Noch fünf Tage bis zum DFB-Auftakt

Löw setzt auf Özil: "Unser Ziel ist der Titel"

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Mesut Özil Arm in Arm mit  Thomas Müller.

Frankfurt - Wenn am Dienstag das Flugzeug am Frankfurter Flughafen abhebt, dann sind die meisten Entscheidungen, wie die Rolle von Mesut Özil, bereits getroffen. Bundestrainer Löw gibt sich optimistisch.

Um 14 Uhr startet am Dienstagnachmittag das Unternehmen EM-Titel. Dann hebt Sonderflug LH 342 vom Flughafen in Frankfurt/Main ab, mit an Bord sind Jogi Löw und die Nationalmannschaft. Gegen 15.25 Uhr landet der DFB-Tross schon in Chambéry und fährt ins 130 km entfernte Évian-les-Bains, wo Thomas Müller und Co. während des Turniers ihr Quartier beziehen. Um 18.30 Uhr steht am Dienstagabend schon das erste Training in Frankreich an – ausnahmsweise sogar öffentlich. Vier Tage bleiben dem Bundestrainer dann in Evian noch, um seinem Team den Feinschliff für die Auftaktpartie gegen die Ukraine am Sonntagabend (21 Uhr) zu verpassen.

Die meisten Entscheidungen hat der 56-Jährige aber bereits getroffen – auch, was die Rolle von Mesut Özil betrifft. Im Gegensatz zur WM 2014, als er den Spielmacher öfter auch auf dem linken Flügel aufbot, vertraut er dem Regisseur diesmal voll im Zentrum. „Nein, das ist im Moment keine Alternative“, sagte Löw dem Kicker auf die Frage, ob er nach der Verletzung von Marco Reus wieder eine Versetzung Özils auf die linke Seite plane. „Mesut ist auf der Zehn in diesem Jahr so stark, wie er es vielleicht 2012 und 2013 war“, erläuterte Löw. „2014 war er nicht in der starken Verfassung wie davor und danach. Jetzt ist er für die Mannschaft am wertvollsten, wenn er in der Zentrale spielt.“ Dies bedeutet normalerweise auf Özils geliebter Offensiv-Position, der „Zehn“. Doch auch auf der „Sechs“, direkt dahinter, hat Löw den 27-Jährigen vom FC Arsenal gegen Italien (4:1) sowie in der zweiten Halbzeit am Samstag gegen Ungarn (2:0) erfolgreich getestet. Özil reagierte auf das öffentliche Bekenntnis hocherfreut. „Ich bin sehr, sehr glücklich, dass ich das Vertrauen des Bundestrainers genieße“, sagte er bei seiner Vorstellung als Mercedes-Markenbotschafter in Stuttgart: „Auf der Zehn kann ich mein Potenzial am besten ausschöpfen und am effektivsten sein.“ Özils Vorfreude auf die EM ist damit einen Tag vor dem Aufbruch ins EM-Camp noch mal gestiegen. „Ich kann es nicht erwarten, dass es endlich losgeht“, sagt er. „Die Anspannung steigt, die Freude ist da. Und unser Ziel ist der Titel.“

Der hochmotivierte Bundestrainer will im wichtigen Endspurt der Vorbereitung keine Minute verschwenden. „Wir haben noch einiges aufzuarbeiten. Einige Spieler müssen natürlich noch nachholen“, sagte Löw über die letzten Einheiten bis zum Spiel gegen die Ukraine.

Der Trainer und seine Spieler sehen sich nach dem 2:0 gegen Ungarn und einer intensiven Vorbereitung zuvor in der Schweiz auf einem guten Weg. Doch vor allem an der unbedingt nötigen Frische und Aggressivität muss noch gearbeitet werden. „Das Turnier wird schwer und kräftezehrend. Gerade in der Vorrunde wird es ein Abnutzungskampf wie noch nie bei der EM. Da sind Spieler wichtig, die frisch sind, die neben der spielerischen Klasse auch läuferisch und kämpferisch überzeugen“, betonte Löw vor seiner dritten EM als Bundestrainer. Noch nie stand ein Nationaltrainer bei drei EM-Turnieren in der Verantwortung.

sw

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