VfB und Frankfurt: Euro-Lust statt Liga-Frust

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Fredi Bobic erzielte sein letztes Tor als Profi in Rijeka.

Rijeka/Baku - Nach dem Fehlstart in die Bundesliga dürfen sich der VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt auf internationalem Parkett beweisen. Für beide Teams geht es in den Osten.

Rambazamba in Rijeka, Abenteuer in Aserbaidschan: Die Null-Punkte-Bundesligisten VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt spielen am Donnerstag in den Play-off-Hinspielen zur Fußball-Europa-League gegen die Krise an. Während die Luft für Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia bei einer Pleite gegen HNK Rijeka arg dünn werden würde, ist für Frankfurt der Trip zu Karabach Agdam eine Reise ins Ungewisse.

In Rijeka erwartet Fredi Bobic richtig Rambazamba, denn „durch den Felsen hallt es dort wahnsinnig.“ Der Sportvorstand des VfB Stuttgart weiß, wovon er spricht. Der 41-Jährige hat sein letztes Karrieretor als Profi der „Bijeli“ im Kantrida-Stadion an der kroatischen Adriaküste erzielt. Auch beim VfB könnte es unheimlich laut und vor allem ungemütlich werden - wenn die Schwaben die Europa-League-Gruppenphase verpassen.

Das Weiterkommen ist Pflicht für die Mannschaft des öffentlich schon früh kritisierten Labbadia. Im Hinspiel (20.30 Uhr/Kabel eins) soll dafür der Grundstein gelegt und damit nicht zuletzt ein wenig Erfolgsdruck genommen werden. Nach den zwei Pleiten in der Bundesliga und den zuvor ebenso wenig ruhmreichen Auftritten im DFB-Pokal und der Europa-League-Qualifikation ist der Lärmpegel im Ländle unangenehm stark ansteigend. „Wir dürfen jetzt nicht den Teufel an die Wand malen und vor allem nicht in Panik verfallen“, sagte Martin Harnik.

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In Rijeka wird sich der VfB einer sicher heißblütigen und vielleicht auch feindseligen Atmosphäre gegenübersehen. Die 10.500 Karten für die Begegnung waren rasch vergriffen, zudem wird HNK auch ohne den gesperrten Kapitän Dario Knezevic mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein antreten. In der Liga hat die Elf um Torjäger Leon Benko, der von 2006 bis 2008 wenig erfolgreich beim 1. FC Nürnberg spielte, noch nicht einmal verloren.

Für Bobic zählt nur ein Sieg. „Die Play-offs können eine willkommene Abwechslung zur Liga sein, um uns Selbstvertrauen zu holen“, sagte er. Die Mannschaft, versicherte Moritz Leitner, werde „alles herausholen“.

Für die Frankfurter ist der Betriebsausflug ans Kaspische Meer derweil eine höchst willkommene Ablenkung vom Bundesliga-Frust. „Wir sind alle geil auf die Europa League“, sagte Stephan Schröck vor dem Auftritt in der Hauptstadt Baku (18.00/HR), wo es um weit mehr als nur eine gute Ausgangsposition für den Einzug in die Gruppenphase geht.

Nach dem 1:6-Debakel bei Hertha BSC und der wohl eingeplanten Niederlage gegen den Triple-Gewinner Bayern München am Samstag (0: 1) erhofft sich das Team von Trainer Armin Veh ein Erfolgserlebnis. Da kommt der erste Auftritt auf internationalem Parkett nach knapp siebenjähriger Abstinenz gerade recht.

Zwar warnte Veh (52), „das wird dort nicht einfach“ - weniger als einen Sieg sollte der Tabellensechste der Vorsaison aber kaum aus Vorderasien mitbringen. Sonst droht der komplette Fehlstart in die Saison, am Sonntag wartet in der Liga das Gastspiel bei Eintracht Braunschweig. „Wir dürfen nach dem schlechten Bundesliga-Start nicht in Panik verfallen und müssen die Liga für den Moment ausblenden“, sagte Torwart Kevin Trapp. Aserbaidschan aber sei „komplettes Neuland“.

sid

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