Vom Streichkandidaten zum potentiellen Stammspieler

EM 2016: Darum ist Kimmich Jogis Geheimwaffe im DFB-Kader

+
Kimmich (21) spielte einmal für Deutschland und in der Liga 23-mal für Bayern.

Ascona - Eine Woche vor EM-Beginn ist Joshua Kimmich einer der großen Gewinner der Vorbereitung. Für den Bundestrainer ist er eine variable Geheimwaffe.

Seine Nominierung zählte zu den überraschendsten, doch inzwischen ist aus dem erwarteten Streichkandidaten ein potenzieller Stammspieler geworden. Joshua Kimmich ist für Jogi Löw mehr als nur eine Alternative, das haben die Tage in Ascona gezeigt. Der Bundestrainer plant mit dem Senkrechtstarter als Rechtsverteidiger. Dabei war der 21-Jährige in der vergangenen Saison noch in der Zweiten Liga aktiv. Jetzt fährt Josh mit nach Frankreich – Kimmichs kometenhafter Aufstieg!

Am Dienstag hatte Löw ihn zu sich gerufen und ihm seine Entscheidung mitgeteilt. „Er hat mich zur Seite genommen und gesagt: ,Du bist dabei.‘ Kurz und schmerzlos“, lächelt Kimmich im Gespräch mit der tz. Schon seine Nominierung ins erweiterte Aufgebot war nicht unbedingt zu erwarten, doch seine unglaubliche Entwicklung beim FC Bayern hat Löw beeindruckt. „Ich habe zwar schon realisiert, dass ich mit nach Frankreich fahre. Aber trotzdem ist es für mich immer noch eine riesengroße Sache“, beschreibt der Youngster seine Gefühlswelt. Seinen Sommerurlaub hatte er noch nicht geplant, „da muss ich jetzt zum Glück nichts umbuchen“. Nach dem letzten Test gegen Ungarn (heute 18 Uhr, live im TV und kostenlosen Live-Stream) geht es für ihn erst mal noch zwei Tage in die Heimat. „Da werde ich nichts tun und einfach mal runterkommen. In letzter Zeit hat ja ein Highlight das andere gejagt“, berichtet er.

Kimmich ist Löws variable Geheimwaffe

Unter Pep Guardiola reifte der als defensiver Mittelfeldspieler verpflichtete Rechtsfuß beim FCB zum Defensiv-Allrounder. Neben seiner angestammten Position lief er in der Rückrunde auch als Rechts- und Linksverteidiger auf, meist aber in der Innenverteidigung. Die große Flexibilität ist Löw nicht verborgen geblieben, jetzt will auch der Bundestrainer von Kimmichs Qualitäten profitieren. Im Geheimtest gegen die U 20 setzte er ihn als Rechtsverteidiger und im defensiven Mittelfeld ein. Drei Tage später im Testspiel gegen die Slowakei gab Kimmich in der ersten Hälfte den rechten Part der Dreierkette, ehe er ins Mittelfeld vorrückte. Als Stammspieler sieht er selbst sich nicht. „Ich werde hier jetzt keine Ansprüche stellen. Das ist nicht meine Art. Ich bin zum ersten Mal hier und versuche, im Training und in den Spielen Vollgas zu geben. Alles Weitere wird sich zeigen“, sagt Kimmich der tz.

Dass seine Chancen hinten rechts deutlich besser stehen als im defensiven Mittelfeld, hat er auch erkannt: „Wenn man unseren Kader so durchgeht, merke auch ich, dass wir auf der Sechser-Position sehr, sehr gut besetzt sind. Auf den Außenverteidiger-Positionen sind wir in der Breite vielleicht nicht ganz so stark besetzt.“

Im Team fühlt er sich schon pudelwohl. Eine unangenehme Aufgabe steht ihm aber trotzdem noch bevor. „Sagen Sie das nicht so laut“, entgegnet er im Gespräch der Frage nach dem Aufnahmeritual und flüstert: „Bisher war ich noch nicht fällig.“ Das wird er spätestens nach seinem ersten EM-Einsatz. Und die Chancen dafür stehen derzeit ziemlich gut...

Fußball-EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Stadien und Themenseite

In unserem Übersichtsartikel finden Sie alle Informationen zur EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Termine, Ergebnisse, Gruppen und Kurzporträts der Austragungsorte. Außerdem haben wir alle wichtigen Fakten und Hintergründe zu den Stadien der EM 2016 zusammengestellt. Und: Wir bieten Ihnen die wichtigsten Infos zum Kader von Deutschland bei der EM 2016. Alle aktuellen Nachrichten erfahren Sie außerdem auf unserer Themenseite zur Fußball-EM 2016 in Frankreich bei tz.de.

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Hamburger SV gegen Werder Bremen: So sehen Sie die Bundesliga heute live im TV und im Live-Stream
Hamburger SV gegen Werder Bremen: So sehen Sie die Bundesliga heute live im TV und im Live-Stream
FC Barcelona gegen Real Madrid: So sehen Sie den Clasico heute live im TV und im Live-Stream
FC Barcelona gegen Real Madrid: So sehen Sie den Clasico heute live im TV und im Live-Stream
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Tuchel stinksauer: "Das war ein einziges Defizit"
Tuchel stinksauer: "Das war ein einziges Defizit"

Kommentare