Kein Bekenntnis vom Bundestrainer

Darum eiert Löw bei der Frage nach seiner Zukunft so rum

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Joachim Löw.

Marseille - Wie 2012 gilbt es nach dem EM-Aus kein klares Bekenntnis von Joachim Löw zum DFB. Der Bundestrainer hat seine Gründe - und nach tz-Informationen ist längst klar, wie es weiter geht.

Update vom 12. August 2016: Beziehungs-Aus beim Bundestrainer im EM-Sommer? Laut einem Bericht soll sich Jogi Löw von seiner Frau Daniela getrennt haben.

Direkt nach dem EM-Aus gegen Frankreich ließ er seine Zukunft noch offen. Doch es ist so gut wie sicher: Jogi Löw bleibt Bundestrainer! Nach tz-Informationen wird er seinen bis 2018 laufenden Vertrag erfüllen. Aus seinem Umfeld sickerte am Freitag durch: „Jogi bricht keine Verträge. Er steht immer zu seinem Wort.“ Das Rätselraten um Löw. Er selbst befeuerte es nach dem 0:2 am Donnerstag in Marseille.

Aber warum? Wieso kam ihm kein klares Bekenntnis zum DFB über die Lippen? Stattdessen diese Worte: „Heute Abend kann ich nicht weit vorausgucken, nicht mal bis morgen früh. Das ist für mich heute keinen Gedanken wert. Wir werden überlegen, ob wir jetzt oder drei Wochen später das Turnier aufarbeiten.“

Merkwürdige Aussagen, die auch sein Ende als Bundestrainer im Raum stehen ließen. Kokettiert Löw? Will er zunächst die Stimmung im Lande ausloten? Oder ist Löw nur müde? Ausgelaugt nach den langen Wochen? Enttäuscht und verbittert über das Aus? „Bei ihm ist es immer so, dass er nach so einer intensiven Zeit erst einmal Abstand gewinnen will“, sagte Oliver Bierhoff der tz. „Aber ich gehe davon aus, dass es weitergehen wird.“

Ähnliche Äußerungen wie 2012

Eine klare Aussage des Managers. Denn eines weiß auch er: Das Zögern und Zaudern Löws steckt in seiner DNA. So war es auch 2012, nach dem EM-Halbfinal-K.o. gegen Italien. Wochenlang gab es kein Bekenntnis von ihm. Löw zog sich zurück, dachte einige Tage sogar an Rücktritt. Dann aber entschloss er sich weiterzumachen, wehrte sich in einer Erklärung gegen die öffentliche Kritik und führte Deutschland 2014 zum WM-Titel. Aber: Diesmal muss er sich nicht wehren. Diesmal gilt Löw nicht als Versager, der sich verzockt hat. Im Gegenteil: Deutschland, da sind sich fast alle Experten einig, zeigte den besten Fußball des Turniers, begeisterte phasenweise – und stellte die beste Mannschaft! Mit dem ersten Sieg überhaupt bei einem Turnier gegen Italien setzten die DFB-Stars zudem einen Meilenstein.

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Auch die Spieler hoffen, dass Löw sein Wort nicht bricht – und weitermacht. „Ich denke, unser Trainer hat noch großen Spaß auf diese Mannschaft“, sagte Mario Gomez. Thomas Müller ergänzt: „Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass er weitermacht.“ Auch Mats Hummels kann sich einen Rücktritt Löws nicht vorstellen. „Ich kann ihn aber verstehen, dass er im ersten Moment keine Lust hat, sich festzulegen. Wir hoffen einfach, dass er dranbleibt.“

DFB hat keinen Plan B

An ein Ende der Ära Löw glaubt man auch beim DFB nicht. „Ich freue mich darauf, den Weg mit Joachim Löw weiterzugehen“, erklärte Präsident Reinhard Grindel. Einen ausgearbeiteten Plan B gibt es nicht. Allerdings Gedankenspiele für den Fall, dass die EM in eine sportliche Katastrophe gemündet wäre und Löw hingeschmissen hätte. Dann wäre Jogis ehemaliger Assistent und heutiger DFB-Manager Hansi Flick erster Kandidat auf seine Nachfolge geworden.

Zu diesem Szenario wird es nicht kommen. Löw wird nun den Puls runterfahren, sich sammeln – und in wenigen Tagen erklären: „Jetzt wollen wir in Russland unseren WM-Titel verteidigen.“ Und dann beginnt sie aufs Neue, die Jagd auf den Titel.

Sven Westerschulze, Simon Braasch, Thomas Gassmann

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