DFB-Elf läuft Iberern Rang ab

EM-Statistiken belegen: Deutschland ist das neue Spanien

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Das DFB-Team jubelt: Bislang hat bei der EM 2016 kaum ein Team mehr überzeugt als der Weltmeister.

München - Die Experten zerbrechen sich die Köpfe: Wer ist nun wirklich der Favorit auf den EM-Titel in Frankreich? Die Statistik zur Vorrunde könnte da Hinweise geben.

Tormangel, starke Neulinge und nicht immer dominante Favoriten prägen die EM-Vorrunde. Vor dem Start in die K.o.-Phase verrät ein Blick in die Statistik der Gruppenspiele, warum Cristiano Ronaldo zeitweise verzweifelt und weshalb Deutschland das neue Spanien ist.

Übrigens: Am Sonntag startet Deutschland in die K.o.-Runde. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Achtelfinale Deutschland gegen die Slowakei live im TV und im Live-Stream sehen können.

Tor-Flaute

Hannes Thor Halldorsson.

Gleich vier Nullnummern, so wenig Tore im Schnitt wie noch nie in einer Vorrunde. Die Maxi-EM steuert auf einen Mini-Wert zu. Nicht einmal zwei Treffer fielen pro Vorrunden-Partie: 1,92 gab es im Schnitt. Der bisherige Tiefstwert für eine Europameisterschaft von 1,4 bei der EM 1968, bei der nur fünf Spiele stattfanden, bleibt unangetastet. Doch bereits der zweitniedrigste Wert von 1,93 bei der EM 1980 wackelt. EM-Debütant Wales und Ungarn waren mit jeweils sechs Toren überraschend die treffsichersten Teams. Erstmals seit Dänemark 2000 blieb ein Team (Ukraine) komplett erfolglos.

Kopfsache

Der Trend zum Kopfballtor nimmt wieder ab. Wurde vor vier Jahren noch knapp jeder dritte Treffer per Kopf erzielt (29 Prozent), waren es nun nur noch 20 Prozent.

Top-Neulinge

Gareth Bale.

Erstmals seit 20 Jahren übersteht wieder ein Neuling die Vorrunde - und dann kommen gleich vier der fünf Debütanten ins Achtelfinale: Wales, Island, Slowakei und Nordirland. Einzig Albanien scheitert.

Turnierfavorit?

Restlos konnte keiner der Titelanwärter in dieser Vorrunde drei Spiele lang überzeugen. Beleg: Zum ersten Mal seit 1996 erreichte kein Team die Maximalausbeute von drei Siegen in der Vorrunde.

Schüsse

Thomas Müller am Boden.

Mit dem 24. Schuss beendete Cristiano Ronaldo doch noch seine trefferlose Leidenszeit bei dieser EM. Insgesamt 32 Mal peilte der Portugiese in der Vorrunde das Tor an - fast doppelt so oft wie ganz Nordirland (17) und mehr als sieben weitere komplette Teams in drei Spielen. 69 Schüsse brauchte Portugal für seine vier Tore und war damit immerhin effizienter als England (65 Schüsse/3 Tore) und Deutschland (59/3).

Dauerbrenner

Vladimir Darida fehlten weniger als fünf Kilometer zu seinem persönlichen Marathon. Der Tscheche von Hertha BSC legte bei drei Auftritten insgesamt 37,4 Kilometer zurück - über zwei Kilometer mehr als der nächste Spieler. Aus dem deutschen Team war Thomas Müller mit 33,7 Kilometern der lauffreudigste.

Sinnlose Härte

Rüdes Spiel zahlt sich nicht immer aus - Rumänien musste als härtestes Team mit 52 Fouls ebenso nach Hause wie Albanien, das sich den Spitzenwert von zehn Gelben, davon eine Gelb-Rote Karte, einhandelte. Wie Rumänien kassierte allerdings auch Italien zehnmal Gelb und geht mit der großen Gefahr von Sperren nach der zweiten Verwarnung für einen Spieler in die K.o.-Runde. Deutschland war mit 32 Fouls und dreimal Gelb eines der bravsten Teams.

Abwehrturm

Diese Ungefährlichkeit der Kontrahenten des Weltmeisters lag maßgeblich auch an Jerome Boateng. Der deutsche Innenverteidiger in Diensten des FC Bayern eroberte 35 Bälle vom Gegner - Spitzenwert der kompletten Vorrunde. Ähnlich gut war auch sein Nebenmann Mats Hummels, der bei nur zwei Auftritten 22-mal den Ball sicherte.

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