Der DFB-Kapitän im Interview

Schweinsteiger: "Von fast null auf hundert - das geht nicht"

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Bastian Schweinsteiger arbeitet mit Hochdruck an seinem Comeback. Riskieren will er aber nichts.

Ascona - Über den Zustand von Bastian Schweinsteiger gibt es viele Gerüchte. Nun hat sich der DFB-Kapitän zu seinen Comeback-Plänen, dem Team und der EM in Frankreich geäußert.

Seit Dienstagabend hatten die Spekulationen um den Fitnesszustand von Bastian Schweinsteiger an Fahrt aufgenommen. Bei seinem ersten Teamtraining nach zweimonatiger Verletzungspause wirkte der 31-Jährige nicht austrainiert, Jogi Löws Assistent Marcus Sorg sprach tags darauf davon, dass Schweinsteiger „im Laufe des Turniers eine wertvolle Ergänzung sein kann“. Wird der Kapitän doch nicht so schnell fit, wie zuletzt erhofft? Jetzt äußerte sich der Weltmeister selbst. Die tz war dabei.

Herr Schweinsteiger, liegen Sie wirklich voll im Plan?

Bastian Schweinsteiger: Es läuft alles ganz gut. Ich habe vorher auch schon alleine mit dem Ball trainiert. Es fühlt sich sehr gut an, ich fühle mich körperlich sehr gut, bin komplett schmerzfrei.

Was fehlt Ihnen noch auf dem Weg zu alter Stärke?

Schweinsteiger: Ich muss mich noch an den Rhythmus gewöhnen, aber ich bin da sehr zuversichtlich. Von fast null auf hundert – das geht nicht. Ich arbeite mich Schritt für Schritt nach vorne.

Was bedeutet zuversichtlich? Im Laufe des Turniers fit zu werden oder schon zu Beginn?

Schweinsteiger: Mit Blick auf das erste Spiel. Mein Ziel ist es, jetzt beim Freundschaftsspiel gegen Ungarn auflaufen zu können. Natürlich kann man nicht erwarten, dass ich da 90 Minuten oder eine Halbzeit spiele, aber 20, 30 Minuten wären schon gut. Dann haben wir ja noch acht Tage bis zum EM-Auftakt. Da schauen wir mal, wie es in den ersten beiden Spielen aussieht. Ich bin sehr froh, wie es jetzt ist. Vor der WM 2014 war unsere Vorbereitung in Südtirol, dort habe ich keine einzige Trainingseinheit mit der Mannschaft gemacht. Jetzt bin ich schon viel weiter.

Bastian Schweinsteiger: Der Bundestrainer weiß, wie mein Stand ist

Gibt es mit Löw denn schon einen konkreten Plan, wie Ihre Einsatzzeiten aussehen?

Schweinsteiger:  Wir haben grob darüber gesprochen, dass ich auf Schalke spielen könnte. Festgemacht ist noch nichts, aber eine Einwechslung kann ich mir schon vorstellen. Der Bundestrainer weiß, wie mein Stand ist. Am Ende entscheidet er darüber. Ich kann nur sagen, wie viele Minuten ich mir zutraue.

Wie wichtig ist für das Turnier denn die Spielpraxis? Sie waren lange verletzt.

Schweinsteiger: Die ist wichtig. Genauso wie die ersten Trainingseinheiten jetzt mit der Mannschaft, in denen wir verschiedene Spielformen trainieren. Das tut gut und das brauche ich. Deswegen ist das Spiel gegen Ungarn für mich auch wichtig, damit ich reinkomme. Aber für mich ist nicht meine Person das Wichtigste, sondern, dass die Mannschaft, die auf dem Platz steht, hundertprozentig funktioniert.

Sie als Kapitän sind für Löw aber auch wichtig. Sonst hätte er Sie nicht mitgenommen.

Schweinsteiger: Ich habe dem Bundestrainer auch 2014 gesagt: Wenn die Mannschaft zu 100 Prozent funktioniert, dann müssen wir sie auch so lassen. So ist meine Einstellung, und das weiß er. Natürlich hoffe ich, dass das Turnier lang geht. Denn dass ich jetzt noch nicht 120 Minuten so spielen kann wie damals gegen Argentinien, ist auch klar. Aber mit dem richtigen Aufbau kann man das wieder hinbekommen.

Sie versuchen also, die drei Gruppenspiele als Aufbau für die wichtigen K.o.-Spiele zu nutzen?

Schweinsteiger:  Das wäre natürlich ideal, wenn man das so machen könnte. Nur dafür gibt es keine Garantie. Ich sehe es nicht als selbstverständlich an, dass wir einfach so durch unsere Gruppe marschieren.

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