tz-Interview

Kimmich exklusiv: Das kann ich mir von Müller und Neuer abschauen

+
tz-Reporter Sven Westerschulze traf Joshua Kimmich zum Interview.

Evian - Bayerns Senkrechtstarter Joshua Kimmich spricht im tz-Interview über die seine erste EM-Teilnahme und in welchen Dingen er sich etwas von seinen Teamkollegen abschauen kann.

Gut gelaunt kommt Joshua Kimmich zum Interviewtermin mit der tz. Die Niederlage im Tennis-Match gegen Manuel Neuer am Tag zuvor ist verdaut. „Der Manu hat ja früher mal Tennis gespielt, ich nicht. Das hat man gemerkt“, schmunzelt der Senkrechtstarter des FC Bayern: „Ich bin die ganze Zeit gelaufen, während er die Bälle reingehämmert hat.“ Warum der Welttorhüter für den EM-Debütanten trotzdem ein wichtiger Ansprechpartner ist, verrät der 21-Jährige im tz-Interview.

Herr Kimmich – mit 21 Jahren vom Zweitligaspieler zum EM-Teilnehmer. Leben Sie gerade Ihren Traum?

Joshua Kimmich: Ja, das kann man so sagen. Als Kind träumt man immer davon, irgendwann mal in der Bundesliga zu spielen. Die ganz großen Träume handeln dann von Champions League und Nationalmannschaft. Die haben sich innerhalb von einem Jahr erfüllt.

Kosten Sie diese Gefühle mit den anderen Youngstern aus, oder verbringen Sie Ihre Zeit im Camp mit den Kollegen aus München?

Kimmich: Mal so, mal so. Ich verstehe mich mit Julian Weigl super, mit Bernd Leno und Jonathan Tah auch. Aber natürlich bin ich auch mit Manu oder Thomas oft zusammen.

Was kann man sich von den beiden abgucken?

Kimmich: Ich mag es, mit Thomas über den Fußball zu sprechen. Mir gefällt seine Denkweise. Wir verstehen uns auf dem Platz super. Bei Manu ist es das gleiche. Er ist ein absoluter Winnertyp, extrem ehrgeizig.

Und abseits des Rasens?

Kimmich: Da ist es nicht anders, das habe ich beim Tennis zuletzt erfahren müssen (lacht). Eigentlich versucht jeder zu zaubern, wenn er seinen Gegner im Griff hat. Aber Manu war gnadenlos und hat mich bis zum Schluss über den Platz gejagt. Und Thomas ist nicht anders.

Warum?

Kimmich: Ich habe mal versucht, mit ihm zu Golfen. Aber auf Tipps habe ich vergeblich gewartet – die kamen erst, als wir in einem Team gespielt haben (schmunzelt).

„Radio Müller“ ist bei Ihnen scheinbar omnipräsent ...

Kimmich: Ich höre den Sender ja auch erst seit einem Jahr. Und bislang finde ich ihn immer noch ziemlich unterhaltsam und lustig. Was dabei nicht vergessen werden darf: Was Thomas sagt, ist ja kein albernes Zeug. Er spricht viele Sachen an und weiß sie einfach gut zu verpacken.

Wie wichtig sind Typen wie er oder auch Lukas Podolski für das Team?

Kimmich: Unglaublich wichtig. Poldi kam in den ersten Spielen nicht zum Einsatz, präsentiert sich hier aber trotzdem immer total positiv und strahlt gute Stimmung aus. Das hilft auch den anderen Spielern, die nicht in der Startelf stehen. Und es ist extrem wichtig, dass wir uns nicht gegenseitig runterziehen, sondern gemeinsam Spaß haben und eine Einheit sind, die ein Ziel verfolgt.

Ist es für Sie eine Ehre, dabei zu sein?

Kimmich: Auf jeden Fall. Teil dieses Teams zu sein, dieses Spektakels Europameisterschaft, die ich früher noch vom Fernseher aus verfolgt habe, ist etwas ganz Besonderes. Das macht mich schon stolz.

Die Ehre wurde Ihnen auch dank Ihrer Flexibilität zuteil. Woher kommt die?

Kimmich: Aus mir selbst. Als junger Spieler muss man das wollen und neue Positionen auch annehmen – vor allem wenn die etatmäßige Position so gut besetzt ist wie es beim FC Bayern oder in der Nationalmannschaft. Ich versuche jedes Mal, egal auf welcher Position, Vollgas zu geben und mich anzubieten.

Interview: Sven Westerschulze

auch interessant

Meistgelesen

So sehen Sie Real Madrid gegen Borussia Dortmund live im TV und Live-Stream
So sehen Sie Real Madrid gegen Borussia Dortmund live im TV und Live-Stream
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
So sehen Sie FC Barcelona gegen Borussia Mönchengladbach heute live im TV und im Live-Stream
So sehen Sie FC Barcelona gegen Borussia Mönchengladbach heute live im TV und im Live-Stream

Kommentare