Parallelen zur WM sind unverkennbar

Aufstellung, Teamführung, Einwechslungen – Löw, läuft bei dir

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Jogi Löw, läuft bei dir. 

München - Seit dem WM-Triumph von 2014 ist Jogi Löw ein Champion. Und entscheidet auch so. Ein großer Pluspunkt für Deutschland bei dieser EM. Und wieder gab es diesen einen Moment, der um die Welt ging.

Noch haben sie nichts erreicht, das weiß Jogi Löw besser als jeder andere. Der Bundestrainer hat schließlich nicht vergessen, was ihm mit dem DFB-Team bei vier der vergangenen fünf Turniere passierte. Viermal traf die Nationalelf auf Spanien oder Italien (die Italiener warten wieder im Viertelfinale) – viermal musste sie die Segel streichen. Als es darum ging, sich den Pokal zu schnappen, jubelten die anderen. Doch seit dem WM-Triumph von 2014 ist Löw ein Champion. Und entscheidet auch so. Ein großer Pluspunkt für Deutschland bei dieser EM. Und wieder gab es diesen einen Moment, der um die Welt ging. 

Löw gegen die Slowaken beim Riechtest seiner Achseln, eingefangen von einer Kamera. Bilder, die für Erheiterung sorgen, so ist er nun mal, unser Jogi, lautet der Tenor. Rückblende: Im ersten Gruppenspiel gegen die Ukraine fühlte sich Löw wohl unbeobachtet und griff sich in die Hose.

Den Gegnern der DFB-Asse vergeht das Lachen allerdings mehr und mehr. Denn längst ist klar: Löw hat den richtigen Riecher, er hat’s einfach im Griff! 

Wie schon vor zwei Jahren in Brasilien scheint Deutschland auf dem goldrichtigen Weg zum Pokal zu sein. „Wir müssen noch stärker werden, wenn wir ein entscheidendes Wort bei diesem Turnier mitreden wollen“, sieht Löw seine Spieler noch nicht auf dem Zenit ihres Leistungsvermögens angekommen. Letztlich sind es aber vor allem seine Entscheidungen und sein Auftreten, die das DFB-Team mittlerweile zum Topfavoriten dieser EM haben werden lassen. 

Die Parallelen zur WM sind unverkennbar, das zeigt der tz-Rückblick:

  • Verletzte: Vor zwei Jahren reisten Schweinsteiger und Khedira angeschlagen nach Brasilien, mussten sich im Laufe der WM einspielen – und taten dies eindrucksvoll. Auch, weil Löw Geduld mit ihnen hatte und den richtigen Zeitpunkt abpasste. Ähnlich läuft es nun mit dem verletzt nach Frankreich angereisten Hummels, der alle Zeit erhielt, fit zu werden – und nun überragend agiert.
  • Aufstellung: Was Löw auch probiert – seine Schachzüge sitzen! Gegen die Ukraine gab Mustafi den Hummels-Ersatz, traf zum 1:0. Kimmich und Gomez kamen gegen die Nordiren neu ins Team, bestachen sofort und sind kaum noch aus der Start­elf wegzudenken. Löws letzter Clou: Er ersetzte Götze durch Draxler, der gegen die Slowaken bester Deutscher war. System: Keine Experimente mehr, wie etwa 2012 beim verlorenen EM-Halbfinale gegen Italien! Löw setzt auf sein bewährtes 4-2-3-1, richtet sich nicht mehr nach dem Gegner. Deutschland ist Deutschland – und tritt auch so auf. Ein Abrücken davon wird es nur im absoluten Notfall geben.
  • Spannung: Löw gibt allen Spielern seines Kaders das Gefühl, gebraucht zu werden. Nach jedem Spiel stellt er Änderungen in den Raum, auch diesmal: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich den einen oder anderen Wechsel vornehme.“ So hält er die Spannung hoch, jeder gibt Gas, will sich im Training aufdrängen. Zuletzt durften dort auch Tah oder Sané mal im A-Team ran. Selbstvertrauen: Bei allem Understatement – Löw gibt eine klare Marschroute vor, kommt mit ganz breiter Brust daher. Er tritt in Frankreich nicht nur als Weltmeister an, sondern auch so auf. „Man steigert sich auch mit dem Gegner“, sagt er zu den nun kommenden schwereren Aufgaben. Das sollte für jeden Konkurrenten wie eine Drohung klingen. Deutschland und Löw sind bereit – und mal wieder auf dem goldenen Weg!

Übrigens: Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Viertelfinale Deutschland gegen Italien am Samstag live im TV und im Live-Stream sehen können.

Sven Westerschulze, Simon Braasch

Fußball-EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Stadien und Themenseite

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