Mit sofortiger Wirkung

FIFA-Interimsgeneralsekretär Kattner entlassen

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Markus Kattner.

Zürich - Bei der FIFA hat es den nächsten Top-Funktionär erwischt: Der Deutsche Markus Kattner ist nicht mehr geschäftsführender Generalsekretär. „Verletzungen seiner treuhänderischen Verantwortung“ nannte der Weltverband als Grund.

Der deutsche Funktionär Markus Kattner ist als Interimsgeneralsekretär der FIFA mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Das teilte der Fußball-Weltverband am Montag mit. „Interne Untersuchungen der FIFA haben Verletzungen seiner treuhänderischen Verantwortung in Bezug auf sein Arbeitsverhältnis festgestellt“, hieß es in einer Mitteilung. Darüber hinaus werde der Verband „keine weiteren Details bekanntgeben, die Kooperation mit den relevanten Behörden wird aber weitergeführt“.

Kattner hatte nach der Suspendierung des mittlerweile ebenfalls entlassenen Jérôme Valcke den Posten als geschäftsführender Generalsekretär in der FIFA-Zentrale in Zürich übernommen. Der gebürtige Bayreuther kam 2003 von der Unternehmensberatung McKinsey zum Weltverband und war eigentlich FIFA-Finanzdirektor.

Zuletzt war er in die Schlagzeilen geraten, weil ihm dubiose Zahlungsflüsse bekannt gewesen sein sollen. So soll Kattner auch von der 2-Millionen-Franken-Zahlung des damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter an den früheren UEFA-Chef Michel Platini im Jahr 2011 gewusst haben. Laut des Funktionärsduos war die Zahlung ein verspätetes Gehalt für Platinis Dienste um die Jahrtausendwende. Verbucht wurde die Summe in den FIFA-Büchern aber nicht.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte Anfang des Monats in seiner Urteilsbegründung für die Aufrechterhaltung der Platini-Sperre festgehalten, „dass die FIFA 2011 von der Zahlung der 2.000.000 Schweizer Franken wusste, eine Untersuchung zum Verhalten von Mr. Platini durch die FIFA-Ethikkommission erst im September 2015 einleitete“. Auf dem Kongress Mitte des Monats in Mexiko hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino bekanntgegeben, dass die senegalesische Diplomatin Fatma Samoura Mitte Juni ihren Posten als neue Generalsekretärin des Weltverbandes antreten werde.

dpa

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