EM-Kollaps 

Wenn Deutschland spielt, geht auf Münchens Straßen nix mehr

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So schaute es in München um 17.55 Uhr aus. 

München - Alle haben die gleiche Idee. Raus aus der Arbeit, rein ins Auto und zum Public Viewing fahren. Am Dienstag hat Deutschland gespielt. Wir haben den EM-Kollaps auf den Straßen in München und im Umland dokumentiert.  

Jetzt aber schnell raus aus der Arbeit und los, das Deutschlandspiel schauen. Genau das dachten sich am Dienstagnachmittag viele Münchner. Zu viele! Fast zeitgleich hüpften Tausende in ihre Autos, um den Spielbeginn um 18 Uhr nicht zu verpassen. Nur: Plötzlich ging auf den Münchner Straßen gar nichts mehr. Es gab insgesamt Staus von über 52 Kilometern Länge – und so mancher bekam den Großteil des Siegs nur per Autoradio mit. Verkehrskollaps wegen der EM. Der Navi-Hersteller Tom- Tom hat die Blechlawine genau aufgezeichnet: Am schlimmsten war es – wie unsere Karte oben zeigt – um 17.55 Uhr. Also genau fünf Minuten vor Anpfiff. Hier meldete TomTom-Traffic für das Stadtgebiet 222 Störungen – mit einer Staulänge von 52,5 Kilometern in der Stadt. Und im Umland sah es wenig besser aus: Hier gab’s gar 385 Meldungen – und 70,8 Kilometer an Staus, wie die Karte unten zeigt. „Das gibt es normalerweise nur in Extremsituationen“, erklärt ein Sprecher. „Also bei einem überraschenden Wintereinbruch oder einem Streik der Lokführer zum Beispiel.“ Bei schönem Sommerwetter solche Staus – das sei bisher einmalig. Aber es ist nun mal ein Problem, wenn alle zur selben Zeit irgendwohin wollen – sei es vor den Fernseher daheim, in die Lieblingskneipe oder zum Public- Viewing. Wer beispielsweise gegen 17.30 Uhr an der Schlüsselbergstraße auf den Mittleren Ring fuhr, der musste gut 90 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen. Da war zumindest die erste Halbszeit schon vorbei. 

Kenner wissen: Hier stockt der Verkehr ja schon an normalen Tagen. Interessant: Die Karte rechts zeigt, dass es zu Beginn der zweiten Halbzeit – also um 19 Uhr – dann fast alle zu ihrem Ziel geschafft hatten; auch im Umland (siehe unten). Die Straßen sind plötzlich wie leer gefegt. „Viel leerer als sonst um die Uhrzeit.“ Einen Trost gibt es: Deutschland spielt am Sonntag sein nächstes Spiel. Da wird es kaum Verkehrsprobleme geben, da ja die meisten Münchner frei haben. Das Viertelfinale wäre am Samstag drauf – und erst das Halbfinale wieder an einem Arbeitstag. An einem Donnerstag – aber erst um 21 Uhr. Da sollte es jeder vorher schon nach Hause geschafft haben. Und statt der Bremse unbedingt die Daumen drücken!

tz

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Fußball-EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Stadien und Themenseite

In unserem Übersichtsartikel finden Sie alle Informationen zur EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Termine, Ergebnisse, Gruppen und Kurzporträts der Austragungsorte. Außerdem haben wir alle wichtigen Fakten und Hintergründe zu den Stadien der EM 2016 zusammengestellt. Und: Wir bieten Ihnen die wichtigsten Infos zum Kader von Deutschland bei der EM 2016. Alle aktuellen Nachrichten erfahren Sie außerdem auf unserer Themenseite zur Fußball-EM 2016 in Frankreich bei tz.de. Tipps zum Public Viewing in München gibt es hier, den Link zum Tippspiel unter tippkaiser.de.

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