Zum Auftakt des Kongresses

"Botschaft an die Welt": FIFA verabschiedet Reformpaket

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Erster Erfolg im Kampf gegen Korruption: FIFA-Generalsekretär Markus Kattner darf sich über die Verabschiedung des Reformpakets freuen.

Zürich - Bei der Abstimmung über die ausgehandelten Reformen erreichen die FIFA-Mitglieder die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit. Damit wird mehr Transparenz geschaffen.

Der Kongress des Fußball-Weltverbands FIFA hat in seiner schwersten Krise umfangreiche Reformen verabschiedet. Das Paket, das unter anderem eine Machtbeschränkung für den Präsidenten und die Exekutivmitglieder vorsieht, erhielt bei der Versammlung der FIFA-Mitglieder am Freitag in Zürich die notwendige Drei-Viertel-Mehrheit. Insgesamt stimmten 179 von 207 Verbänden für die Reformen.

"Wir müssen eine Botschaft an die Welt richten, eine Botschaft der Einheit", sagte FIFA-Interimspräsident Issa Hayatou, der den gesperrten und scheidenden Amtsinhaber Joseph Blatter vertrat. Der Kameruner schwor die Landesverbände auf die notwendigen Umstrukturierungen ein. "Die FIFA beginnt ihre Reise mit dem Ziel, Vertrauen wieder herzustellen."

Mit der Reform will der Weltverband die politische von der ökonomischen Entscheidungsebene trennen. Zudem gilt für den FIFA-Präsidenten und die Mitglieder des neuen Councils, das das umstrittene Exekutivkomitee ablösen soll, eine Beschränkung auf drei Amtszeiten à vier Jahre. Sie müssen sich vor Amtsantritt einem externen Integritätscheck unterziehen, ihre Gehälter werden offengelegt.

Die wichtigsten Änderungen in den Statuten

Gewaltenteilung: Das derzeit allmächtige Exekutivkomitee wird in eine Art Aufsichtsrat mit mehr Mitgliedern (36 statt 24, darunter mindestens sechs Frauen) umgewandelt - und entmachtet. Das operative Geschäfte liegt komplett in den Händen des Generalsekretariats. Der neue Generalsekretär wird dadurch zum mächtigen CEO. Er wird aber weiterhin vom nur noch repräsentativen Präsidenten vorgeschlagen. Der neue Rat ("FIFA-Council") ernennt anschließend den Nachfolger des Deutschen Markus Kattner, der momentan übergangsweise die Geschäfte führt, und kann ihn auch entlassen.

Integrität: Jedes neue Council-Mitglied (gewählt wird weiterhin in den kontinentalen Konföderationen) muss einen umfangreichen Integritäts- und Eignungscheck bestehen. Dafür gibt es extra eine zuständige Kommission. Für die derzeitigen Mitglieder des Exekutivkomitees gilt das jedoch nicht rückwirkend. Über allem steht in der neuen FIFA-Organisationsstruktur zudem die unabhängige Audit- und Compliance-Kommission, die beispielsweise alle Geldflüsse überwacht.

Amtszeitbeschränkung: Schluss mit den Langzeitherrschern. Die Funktionäre in den hohen Ämtern dürfen diese lediglich zwölf Jahre behalten (dreimal vierjährige Amtszeiten). Aber auch hier: Das gilt nicht rückwirkend - auch für die Exko-Mitglieder, die gefühlt schon ewig bei der FIFA sind und Skandale mitzuverantworten haben, wird die Uhr auf null gesetzt. Die erste Amtszeit des früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach (65) endet 2019.

Frauenquote: Im neuen Council sitzen mindestens sechs Frauen (eine pro Konföderation). Zudem wird es entsprechende Passagen in den Statuten geben. Das Ziel des Weltverbands ist eine Quote von um die 30 Prozent.

Transparenz: Viel zu oft wurde gefragt: "Was verdient Blatter?" Durch die Reformen werden die Gehälter der hohen Amtsträger offengelegt - vielleicht schon für das vergangene Jahr.

dpa, sid

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