Khedira und Schweinsteiger angeschlagen

Personalnot - Schlägt jetzt Weigls große Stunde?

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Will mit dem DFB-Team hoch hinaus: Julian Weigl ist bei der EM 2016 noch ohne Einsatzminute.

Evian - In den bisherigen fünf EM-Spielen der DFB-Auswahl bleib Julian Weigl nur die Zuschauerrolle. Das könnte sich nun ändern.

Im Trainingslager in Ascona bestimmte er gemeinsam mit Joshua Kimmich noch die Schlagzeilen, schließlich war seine Nominierung eine der größten Überraschungen im Kader von Jogi Löw. Doch mit Beginn der EM ist es ruhiger geworden um Julian Weigl. Was zum einen daran liegt, dass der Youngster keine Flausen im Kopf hat, sich tadellos verhält und Skandale Fehlanzeige sind. Zum anderen aber auch, weil er sportlich nicht zur ersten Garde zählt - doch genau das könnte sich nun plötzlich ändern. Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira drohen für den Rest des Turniers auszufallen. Schlägt jetzt Weigls große Stunde?

Viele Optionen bleiben Jogi Löw nicht, sollten seine beiden Weltstars im defensiven Mittelfeld am Donnerstag fehlen. Mit Kimmich hat sich ein potenzieller Sechser auf der rechten Seite festgespielt, um den freien Platz neben Toni Kroos streitet sich der Ex-Löwe mit Emre Can. Vorteil Weigl: In den Trainingseinheiten in Evian setzt Löw auf ihn, wenn er die Doppelsechs der B-Elf besetzt. Can agiert dagegen meist als linker Verteidiger und noch nie ließ Löw ihn in einem Pflicht- oder Testspiel im defensiven Mittelfeld ran. Weigl dagegen schon, der gleich bei seinem Debüt in Augsburg Ende Mai gegen die Slowakei auf der Sechs auflief. Jetzt auch bei der Euro? Vor Kurzem hatte der 20-Jährige bereits erklärt, dass die Nominierung für den EM-Kader "die Krönung" seiner Saison sei. Jetzt könnte sogar noch das Sahnehäubchen folgen.

Weigl über sein Jahr: Unglaublich"

Sein Wechsel vom Zweitligisten TSV 1860 nach Dortmund war schon eine Überraschung, sein rasanter Durchbruch beim BVB eine Sensation. "Es ist unglaublich, was in diesem Jahr passiert ist", meinte der gebürtige Bad Aiblinger in diesen Tagen und träumte vorsichtig vom ganz großen Wurf mit dem DFB-Team: "Wenn wir hier bei der Europameisterschaft noch weit kommen, gibt's kein besseres Jahr für mich." Gut möglich, dass er jetzt seinen eigenen Beitrag dazu leisten kann.

In seinem Heimatdorf Ostermünchen werden sie in den kommenden Tagen jedenfalls ganz genau darauf achten, wie sich der Gesundheitszustand von Schweinsteiger und Khedira entwickelt. Fallen die beiden aus, könnte die große Stunde ihres "Ju" schlagen, wie der Nationalspieler von Freunden und Familie genannt wird. Und dass der Bundestrainer keine Angst vor mutigen Personalentscheidungen hat, ist spätestens seit dem WM-Finale bekannt, als Löw No-Name Christoph Kramer ins kalte Wasser warf. So weit ist die deutsche Mannschaft heuer noch nicht, doch auch für ein mögliches Endspiel ist ein Einsatz von Schweini und Khedira mehr als ungewiss. Ihr Ersatz steht jedenfalls schon bereit...

sw

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