Jogis Knigge

Löws goldene Regeln für eine erfolgreiche EM in Frankreich

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Wird Deutschland mit ihm Europameister? Joachim Löw ist da guter Dinge. Wenn man sich an seine Regeln hält.

Evian-les-Bains - Elf Spieler auf dem Platz und ein Trainer der ordentlich Druck macht? Das reicht nicht aus um die Mannschaft bei der EM zum Sieg zu führen. Wir verraten Ihnen Jogi Löws sechs Gebote für den Erfolg.

Die Mannschaft. An dieser Botschaft kommt beim Weltmeister niemand mehr vorbei. Am Platz, am Medienzelt, am Hotel, am Bus – überall steht geschrieben: Die Mannschaft. Der Teamgeist ist das höchste Gut auf dem Weg zum vierten EM-Titel. Damit Die Mannschaft nicht vom Weg abkommt, hat Joachim Löw sechs goldene Regeln aufgestellt. „Wenn 60 bis 70 Menschen zwei Monate lang auf engem Raum zusammen sind, spielen diese Dinge eine große Rolle“, sagt er. Die tz kennt den Jogi-Knigge.

  • Teamgeist:
  • Disziplin:  Löw ist kein Kontroll-fanatiker. Um 23 Uhr müssen im Trainingslager alle Spieler auf ihren Zimmern sein. Dann soll das Licht ausgeschaltet werden. Kontrollen gibt es nicht, man setzt auf einen ehrlichen Umgang. In den Mini­bars ist kein Bier, ein Glas vor dem Einschlafen ist aber erlaubt.
  • Ehrgeiz: Natürlich soll am Ende der Titel das Unternehmen krönen. Deshalb wird erwartet, dass sich die Spieler für dieses Ziel quälen. Eine hohe Leistungsbereitschaft wird von jedem in der Mannschaft und im Betreuerteam erwartet. Deshalb gab es zum Beispiel im Trainingslager auch keinerlei Ablenkung durch Sponsoren-Events oder Besuchen. Niemand soll sich auf dem in Rio Erreichten ausruhen.
  • Respekt: Wenn Löw einen Raum oder den Trainingsplatz betritt, grüßt er die Umstehenden. Wenn Spieler von Terminen zum Hotel zurückkehren, geben sie wartenden Fans Autogramme. Löw erwartet von seinen Kickern einen höflichen Umgangston gegenüber Trainern, Mitarbeitern und Fans.
  • Professionalität: Die Persönlichkeit der Spieler ist mitunter genauso wichtig wie der sportliche Wert. Verabredete Termine müssen eingehalten werden, Extra-touren müssen angemeldet werden. Die Kleiderordnung für Training und Reisen wird stets schriftlich mitgeteilt, damit Team und Betreuer ein einheitliches Bild abgeben. Dass ein unprofessionelles Verhalten schnell zum Nationalmannschafts-Aus führt, hat zuletzt Max Kruse am eigenen Leib erfahren.
  • Freude:  Nur mit Strenge kann eine Mannschaft keinen Spaß auf den Platz bringen. Löw möchte eine attraktive Spielweise, guten Fußball, der Emotionen weckt, sehen und nicht ein Spiel, das auf Verwalten ausgerichtet ist. Daher darf auch schon mal gelacht werden. Die Golffans im Team dürfen in der Freizeit auch mal auf den Golfplatz, um sich zu entspannen, oder in ein Café fahren.

MS

Der Coach erwartet ein bedingungsloses Miteinander. Das Kollektiv ist wichtiger als jeder Einzelne. Löw duldet keinen ausgeprägten Egoismus. Jeder soll seine Stärke fürs Team einbringen und auch die Schwächen der anderen Mitspieler kennen, um diese auszugleichen. Außerdem darf sich keiner über einen anderen negativ äußern und keine Interna ausplaudern.

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