Auch ein Bier darf's sein

Gegen Herzkasper: Experte gibt Tipps für gesundes Fußballschauen

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München feiert: In der ganzen Stadt fieberten die Fans am Samstagabend mit dem DFB-Team.

München - Deutschland steht im EM-Halbfinale! Das geht so manchem Fan besonders ans Herz. Die tz befragt einen Experten, was man rund um ein Spiel essen und trinken sollte.

Wer war wohl vor dem letzten Elfmeter beim Viertelfinale gegen Italien aufgeregter - Fußball-Nationalspieler Jonas Hector (26) oder die Millionen Fans vor dem Fernseher? Der entscheidende Elfmeter - da kann einem schon mal das Herz stocken!

Münchner Italiener trauern.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Problemen und spielen unserer DFB-Elf - sagt zumindest eine Studie der LMU. Während des Sommermärchens fanden die Forscher heraus, dass während der deutschen Spiele die Herz-Kreislauf-Probleme vor allem bei den männlichen Zuschauern um das Dreifache nach oben schnellten. Damals gab es aber kein dermaßen episches Spiel wie jetzt diesen Elferkrimi gegen Italien (7:6 für Deutschland). Das Elfmeterschießen gegen Argentinien 2006 war im Vergleich so aufregend wie Spazierengehen durch den Englischen Garten …

Laut Feuerwehr gab es während des Spiels zwar nicht mehr Notfälle als an anderen Samstagabenden. Einmal musste der Notarzt aber in eine Bar anrücken - während des Elfmeterschießens.

Die nächste Herausforderung für Spieler und Fans folgt jetzt beim Halbfinale am Donnerstagabend. Zur Einstimmung haben wir die Feier-Stimmen der Fans vom Viertelfinale - und Tipps vom Medizin-Experten:

Tipps vom Arzt

Prof. Dr. Thorsten Lewalter.

Puh, durchatmen. Das Viertelfinale gegen Italien ist geschafft. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt aber nicht. Am Donnerstag geht's schon wieder weiter. Noch so ein Drama? Reflexartig geht die Hand zur Brust.

Tatsächlich gibt es ernst gemeinte medizinische Ratschläge zur Beruhigung der Nerven und zur Vermeidung von Stress:

Gönnen Sie sich ein Bier! Wenn das mal kein angenehmer Ratschlag ist. Professor Dr. Thorsten Lewalter, der Chefarzt des Herzzentrums der Kliniken Dr. Müller rät tatsächlich dazu, ein Bier pro Halbzeit zu trinken. "Das beruhigt", sagt er. Die Betonung liegt aber auf einem Bier. Dazu sollten Sie aufputschende Getränke vermeiden.

Gut Essen! "Schweres Essen belastet das Herz-Kreislauf-System", sagt der Experte. Lieber ein Steak mit Salat. Ist ja auch logisch. Oder hätte Jonas Hector den Ball mit Schweinsbraten im Magen reingemacht …?

Genießen Sie den Abend! "Jubeln löst innere Anspannungen - das entlastet das Herz!", sagt der Professor.

Klingt nach einem entspannten Halbfinale - mit Bier, Steak und ganz viel Jubel!

Und erlebten die Fans die Partie

Sebastian, Martin und Niklas.

"Das war schon wirklich Glück für Deutschland, die Spannung war kaum auszuhalten. Nach dem Spiel hatte keiner mehr von uns Zigaretten. Aber das sind die Emotionen, warum man doch so gerne Fußball schaut. Jetzt sind wir die Favoriten!"

Sebastian (28), Verkäufer und Martin (22), Student, beide aus Albstadt und Niklas (28), Lehrer aus Stuttgart

Angela Cioccolini.

"Ich hatte während des Spiels richtig Angst - aber auch Hoffnung für meine Italiener. Das Spiel war sehr aufregend. Ich habe wirklich gehofft, dass sie das Spiel gewinnen werden. Ich habe das Spiel mit Freunden angeschaut und ich war die Einzige, die für Italien war."

Angela Cioccolini (31), Marketing­Managerin aus München

"Jetzt

Jens Goldberg.

kann uns nichts mehr umhauen - zumindest nervlich. Das war so spannend wie damals das Finale dahoam. Den ersten gefühlten Herzkollaps hatte ich schon vor dem Spiel, als ich die Aufstellung gelesen habe. Der "Italien-Fluch" hat auch noch zur Dramatik beigetragen hat."

Jens Goldberg (37), CNC-Maschinist aus Dresden

Jürgen Hans.

"Für mich war das Spiel nicht so eine große Belastung für das Herz, obwohl ich schon richtig mitgefiebert habe. Bei der WM 1954 war ich zehn Jahre alt - da war noch eine ganz andere Begeisterung zu spüren. Ich glaube, dass wir mittlerweile beim Fußball einfach abgebrüht sind."

Jürgen Hans (72), ­Rentner aus Grünstadt (Rheinland-Pfalz)

Anna S. und Hanna P.

"Oh Gott, war das spannend! So wie diesmal habe ich noch nie mitgefiebert. Mir ging ganz schön die Pumpe. Ich kann mir das schon gut vorstellen, dass Leute mit Erkrankungen da Probleme kriegen könnten. Ich war übrigens für Italien und hab das Spiel beim Italiener angeschaut."

Anna S. (22) mit Freundin Hanna P. (20), beide Studentinnen aus ­München

Florian Fussek

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