFA Audit und Compliance Kommission, Domenico Scala. In dessen Bericht floss wiederum auch ein Gutachten des Sportrechtsexperten Professor Martin Nolte von der Deutschen Sporthochschule in Köln ein.

„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt und nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand jedenfalls besteht weder für einen Widerruf des Beschlusses des FIFA-Exekutivkomitees zur Vergabe der FIFA-FussballweltmeisterschaftTM 2018 noch für einen Widerruf des Beschlusses zur Vergabe der FIFA-FussballweltmeisterschaftTM 2022 eine Verpflichtung“, heißt es in dem Gutachten. „Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees die ihnen obliegende Sorgfaltspflicht verletzen würden, wenn sie einen oder beide der Vergabebeschlüsse widerrufen würden.“

dpa

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