Kaiser fliegt nicht nach Rio

Beckenbauer: "Löw muss Bundestrainer bleiben"

Franz Beckenbauer
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Franz Beckenbauer wird die DFB-Elf nicht nach Rio de Janeiro begleiten.

Berlin - Franz Beckenbauer hat sich unabhängig vom Ausgang des WM-Endspiels zwischen Deutschland und Argentinien am Sonntag für einen Verbleib von Joachim Löw als Bundestrainer ausgesprochen.

„Wenn er Lust hat, im Trainergeschäft zu bleiben, dann muss er als Bundestrainer weitermachen. Das ist der beste Job der Welt“, sagte der Weltmeister von 1974 in einem Interview bei dfb.de.

„Bundestrainer in diesem geordneten Verband. Unter diesen Voraussetzungen. Zudem hast du aktuell eine Weltklassemannschaft. Und was aus dem Nachwuchsbereich nachkommt, das macht die Mannschaft - ich will nicht sagen unschlagbar, denn das habe ich schon einmal gesagt, weshalb Berti Vogts noch heute sauer ist - das macht sie so stark, dass es verdammt schwer ist, sie zu schlagen“, so Beckenbauer.

Bei der WM habe Löw „alles richtig gemacht“, so der 68-Jährige und merkte zu den Diskussionen um die Startformation der DFB-Auswahl bei dem WM-Turnier an: „Bei der Beurteilung der Mannschaftsaufstellung muss man ausschließlich dem Trainer vertrauen. Der sieht die Spieler jeden Tag, vormittags und nachmittags, ihm entgeht nichts.“

Philipp Lahm ins Mittelfeld zu stellen, sei vollkommen richtig gewesen, weil Sami Khedira anfangs noch nicht fit gewesen sei. Dann habe sich Khedira gesteigert, von Halbzeit zu Halbzeit, von Spiel zu Spiel, stellte Beckenbauer fest. Jetzt habe man ein Mittelfeld mit Schweinsteiger, Khedira und Kroos, das nicht besser sein könnte. „Deswegen hat Jogi Philipp Lahm wieder nach rechts auf die Außenverteidigerbahn gezogen. Also, Löw hat alles, alles richtig gemacht.“

WM-Finale ohne Franz Beckenbauer

Franz Beckenbauer wird allerdings nicht zum WM-Endspiel nach Rio de Janeiro fliegen. „Natürlich wäre ich gerne dabei. Wolfgang Niersbach hat am Tag nach dem Halbfinale noch einmal angerufen und mich eindringlich gebeten, doch noch nach Rio zu kommen. Ich sagte ihm, dass ich anders geplant habe, weil ich einige Leute dort einfach nicht sehen kann und will“, sagte Beckenbauer.

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

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Der 68-Jährige war zuletzt von der Ethikkommission des Weltverbandes wegen „mangelnder Kooperation“ bei Ermittlungen zur Doppelvergabe der WM 2018 an Russland und 2022 an Katar für 90 Tage von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden. Nach der Beantwortung eines Fragenkatalogs hatte die FIFA diesen Bann wieder aufgehoben.

Natürlich sei das Maracanã „etwas ganz Besonderes“, sagte Beckenbauer. „Doch über die Ungerechtigkeit, die mir kürzlich widerfahren ist, habe ich mich sehr geärgert. Daraus resultiert meine Entscheidung, nicht dorthin zu fliegen“, sagte Beckenbauer. Beim Finale am Sonntag (21.00 Uhr/ARD) gegen Argentinien werde er „wie bisher mit der Familie vor dem Fernseher sitzen, total verkleidet mit Hut, Trikot, Schal und allem Drum und Dran. Das passt wunderbar.“

dpa/SID

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