Vier Fans ausgewiesen

Randale in Lille: Polizei geht in der Nacht gegen Fans vor

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Dass die englische Mannschaft in Lille gar kein Spiel hat, interessierte die Hooligans herzlich wenig.

Lille - Wieder kam es bei der EM 2016 zu Ausschreitungen: In Lille randalierten englische Fans. Es gab viele Festnahmen und vier Ausweisungen.

Nach Russlands 1:2-Pleite bei Fußball-EM gegen die Slowakei ist es in Lille erneut zu Ausschreitungen gekommen. Mit Tränengas und Schlagstöcken ging die Polizei gegen etwa 200 Fans vor, von denen ein Teil aus England kam. Dabei wurde mindestens eine Person verletzt. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Am späten Abend kam es in Lille wieder zu Auseinandersetzungen, wieder setzte die Polizei Tränengas ein.

Dabei wiederholte sich die harte Vorgehensweise gegen die singenden und meist friedlichen Fans, neben Reizgas wurden auch Hunde eingesetzt. Nach Einschätzung von Augenzeugen ging diese Taktik aber nicht auf, sondern glich vielmehr einem Katz-und-Maus-Spiel. Die Menge ließ sich bis nach Mitternacht nur vorübergehend auseinandertreiben. Erst gegen 1.00 Uhr am Morgen kehrte auf den Straßen weitgehend Ruhe ein.

Auslöser der Jagdszenen am Nachmittag in der Nähe des Bahnhofs war ein lauter Knall, den vermutlich ein Feuerwerkskörper verursacht hatte. Daraufhin waren die englischen Fans, die sich vor einem Lokal versammelt hatten, durch die umliegenden Straßen gerannt. Spezialeinheiten der Polizei versperrten ihnen den Weg. Die Auseinandersetzungen dauerten nur wenige Minuten. Dabei wurde auch ein Polizeiwagen demoliert.

Im Vorfeld des Risikospiels zwischen Russland und der Slowakei waren bereits zehn Personen in Lille festgenommen worden. Vier von ihnen blieben auch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag noch in Polizeigewahrsam - eine Russin und ein Ukrainer wegen unerlaubten Waffenbesitzes, zwei weitere Russen wegen Gewalttätigkeiten. Nach Behördenangaben soll das Quartett ausgewiesen werden.

Da schon am Donnerstag (15.00 Uhr, so sehen Sie die Partie live) das Spiel zwischen England und Wales im nur 40 Kilometer entfernten Lens steigt, sind zahlreiche Fans aus Großbritannien in der nordfranzösischen Stadt. Nach den Krawallen von Marseille waren erneute Zusammenstöße zwischen russischen und englischen Hooligans befürchtet worden.

Am Dienstagnachmittag hatte es einen ersten Zwischenfall in Lilles Innenstadt gegeben. Laut AFP saßen britische Fans vor und in einem Café, sangen lautstark und tranken, als Vermummte begannen, mit Flaschen und Stühlen zu werfen. Einige trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Orel Butchers", einer Ultravereinigung von Lokomotive Moskau.

In Lille ist der Verkauf von alkoholischen Getränken seit Dienstagnachmittag deutlich eingeschränkt. Rund 4000 Sicherheitskräfte sind nach Behördenangaben in der Stadt im Einsatz.

sid/dpa

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