PR-Gag oder Himmelfahrtskommando?

FIFA-Wahl: Ginola fordert Blatter heraus

David Ginola will gegen FIFA-Präsident Blatter kandidieren.
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David Ginola will gegen FIFA-Präsident Blatter kandidieren.

London - PR-Gag oder echter Coup? Chancen dürfte Ex-Fußballer David Ginola als Herausforderer von FIFA-Boss Josef Blatter nicht haben. Dass seine Kampagne von einem Wettanbieter unterstützt wird, stößt auf Kritik.

Mit freundlicher Hilfe eines Buchmachers will der ehemalige französische Fußball-Nationalspieler David Ginola bei der FIFA-Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Joseph Blatter antreten. Der 47-Jährige warf am 16. Januar überraschend seinen Hut in den Ring.

Auf einer Pressekonferenz in London stellte er die Kampagne vor, die von einem irischen Wettanbieter unterstützt wird. Dieses "Sponsoring" stieß sofort auf Kritik, zumal auf der Homepage des Teams Ginola bereits die Summe von 250 000 Pfund (rund 328 000 Euro) genannt wurde. Allerdings dürfte die spektakuläre Kandidatur mit Chancen gegen Null wohl eher ein PR-Gag sein.

Ginola trat diesem Verdacht vor den Medien entschieden entgegen und unterstrich die Ernsthaftigkeit seiner Aktion. "Ich kann der nächste Präsident werden, weil ich meine Vorstellungen und meine Ansicht vom Fußball teilen möchte", versicherte der Franzose. "Dies ist eine Kampagne von Menschen für Menschen."

Dies sah Gary Lineker völlig anders. "Ich bin mir nicht ganz sicher", schrieb der ehemalige englische Nationalspieler auf Twitter, "ob eine Kampagne, die von einem publicity-heischenden Buchmacher unterstützt wird, die Antwort auf all die ethischen Probleme der FIFA ist."

Eine wirkliche Herausforderung für den umstrittenen wie übermächtigen Sport-Funktionär Blatter stellt Ginola nicht dar. Deutlich bessere Chancen dürfte der jordanische Verbandschef Prinz Ali bin Al-Hussein haben, der seine Kandidatur kürzlich angekündigt hatte. Auch der als aussichtslos geltende frühere FIFA-Funktionär Jerome Champagne will Ende Mai beim FIFA-Kongress gegen Blatter antreten. Der ehemalige Präsident des chilenischen Fußball-Verbandes, Harold Mayne-Nicholls, hielt sich zuletzt eine Bewerbung offen.

Der 78 Jahre alte Schweizer Blatter sitzt seit 1998 auf dem FIFA-Thron und strebt eine fünfte Amtszeit an. Die Bewerbungsfrist für Kandidaten läuft bis zum 29. Januar, gewählt wird der FIFA-Präsident auf dem Kongress Ende Mai.

Ginola muss nun wie alle Bewerber die Unterstützung von fünf nationalen Fußballverbänden nachweisen. Der Franzose sollte zudem belegen, dass er in zwei der vergangenen fünf Jahre eine "aktive Rolle" im Fußball gespielt hat. Ginola war als Profi auch bei den englischen Clubs Newcastle, Tottenham, Aston Villa und Everton aktiv. Bei Englands gescheiterter WM-Bewerbung für 2018 war er Botschafter.

dpa

Lineker auf Twitter

Zitate aus der Pk bei "Sun" auf Twitter

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