"Zu kurzfristig"

Freistoßspray noch nicht zum Bundesliga-Start

Freistoßspray
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Das bei der WM eingesetzte Freistoßspray wird zum Bundesligastart noch nicht eingesetzt. 

Frankfurt/Main - Die deutschen Fußball-Schiedsrichter haben sich gegen die schnelle Einführung des Freisstoßsprays zum Bundesliga-Saisonstart am 22. August ausgesprochen.

Keine Schaumparty zum Bundesliga-Start: Die deutschen Fußball-Schiedsrichter haben die schnelle Einführung des von der WM bekannten Freistoßsprays schon beim Auftaktwochenende der Eliteklasse (22. August bis 24. August) quasi ausgeschlossen. Dies wäre „zu kurzfristig“, teilte die Kommission der Unparteiischen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Dienstag mit. Ein „exaktes Datum“ lasse sich noch nicht bestimmen. Wichtiger wäre eine schnelle Entscheidung für die Torlinientechnik.

Das Gremium um Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel sei „einhellig der Meinung, dass die ursprünglich mit allen Beteiligten abgestimmte Planung, das Freistoßspray in Deutschland frühestens zum Beginn der Rückrunde der Saison 2014/15 einzuführen, mit Blick auf die notwendige Vorbereitung der Schiedsrichter ideal gewesen wäre“. Allerdings sei auch eine frühere Einführung denkbar, da „es sich bei der Einführung des Sprays nicht um eine Regeländerung, sondern um die Hinzunahme eines Hilfsmittels handelt“.

Die Kommission werde in den „kommenden Tagen und Wochen intensiv daran arbeiten, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen“, um das Spray zum „frühestmöglichen Zeitpunkt einzuführen“. Aber eben noch nicht in knapp zwei Wochen, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach dem einstimmigen Votum des Ligavorstandes für das Spray am Montag wohl gehofft hatte.

„Nicht zuletzt der im WM-Turnier nicht immer optimale Einsatz des Freistoßsprays legt nahe, die Schiedsrichter sorgfältig und professionell auf diese Neuerung vorzubereiten und wichtige Fragen rund um die Anwendung des Sprays im Vorfeld zu klären“, schrieben die Unparteiischen. Zumal das Hilfsmittel beim Vorbereitungslehrgang in Grassau am Chiemsee noch keine Rolle gespielt habe.

Auf viel Verständnis in der Liga dürfen die Schiedsrichter mit ihrer klaren Absage allerdings nicht hoffen. Der deutsche Fußball ist ohnehin schon „Nachzügler“ - das Spray wird in etlichen Topligen zum Einsatz kommen, auch in der Champions League und Europa League darf gesprüht werden. „Ich kann nicht verstehen, warum wir möglicherweise noch bis zum Winter warten müssen“, wurde Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler noch am Montag in der Rheinischen Post zitiert.

Die Referees aber machten lieber deutlich, dass das Spray nicht das erste Hilfsmittel ihrer Wahl ist. „Im Zusammenhang mit der aktuellen Thematik Freistoßspray weist die Kommission noch einmal darauf hin, dass es für die Schiedsrichter wichtigere und wesentlich entscheidungsrelevantere Hilfsmittel gibt“, sagte Fandel: „In diesem Kontext gehen wir davon aus, dass die Einführung der Torlinientechnologie in der Bundesliga ebenfalls zeitnah vorangetrieben wird.“

Das will die DFL mit einer zeitnahe Ausschreibung forcieren. Deren Ergebnis soll bei der nächsten Mitgliederversammlung im Dezember präsentiert werden. Wie eine erneute Abstimmung ausgeht, ist aber völlig offen. Ende März hatte sich die Mehrheit der Klubs gegen die Technik ausgesprochen, während der WM in Brasilien dürfte das Hilfsmittel allerdings Pluspunkte gesammelt haben. Wie auch das Freistoßspray.

SID

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