1. tz
  2. Sport
  3. Fußball

Wie lange soll dieses Theater noch dauern?

KommentareDrucken

-
de9df96e-659e-4460-a714-2329fbe20a6a.jpg © -

Johannesburg - Die krassen Fehlentscheidungen vom WM-Sonntag sorgen noch immer für Diskussionsstoff. Die FIFA wehrt sich gegen technische Hilfsmittel - aber wie lange noch?

Gegen Irland hat sich Frankreich mit einem Handspiel die WM-Quali gesichert, gegen Deutschland wurde England ein klares Tor geklaut, und gegen Mexiko bog Argentinien durch die Hilfe des Schiedsrichters auf die Siegerstraße ein!

Alles krasse Fehlentscheidungen – alles eine Schande für den Fußball. Und die FIFA schaut regungslos zu! Macht die Sturheit von Blatter & Co. den Fußball kaputt? Die ganze Welt fragt sich nach den verheerenden Fehlern von Blomfontein und Johannesburg: Wie lang soll dieses Theater noch dauern? Schließlich gibt es längst technische Hilfen und konkrete Lösungsvorschläge, um die ungerechte Verzerrung im Profi-Fußball zu verhindern.

Die größten Schiri-Pannen bei WM-Turnieren

Die tz hat sich die derzeit diskutierten Pläne einmal genau angeschaut – hier sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie funktioniert der Chip im Ball? Zusammen mit adidas hat die Firma Cairos technologies AG in Ismaning einen Chip-Ball entwickelt, der auf Magnetfeldern basiert. Dafür müssen auf dem Platz Kabel verlegt werden, die Magnetfelder erzeugen. Wenn dann der Ball über die Torlinie rollt, bekommt der Schiedsrichter es binnen Sekunden angezeigt. Das Gute daran: Das System ist absolut sicher, wurde schon 2007 bei der Klub-WM in Asien erfolgreich getestet. Laut FIFA ist das System zu teuer, damit es sich jeder Fußball-Verband der Welt leisten kann. Ein Vorwand?

Was ist mit dem Videobeweis? Beim Rugby, Eishockey oder in anderen Sportarten ist der Blick auf Fernsehbilder bereits völlig normal und hilft dem menschlichen Auge bei strittigen Situationen. Bei den derzeit diskutierten Szenen hätte der Videobeweis alle Zweifel beseitigen können. Die Frage ist, wie kann man ihn sinnvoll einsetzen? Ein Vorschlag kommt von Ex-Schiri Dr. Markus Merk!

Herr Merk, wie sieht Ihre 3x2-Regel mit Videobeweis im Einzelnen aus? Merk: „Dabei haben die beiden Teams und der Schiedsrichter zweimal pro Spiel die Chance auf ein Vetorecht, nachdem sie sich die Szene noch einmal angeschaut haben. Es geht um die ‚Big Points‘, die zu 100 Prozent klaren Entscheidungen, die man mit Hilfe des elektronischen Auges auflösen könnte.“

Deutschland - England: "Neues Wembley-Tor", mehr Bilder & Noten: Viermal 1!

Genügt es nicht, zusätzlich Torrichter aufzustellen? Genau das ist die angestrebte Lösung der FIFA. Die Verantwortlichen wollen wie in der Euro-League auch in der Champions League und in der EM-Qualifikation Torrichter einführen. Markus Merk kritisiert: „Sie bringen nur noch mehr Subjektivität ins Spiel!“

Was sagen die deutschen Spieler zu den Vorschlägen? Da gehen die Meinungen auseinander! Miro Klose plädiert für technische Hilfsmittel wie beim „Eishockey und Football“, Sami Khedira ist strikt dagegen. Er sagt: „Emotionen gehören zum Fußball. Und Fehlentscheidungen wird es auch immer geben, am Ende gleicht sich immer wieder alles aus.“

Auch interessant

Kommentare

Teilen