DFB-Elf vor dem EM-Start

tz-Kommentar: Hoffen auf den Geist von Evian-les-Bains

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Bernd Brudermanns.

München - Das DFB-Team geht als einer der Favoriten in die EM 2016. Doch gerade bei Europameisterschaften gibt es oft Überraschungen. Die Mannschaft muss nun zusammenrücken. Ein Kommentar von Bernd Brudermanns.

Seit den Tagen des Geistes von Spiez bei der Weltmeisterschaft 1954 wissen wir ja: Entscheidend für den Erfolg der DFB-Auswahl bei einem großen Turnier ist immer auch das jeweilige Quartier. Ist also Evian-les-Bains am Genfer See ähnlich gut geeignet wie Mottram Hall, wo die Deutschen in England 1996 vom EM-Titel träumten und ihn dann auch zum bislang letzten Mal holten? Blickt man zurück auf die vergangenen 20 Jahre Europameisterschaft, wird klar: Den Titel holten entweder kampfstarke Kollektive (Deutschland 1996, Griechenland 2004) oder spielerisch überlegene Mannschaften (Frankreich 2000, Spanien 2008 und 2012). Nie aber eine Nation, bei der alles von einem Einzelnen abhing – schlechte Karten also für Zlatan Ibrahimovic, ­Cristiano Ronaldo, Robert ­Lewandowski und ihre jeweiligen Spielkameraden.

Dass der amtierende Weltmeister Deutschland als Mitfavorit in eine EM geht, versteht sich von selbst. Und Joachim Löw wirkte nach dem 2:0-Sieg in der Generalprobe gegen Ungarn auch nicht so, als ob ihm ­personelle oder taktische Fragen in den kommenden Tagen den Schlaf rauben würden. 4-2-3-1 wird das Spielsystem sein, und ob Gomez als echte oder Götze als falsche neun gegen die Ukraine beginnen wird, scheint von zweitrangiger Bedeutung. Die große ­Unbekannte ist eher die, wann Hummels und Schweinsteiger fit genug für die Startelf sind.

Blicken wir noch mal ins Geschichtsbuch kontinentaler Titelkämpfe: 1992 gewann Dänemark sensationell gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland den EM-Titel, 2004 gelang dies den als krassen Außenseitern angereisten Griechen im Gastgeberland Portugal. Alle zwölf Jahre gibt es also bei Europameisterschaften ­einen Überraschungstitelträger, und der kann ja nur ­Österreich heißen. Heißt’s. Im Nachbarland. So hin und wieder zumindest.

Team Austria verlor seine EM-Generalprobe übrigens am Wochenende mit 0:2 gegen die Holländer. Die ­wiederum werden sehr sicher nicht Europameister – so viel zum Hashtag #billigeWitze. Der Sportinformationsdienst tippte am Sonntag übrigens in seiner EM-Prognose Frankreich als Final-Sieger gegen Deutschland – einfach so, ohne Geister…

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