Verplant durch die Nächte...

Orga-Fehler! Darum ist der Reisestress für die DFB-Elf so hoch

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DFB-Manager Oliver Bierhoff.

München - Bei der Planung des Teamquartiers ist dem DFB ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Wegen des Organisationslapsus entsteht für die Nationalelf ein hoher Reisestress.

Gerade mal zwei Tage waren die Nationalspieler zurück in ihrem Teamquartier, ehe es Montag Vormittag für Manuel Neuer & Co. schon wieder nach Paris ging. Und direkt nach der Partie Dienstag Abend (18 Uhr, live im TV und Live-Stream) gegen Nordirland geht es dann wieder nach Hause bzw. zurück nach Évian – aber genau das sorgt im Umfeld des DFB-Trosses für Diskussionen. Sind die Reisestrapazen nach den Spielen zu hoch, um angemessen regenerieren zu können?

Denn: Durch einen unerwarteten Schönheitsfehler bei der Planung für das optimale Quartier hat der DFB seinen Jungs eine zusätzliche Last auferlegt. „Der kurze Weg zum Genfer Flughafen“, von dem Oliver Bierhoff im vergangenen Jahr noch schwärmte, ist nämlich absolut bedeutungslos, da die Nationalelf wegen einer UEFA-Auflage nicht von eben diesem aus fliegen darf. Den EM-Teilnehmern ist es während des Turniers nicht gestattet, das Ausrichterland zu verlassen. Da Genf in der Schweiz liegt, fiel der Flughafen für das Deutsche Team kurzerhand flach.

„Wir suchen immer nach der optimalen Lösung“, betont der Teammanager nach zwei Wochen Aufenthalt im Basisquartier. Optimal dürfte aber keinesfalls das gezwungene Pendeln zum fast 90 Kilometer entfernten Regionalflughafen in Annecy sein.

Oliver Bierhoff weiß um die Probleme. Nach den ersten beiden Gruppenspielen, bei denen der Schlusspfiff um kurz vor 23 Uhr ertönte, waren die Profis erst um kurz vor fünf Uhr am Morgen in den Betten des Hotels Ermitage. Weil nach dem Rückflug nach Annecy noch eine rund 90-minütige Bustour auf dem Programm steht. „Das ist natürlich eine zusätzliche Belastung“, weiß der DFB-Manager. Auch Organisationschef Georg Behlau bestätigt: „Das ist eigentlich schon am Rande dessen, was du der Mannschaft zumuten kannst.“ Bierhoff allerdings meint: „Grundsätzlich bleibt noch genug Zeit zur Regeneration.“

Wie aber funktioniert das? DFB-Psychologe Hans-Dieter Hermann sagte der tz: „Viele Spieler schlafen dann nur wenige Stunden, stehen normal am Morgen auf und gehen den Abend danach früher ins Bett. So schaffst du es auch, im Rhythmus zu bleiben.“

Gut für die Profis, dass die Partie am Dienstag bereits um 18 Uhr angepfiffen wird. So wird die Rückkehr im Teamhotel für etwa ein Uhr in der Nacht erwartet. Ab dem Viertelfinale aber würden nur noch 21-Uhr-Spiele warten.

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sb, sw, hey

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