Taktikexperte erklärt

Was Jogis Jungs gegen Polen besser machen müssen

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Alexander Schmalhofer.

Evian-Les-Bains - Das Auftaktspiel brachte Deutschland drei Punkte ein. Dennoch offenbarte der Weltmeister hier und da Schwächen. In der tz erklärt ein Taktikexperte, was Jogis Jungs besser machen müssen.

Der Plan ging auf! Angeführt von einem starken Toni Kroos gewann die deutsche Mannschaft ihr Auftaktspiel gegen die Ukraine mit 2:0, der Mittelfeldstratege war nicht nur wegen seiner Vorlage zum Führungstreffer wichtigster Mann auf dem Platz in Lille. Die tz hatte es vorausgesagt: Fast alle Angriffe gingen von dem 26-Jährigen aus, der die Ukrainer mit seinen langen Bällen und öffnenden Pässen immer wieder in Verlegenheit brachte. Doch ebenso deutlich wie die Dominanz von Kroos waren die Schwächen in der Rückwärtsbewegung des Weltmeisters – vor allem in den 15 Minuten vor der Pause. Gegen die Polen kann sich das rächen, schließlich verfügen die mit Robert Lewandowski und Arkadiusz Milik über einen erstklassigen Angriff. Die tz zeigt, was Jogis Jungs in der Defensive besser machen müssen.

Alexander Schmalhofer.

Zwischen Abwehr und Mittelfeld klafften beim EM-Auftaktspiel immer wieder Lücken, durch die Konoplyanka & Co. den Weg zu Manuel Neuers Tor fanden. Alexander Schmalhofer erklärt, warum es überhaupt dazu kommen konnte. „Diese Räume tun sich oft dann auf, wenn die DFB-Elf weit aufgerückt ist und vorne draufgeht. Entweder weil die Viererkette nicht nachrückt oder weil die beiden Sechser, Kroos und Khedira, nicht ausreichend staffeln“, veranschaulicht der Leiter des Fachbereichs Spiel-und Taktikanalyse des Instituts für Fußballmanagement die Problematik und betont, dass den Polen diese Tatsache in die Karten spielt: „Donnerstagabend muss das besser werden, da sich sowohl Milik als auch Lewandowski stets in diesen Zwischenraum fallen lassen. Es gilt zu verhindern, dass sich diese beiden zwischen Mittelfeld und Abwehr aufdrehen und mit Tempo auf die deutsche Abwehr zudribbeln können.“

Der Taktikexperte des Ismaninger Instituts analysiert während der EM die Spiele des Weltmeisters und dessen Gegner für dietz und hat vor dem Duell gegen Lewy & Co. die Stärken der Polen genauer unter die Lupe genommen. „Sie sind im vorderen Drittel sehr variabel. Mal schieben die äußeren Mittelfeldspieler Blaszczykowski und Kapustka ins Zentrum. Dadurch wird die gegnerische Viererkette durch dann vier zentrale Offensivspieler komplett gebunden und es entsteht somit Raum für die nachrückenden Außenverteidiger. Mal bleiben die Flügelspieler aber auch breit stehen und lassen das Zentrum bewusst unterbesetzt“, analysiert Schmalhofer das Angriffsverhalten der Mannschaft von Adam Nawalka. Löw tut also gut daran, wieder auf eine defensiv starke Viererkette zu setzen. Höwedes soll also in erster Linie den Offensivdampf seines Gegenspielers einschränken, statt permanent nach vorne zu marschieren. 

Und auch für den spielstarken Kroos haben sich die Polen etwas einfallen lassen. „Milik orientiert sich im Anlaufverhalten stark am gegnerischen Sechser. Er wird sicherlich immer wieder auf Kroos treffen und ihm folgen, wenn dieser sich in der Spieleröffnung fallen lässt“, glaubt Schmalhofer. Gegen die Ukraine hat Jogi Löw nach der Schwächephase vor der Pause die richtigen Worte gefunden – vor dem Spiel gegen die Polen hoffentlich auch.

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