Fortuna in Abstiegsgefahr

Nach 81 Tagen: Düsseldorf feuert Trainer Kurz

Nicht mehr Trainer von Fortuna Düsseldorf: Marco Kurz muss seinen Stuhl räumen.
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Nicht mehr Trainer von Fortuna Düsseldorf: Marco Kurz muss seinen Stuhl räumen.

Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf zieht im Abstiegskampf die Reißleine. Die Rheinländer entlassen Trainer Marco Kurz nach nur 81 Tagen im Amt.

36 Tage hatte die Trainersuche bei Fortuna Düsseldorf gedauert, nach 81 weiteren Tagen und einer desaströsen Bilanz ist Marco Kurz seinen Job wieder los: Der akut abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist hat sich nach der 0:1-Pleite in Sandhausen von seinem erfolglosen „Kurz-Arbeiter“ getrennt und greift damit nach dem letzten Strohhalm im Kampf gegen den Sturz in die Drittklassigkeit.

„Die Leistungen der Mannschaft in den letzten Partien lassen keine andere Entscheidung zu. Wir konnten nicht erkennen, dass es ein Aufbäumen gegen den Abstieg gibt“, sagte F95-Vorstand Paul Jäger und stellte damit auch dem 46 Jahre alten Kurz ein vernichtendes Zeugnis aus, das die blanken Zahlen untermauern: Aus den sieben Spielen seit seiner Verpflichtung holte der deutsche Meister von 1933 vier Punkte, ein direkter Abstiegsplatz ist nur einen Zähler entfernt.

Einen Nachfolger für den am 23. Dezember verpflichteten Kurz will der Verein „zeitnah“ präsentieren. Eine längere Übergangslösung wie im Herbst, als Co-Trainer Peter Hermann für den nach 145 Tagen gefeuerten Frank Kramer übernommen hatte, ist diesmal unwahrscheinlich. Fortunas letzte Patrone im Lauf ist nun die Verpflichtung eines erfahrenen Retters, Friedhelm Funkel und Peter Neururer sind in der Verlosung.

„Es geht nur darum, die Fortuna zu retten und den Abstieg zu verhindern. Die Maßnahme soll der Mannschaft in unserer schwierigen Situation den nötigen Impuls geben“, sagte Sportdirektor Rachid Azzouzi, dessen persönliche Bilanz ebenfalls ernüchternd ist: Seit seinem Amtsantritt im Juni 2015 hat der frühere Bundesliga-Profi jetzt schon zwei Trainer entlassen.

Der Nachfolger von Kurz wird - die Interimslösungen Oliver Reck, Taskin Aksoy und Hermann mit eingerechnet - der neunte Trainer der Düsseldorfer seit dem Bundesliga-Abstieg 2013. Der Niedergang der Fortuna geht seit der Erstliga-Hinrunde 2012/13 ohne Unterbrechung weiter - ein Absturz in die 3. Liga würde den Traditionsklub auch wirtschaftlich vor große Probleme stellen.

Kurz selbst steht indes vor den Scherben seiner Trainerlaufbahn. In seinen letzten 42 Erst- und Zweitliga-Spielen als Chefcoach für Kaiserslautern, Hoffenheim, Ingolstadt und Düsseldorf holte er ganze vier Siege. Hoffenheim trennte sich nach zehn Spielen von Kurz, der FCI nach neun, die Fortuna nun nach sieben.

In Düsseldorf wurde Kurz vor allem sein Hang zu kompromissloser Schönfärberei zum Verhängnis. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, waren das bessere Team und wollten mehr Fußball spielen. Doch in der zweiten Hälfte wurden dann fast nur noch lange Bälle geschlagen, der entscheidende landet bei Sandhausen“, lautete seine Analyse seiner letzten Pleite. Die Ansicht hatte er ziemlich exklusiv.

sid

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