Rückblick

Das waren die letzten Duelle zwischen Deutschland und Italien

Bordeaux - Am Samstag steigt bei der EM der Fußball-Klassiker Deutschland gegen Italien. Wir blicken zurück auf die vergangenen acht Duelle bei EM und WM - mit zwei weinenden Augen.

Deutschland gegen Italien, das ist ein Fußball-Klassiker, der für Deutschland fast immer mit großen Schmerzen verbunden war. Am Samstag kommt es in Bordeaux bei der EM im Viertelfinale zur Neuauflage des Prestigevergleichs. Die acht Duelle bei EM- oder WM-Turnieren in der Übersicht:

28. Juni 2012, Warschau, EM-Halbfinale.– Deutschland - Italien 1:2 (0:2).

Die Szene des Spiels: die Balotelli-Pose.

Deutschland: Neuer - Boateng (71. Thomas Müller), Hummels, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Khedira - Kroos, Özil, Podolski (46. Reus) - Gomez (46. Klose). Trainer: Löw
Italien: Buffon - Balzaretti, Barzagli, Bonucci, Chielini - Pirlo - Marchisio, Montolivo (64. Motta), De Rossi - Balotelli (70. Di Natale), Cassano (58. Diamanti). Trainer: Prandelli
Schiedsrichter: Lannoy (Frankreich)
Tore: 0:1 Balotelli (20.), 0:2 Balotelli (36.), 1:2 Özil (90., Handelfmeter)
Zuschauer: 55.540
So lief’s:  Mario Balotelli wurde zum Deutschland-Schreck. Der danach bei keinem Verein glücklich gewordene Stürmer erzielte schon vor der Pause zwei Tore und feierte das zweite mit einer Bodybuilder-Pose.

4. Juli 2006, Dortmund, WM-Halbfinale. – Deutschland - Italien 0:2 (0:0) n.V.

Deutschland: Lehmann - Friedrich, Mertesacker, Metzelder, Lahm - Schneider (83. Odonkor), Kehl, Ballack, Borowski (73. Schweinsteiger) - Klose (111. Neuville), Podolski. Trainer: Klinsmann
Italien: Buffon - Zambrotta, Materazzi, Cannavaro, Grosso - Perrotta (104. Del Piero), Pirlo, Gattuso, Camoranesi (91. Iaquinta) - Totti - Toni (74. Gilardino). Trainer: Lippi
Schiedsrichter: Archundia (Mexiko).– Tore: 0:1 Grosso (119.), 0:2 Del Piero (120.+1)
Zuschauer: 65.000
So lief’s: Das Ende des Sommermärchens. Italien war besser, brachte aber den Ball nicht ins Tor – und dann kam Andrea Pirlo. Ein Pass wie ein Kunstwerk, als alle aufs Elfmeterschießen warteten, und Fabio Grosso drehte den Ball um Jens Lehmann herum.

19. Juni 1996, Manchester, EM-Gruppenphase.– Italien – Deutschland 0:0. 

Italien: Peruzzi - Costacurta, Mussi, Maldini, Carboni (76. Torricelli) - Fuser (81. Di Livio), Albertini, Di Matteo (67. Chiesa), Donadoni - Casiraghi, Zola. Trainer: Sacchi 
Deutschland: Köpke - Freund, Sammer, Helmer - Strunz, Häßler, Eilts, Ziege - Möller (89. Bode) - Bobic, Klinsmann. Trainer: Vogts
Schiedsrichter: Goethals (Belgien)
Zuschauer: 53.740
So lief’s: Das große Spiel von Andreas Köpke. Der heutige Bundestorwarttrainer entschärfte Großchancen in Serie, hielt sogar einen Elfmeter von Gianfranco Zola (9.) – Italien war draußen, Deutschland Gruppensieger und auf dem Weg zum Titel. Über Kroatien und England ging es ins Finale gegen Tschechien, dann kam Oliver Bierhoff, der heutige Manager der Nationalmannschaft, mit seinem Golden Goal.

10. Juni 1988, Düsseldorf, EM-Gruppenphase, Deutschland – Italien 1:1 (0:0). 

Deutschland: Immel - Herget - Kohler, Buchwald - Berthold, Littbarski, Matthäus, Thon, Brehme (74. Borowka) - Völler (82. Eckstein), Jürgen Klinsmann. Trainer: Beckenbauer
Italien: Zenga - Franco Baresi - Bergomi, Ferri, Maldini - Donadoni, De Napoli (87. De Agostini), Giannini, Ancelotti - Mancini, Vialli (89. Altobelli). Trainer: Vicini 
Schiedsrichter: Hackett (England).
Tore: 0:1 Mancini (53.), 1:1 Brehme (56.)
Zuschauer: 62.552
So lief’s: Das Eröffnungsspiel. Italien war überlegen, ging in der 53. Minute durch Roberto Mancini, heute Meistermacher von Manchester City, in Führung. Andreas Brehme glich mit einem Freistoß aus - Italiens Torhüter Walter Zenga hatte den Ball zu lange festgehalten. Ansonsten: keine besonderen Vorkommnisse.

