Deutschland gegen Polen

Ex-Polen-Trainer: "Das ganze Volk blickt auf Robert"

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Robert Lewandowski wird im Spiel gegen Deutschland im Fokus stehen.

Paris - Bei der letzten Euro war er noch für die Polen verantwortlich, doch unter der Regie von Franciszek Smuda schied das Team bei der Heim-EM in der Vorrunde aus. Warum sich die Polen dieses Mal aber Hoffnungen machen dürfen – das tz-Interview mit dem 67-Jährigen.

Herr Smuda, in Deutschland reden alle nur von Robert Lewandowski, wenn es um Polen geht. Ist das in Ihrer Heimat anders?

Franciszek Smuda: Nein, hier ist es ähnlich. Aber das ist doch auch nicht verwunderlich angesichts Roberts Klasse. Er ist nicht nur unser Kapitän, sondern auch der prägendste Spieler. Er ist der große Star, auf ihm ruhen alle Hoffnungen.

Also ist es ein Duell Deutschland gegen Lewandowski?

Smuda: Das würde der Mannschaft nicht gerecht werden. Sie hat sich wirklich gut entwickelt. Aber natürlich ist Robert der Dreh- und Angelpunkt. Das ganze Volk blickt auf Robert.

Das bedeutet jede Menge Druck für Lewy …

Franciszek Smuda.

Smuda: Ja, aber mit dem kann er umgehen. Gucken Sie sich doch an, wie Robert sich entwickelt hat. Bei der EM 2012 war er schon einer unserer besten Spieler, aber noch nicht so überragend wie heute. Er kümmert sich um alles. Er taucht im Strafraum auf, schießt Tore, lässt sich fallen, leitet Angriffe ein. Und bei Ballverlusten arbeitet er mit nach hinten – Robert ist einfach überall.

Das klingt aber doch schon sehr nach One-Man-Show.

Smuda: Ist es aber nicht ganz, denn mit Arkadiusz Milik hat er einen richtig guten Sturmpartner. Milik ist ein klassischer Torjäger. Die beiden ergänzen sich perfekt.

So einen Weltklasse-Angreifer wie Lewandowski hat nicht einmal der Weltmeister.

Smuda: Ja, nach dem Rücktritt von Miro Klose fehlt Deutschland so einer. Und der wurde ja auch in Polen geboren (lacht). Ich finde es schade, dass er nicht mehr dabei ist. Wenn Schweinsteiger und Podolski noch spielen, dann hätte Miro das auch gekonnt. So einen Typen brauchst du einfach, auch wenn es nur als Joker ist.

Was zeichnet Polens Team neben dem starken Sturm noch aus?

Smuda: Die Erfahrung. Die Mannschaft ist viel reifer geworden in den vergangenen vier Jahren. Das liegt auch daran, dass sie endlich wieder Pflichtspiele bestreiten konnte. Bei der EM 2012 waren wir als Gastgeber gesetzt. Jahrelang nur Freundschaftsspiele, das bringt eine Mannschaft nicht weiter. Da fehlt das Feuer. Durch die Quali-Spiele zur WM 2014 und der EM jetzt hat sie die Wettkampfhärte bekommen. Deshalb traue ich der Mannschaft auch durchaus das Viertelfinale zu – vor allem, wenn sie Donnerstagabend Deutschland schlägt.

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