Der Kapitän will wieder an Bord

Schweinsteiger statt Sami? Das sagen unsere Experten

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Geht der Kapitän wieder an Bord? Bastian Schweinsteiger will gegen die Slowakei von Beginn an spielen.

München - Gibt Bastian Schweinsteiger im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei sein Comeback in der Startelf? Das sagen Strunz, Jansen und Ballack über seine Rückkehr.

Seine Bedeutung für die Mannschaft ist unumstritten – doch wann darf Bastian Schweinsteiger sie auch auf dem Platz unter Beweis stellen? Der Kapitän drängt zurück in die Startelf, doch im defensiven Mittelfeld hat der 31-Jährige Toni Kroos und Sami Khedira vor sich. An Kroos führt kein Weg vorbei, der CL-Sieger von Real Madrid ist für das Angriffsspiel des Weltmeisters unverzichtbar. Schweini streitet sich also mit Sami um den Platz neben dem Strategen – wen lässt Jogi Löw am Sonntag gegen die Slowakei (18 Uhr, ZDF) ran?

Schweinsteiger will mehr als nur der Edel-Reservist sein, doch im Geheimtraining am Freitagvormittag ließ Löw seinen Leader wieder nur in der B-Elf ran. Im Vergleich zum Nordirland-Spiel zeichnen sich keine Änderungen in der Startelf ab, Jogi setzt also weiter auf Khedira. Der Mittelfeldmann von Juventus Turin hat bei der EM bislang zwar noch nicht überzeugt, doch ebenso wie Schweini genießt er ein hohes Standing beim Bundestrainer und ist einer der Wortführer innerhalb des Teams. Kaum vorstellbar, dass der 29-Jährige sich auf die Bank verbannen lässt. Zwei Anführer streiten sich um einen Platz. Immerhin hätte der Vize-Kapitän kein Problem damit, wenn Schweinsteiger wieder in die Start­elf rückt. „Ich freue mich, wenn Basti uns helfen kann. Aber das ist Sache des Bundestrainers“, meinte Manuel Neuer. Keine leichte Entscheidung für Jogi. Würde Schweini dem deutschen Spiel guttun oder hat Löw seine stärkste Elf bereits gefunden? Die tz hat bei ehemaligen Nationalspielern nachgehakt.

Thomas Strunz (48, Europameister 1996): Als Außenstehender ist es sehr schwer, den genauen Fitnesszustand von Bastian Schweinsteiger zu beurteilen. Doch sollte er sich auf einem Level mit Sami Khedira befinden, dann würde ich Bastian bevorzugen. Er ist der unumstrittene Führungsspieler dieser Mannschaft, spätestens seit der WM in Brasilien. Dieses Alleinstellungsmerkmal zeichnet ihn aus und ist auch psychologisch von Bedeutung. Mit ihm wird die DFB-Elf vom Gegner anders wahrgenommen. Fußballerisch bewegen sich beiden auf dem gleichen Niveau, Sami hat auch unheimlich viel Erfahrung. Ich möchte ihn keinesfalls abwerten, aber Bastian ist der Anführer dieser Mannschaft.

Marcell Jansen (30, spielte zusammen mit Khedira und Schweinsteiger für Deutschland): Beides sind großartige Fußballer. Für mich hängt alles davon ab, wie fit Bastian wirklich ist. Ist er schon so weit? Niemand wird das besser wissen als Jogi Löw. Aus meiner Sicht ist die Frage auch nicht, ob Khedira oder Schweinsteiger spielt, sondern: Wie kann ich beide zusammen spielen lassen? Deshalb denke ich, dass ein 4-3-3 das beste System für Deutschland wäre. Mit einer echten Spitze Gomez vorn, daneben Müller und Özil oder Götze. Und dahinter dann mit Khedira, Schweini und Kroos drei spielstarke Sechser. Die Spanier spielen es auch so. Aber: Es hängt alles von Schweinis Fitness ab. Sollte er total fit sein, gehört er auf den Platz, ganz klar.“

Michael Ballack (39, langjähriger DFB-Kapitän): Bastian Schweinsteiger wäre gegen die Slowakei sicherlich eine Option. Er ist der Kapitän, ein Führungsspieler. Der Bundestrainer könnte im Hinblick auf die nächsten Spiele testen, wie fit er wirklich ist. Gegen einen Gegner, der sehr tief stehen wird, könnte Bastian mit seiner spielerischen Klasse der Mannschaft helfen. Es gibt aber auch genügend Argumente, Khedira spielen zu lassen. Mit seiner physischen Präsenz passt er gut zum spielerisch starken Toni Kroos. Sami sorgt auch dank seiner Wucht für gute Offensivaktionen. Er ist wichtig für das deutsche Spiel. Aber vielleicht würde ihm jetzt eine Pause guttun. Denn auf Deutschland warten im Laufe des Turniers noch große Aufgaben.

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