11. Juli 1982, Madrid, WM-Finale. – Italien - Deutschland 3:1 (0:0)

Italien: Zoff - Gentile, Scirea, Collovati, Cabrini - Conti, Oriali, Bergomi, Tardelli - Rossi, Graziani (8. Altobelli, 89. Causio)
Deutschland: Schumacher - Briegel, Karlheinz Förster, Stielike, Bernd Förster - Dremmler (63. Hrubesch), Kaltz - Littbarski, Breitner - Fischer, Rummenigge (70. Hansi Müller)
Schiedsrichter: Coelho (Brasilien)
Tore: 1:0 Rossi (57.), 2:0 Tardelli (69.), 3:0 Altobelli (81.), 3:1 Breitner (83.)
Bes. Vorkommnis: Cabrini schießt Foulelfmeter neben das Tor (26.)
Zuschauer: 90.089
So lief’s: Nach dem Nichtangriffspakt beim 1:0 gegen Österreich, sowie der Attacke von Toni Schumacher gegen den Franzosen Battiston im Halbfinale hatte das deutsche Team wenig Sympathien. Technik setzte sich gegen Kampfkraft durch: Paolo Rossi wurde mit seinem sechsten Tor endgültig zum Star der WM.

14. Juni 1978, Buenos Aires.– WM-Zwischenrunde. – Deutschland – Italien 0:0

Deutschland: Maier - Vogts, Rüssmann, Kaltz, Dietz - Bonhof, Flohe (69. Beer), Hölzenbein - Zimmermann (54. Konopka), Fischer, Rummenigge
Italien: Zoff - Gentile, Scirea, Bellugi, Cabrini - Benetti, Antognoni (46. Zaccarelli), Tardelli - Causio, Rossi, Bettega
Schiedsrichter: Maksimovic (Jugoslawien)
Zuschauer: 67.547
So lief’s: Die Zuschauer bekamen wenig zu sehen: Dichter Nebel hing über der argentinischen Hauptstadt. Die deutsche Mannschaft, die schon in der Vorrunde zweimal 0:0 gespielt hatte, beschränkte sich auf Defensive und Konter. Im Mittelpunkt stand Sepp Maier, der nicht nur mit seinem 16. WM-Spiel einen Torwartrekord aufstellte, sondern auch mit mehreren Glanzparaden eine Niederlage verhinderte. Der Punkt nutzte dem Team von Helmut Schön am Ende wenig, durch die Schmach von Cordoba gegen Österreich (2:3) verspielte die deutsche Mannschaft die Chance auf einen Platz unter den ersten Vier.

17. Juni 1970, Mexiko-Stadt, WM-Halbfinale. – Italien – Deutschland 4:3 (1:1, 1:0) n.V. 

Italien: Albertosi - Burgnich, Cera, Rosato (90. Poletti), Facchetti - Bertini, Mazzola (46. Rivera), de Sisti - Domenghini, Boninsegna, Riva
Deutschland: Maier - Vogts, Schulz, Schnellinger, Patzke (66. Held) - Seeler, Beckenbauer, Overath - Grabowski, Müller, Löhr (52. Libuda)
Schiedsrichter: Velasquez (Kolumbien).
Tore: 1:0 Boninsegna (8.), 1:1 Schnellinger (90.), 1:2 Müller (95.), 2:2 Burgnich (99.), 3:2 Riva (104.), 3:3 Müller (110.), 4:3 Rivera (111.).
Zuschauer: 102.444
So lief’s: Von einem Jahrhundertspiel war zunächst wenig zu sehen. Beide Mannschaften boten bei 50 Grad eher Rasenschach. Die Verlängerung, die das Spiel legendär machte, erzwang Italien-Legionär Karl-Heinz Schnellinger. Danach spielten sich die erschöpften Akteure in einen Rausch.

31. Mai 1962, Santiago, WM-Vorrunde, Italien – Deutschland 0:0 

Italien: Buffon - Losi, Robotti - Maldini, Salvadore, Radice - Rivera, Ferrini, Altafini, Sivori, Menichelli. – Deutschland: Fahrian - Nowak, Schnellinger - Schulz, Erhardt, Szymaniak - Sturm, Haller, Seeler, Schäfer, Brülls.
Schiedsrichter: Morgan (Kanada)
Zuschauer: 65.440
So lief’s: Die Zuschauer pfiffen aus Leibeskräften. Zunächst gegen die Italiener, die sich mit harscher Kritik am Ausrichter Chile unbeliebt gemacht hatten, dann gegen beide Mannschaften, die destruktiven Fußball boten. Die deutsche Elf brachte es immerhin durch Uwe Seeler zu einem Lattenschuss, zweimal verweigerte der kanadische Schiedsrichter der Mannschaft von Sepp Herberger einen möglichen Elfmeter. In der zweiten Hälfte beschränkten sich beide Teams nur noch darauf, Tore zu verhindern.

Rubriklistenbild: © Imago

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