Ermittlungen in Uruguay

Erpressungsvorwürfe gegen FIFA-Reformer

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Hat er die FIFA noch im Griff? Für Sepp Blatter und seinen Weltverband hagelt es schlechte Nachrichten.

Montevideo - Die FIFA kommt einfach nicht zur Ruhe. Nun droht auch einem Reformer Ärger. Gorka Villar soll Vereine zum Rückzug einer Klage genötigt haben. Die Polizei ermittelt bereits.

Die Reformkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA hat durch Erpressungsvorwürfe gegen das südamerikanische Gremiumsmitglied Gorka Villar ein zusätzliches Glaubwürdigkeitsproblem bekommen. In Uruguay ermittelt das Polizeidezernat zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität gegen den in Paraguay lebenden Generalsekretär des Kontinentalverbandes CONMEBOL. Der Sohn des spanischen FIFA-Vizepräsidenten Angel Maria Villar soll mehreren uruguayischen Vereinen wegen Klagen auf höhere TV-Gelder den Ausschluss aus südamerikanischen Klubwettbewerben angedroht haben.

Villar juniors Rolle in der FIFA-Reformkommission gerät durch die Anschuldigungen über die bereits zuvor monierte Familienbande zu seinem als Reformgegner bekannten Vater hinaus ins Zwielicht: Die Klage von acht uruguayischen Vereinen, darunter auch die Topklubs Penarol Montevideo und Nacional Montevideo, bezieht sich auf angeblich zurückgehaltene CONMEBOL-Einnahmen aus Verträgen mit der am FIFA-Korruptionsskandal mutmaßlich beteiligten Vermarktungsfirma TyC.

Der argentinische TyC-Boss Alejandro Burzaco gehört zu den 14 von der US-Justiz Angeklagten und befindet sich momentan nur gegen eine Million-Kaution auf freiem Fuß. Aufgrund der Verbindungen von Villar zu Burzaco ordnete ein uruguayisches Gericht eine Untersuchung an. 

Nötigung im Januar 2014?

Berichten mehrerer in Montevideo erscheinenden Zeitungen zufolge soll Villar die Vereine bei einer Konferenz im Januar 2014 als damaliger CONMEBOL-Justiziar durch die Ausschlussdrohung zum Rückzug ihrer Klage zu nötigen versucht haben. Bei dem Meeting soll neben dem inzwischen verstorbenen CONMEBOL-Boss und FIFA-Vize Julio Grondona (Argentinien) auch der spätere FIFA-Vizepräsident Eugenio Figueredo (Uruguay) anwesend gewesen sein.

Figueredo, der seit Ende Mai wegen seiner Verwicklung in den FIFA-Skandal aufgrund eines US-Haftbefehls in Schweizer Auslieferungshaft sitzt, soll Villar nach der Sitzung zu weiterer Härte gegen die Vereine aufgefordert haben: "Wenn wir diese Klagen nicht vom Tisch bekommen, werden wir alle viel Ärger bekommen", soll Figueredo laut mehreren Zeitungen gesagt haben.

Die zwölf Mitglieder der FIFA-Reformkommission sind von den sechs Kontinentalförderationen bestimmt worden. Lediglich der Kommissionsvorsitzende Francois Carrard (Schweiz) ist extern hinzugezogen worden. Allerdings sorgte der frühere Generaldirektor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) schon kurz nach seiner Berufung vor einigen Wochen durch überschwängliches Lob für den Schweizer FIFA-Boss Joseph S. Blatter ("Er wird ungerecht behandelt") für Zweifel an der Integrität seines gesamten Gremiums.

sid

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