Ex-Legionäre über das EM-Viertelfinale

Deutschland gegen Italien: Das sagen Völler, Salihamidzic und Co.

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Rudi Völler spielte viele Jahre beim AS Rom.

München/Bordeaux - Wie stehen die Chancen gegen die Azzurri? Die tz hat sich bei deutschen Ex-Italien-Legionären umgehört: Völler, Salihamidzic und Co. über das EM-Viertelfinale gegen den Angstgegner.

Rudi Völler (56, 1987–1992 beim AS Rom):  „Die Italiener überraschen alle – auch mich. Eine derartige Leistung hat dieser Mannschaft auch in der Heimat fast keiner zugetraut. Ich glaube aber, die Italiener sind diesmal reif, gegen uns zu verlieren! Das Wichtigste ist: Unsere Mannschaft muss Geduld haben. Ich bin optimistisch, dass unser Italien-Fluch endet.“

Hasan Salihamidzic (39, 2007 – 2011 bei Juve): „Für mich ist das ein vorweggenommenes Endspiel – leider schon im Viertelfinale. Es ist auch ein Duell der Trainer. Antonio Conte ist ein absoluter Fuchs, unglaublich akribisch. Der lässt sogar beim Nationalteam zwei Stunden trainieren. Aber Joachim Löw ist auch fantastisch und weiß, wie er seine Mannschaft einzustellen hat.“

Andreas Brehme (55, 1988 – 1992 bei Inter): „Wir werden zwei ganz hervorragende Mannschaften sehen. Italien hat gegen Spanien fantastisch gespielt und hochverdient gewonnen. Die Art und Weise, wie sie den Titelverteidiger unter Druck gesetzt haben, war beeindruckend. Aber: Ich glaube, dass wir weiterkommen.“

Thomas Berthold (51, 1987 – 1989 bei Verona, 1989 – 1991 beim AS Rom): „Ich bin von den Italienern sehr beeindruckt. Was sie gegen Spanien abgeliefert haben, war sagenhaft. Nicht nur taktisch, sondern auch von ihrer Körpersprache. Ich erkenne Parallelen zu 2006 – damals hatte Italien auch niemand auf der Rechnung, aber die Mannschaft hat sich im Laufe des Turniers kontinuierlich gesteigert. Für die deutsche Mannschaft wird es extrem schwer. Sie muss den Schlüssel finden, um dieses Team zu knacken. Selbst die spielstarken Spanier haben keine Räume gefunden. Auch bei Standards ist es sehr schwierig, weil das Verteidigen bei den Italienern in ihrer DNS verankert ist.

Thomas Doll (50, 1991 – 1993 bei AS Rom, 1996 – 1998 in Bari):  „Das wird ein hammerhartes Spiel, in jeder Hinsicht. Italien wird uns physisch alles abverlangen – das hat unsere Mannschaft so in diesem Turnier noch gar nicht erlebt.“

Dietmar Beiersdorfer (52, 1996/97 bei Reggiana): „Es wird interessant zu sehen sein, ob die alten italienischen Recken dem jugendlichen Elan der Deutschen standhalten können.“

sb, lw

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