Teilnehmer, Regeln, Modus

EM 2016: Das ist neu bei dieser Europameisterschaft

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Das Objekt der Begierde: 24 Mannschaften spielen ab 10. Juni um den EM-Pokal.

München - Die EM 2016 in Frankreich wird mit 24 Teilnehmerländern nicht nur die bislang größte Europameisterschaft. Auch im Modus und bei den Regeln gibt es Neuerungen. Ein Überblick.

Die Fußball-EM 2016 findet vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in Frankreich statt. Zwischen dem Eröffnungsspiel und dem Finale, die beide im Stade de France in Saint Denis in Paris ausgetragen werden, finden insgesamt 51 Spiele statt. Dies stellt einen Rekord bei den bisherigen Europameisterschaften dar. Es wird bei der Euro 2016 auch noch weitere Neuerungen geben: Diese betreffen die Anzahl der Teilnehmer und die Premieren bei den Teilnehmern sowie den Modus zur Qualifikation zur K.O.-Runde und weitere Regeländerungen während des Spiels.

EM 2016: Neue Regeln für die Anzahl der Teilnehmer

Die Zahl der Teilnehmer bei der EM 2016 stellt eine Revolution historischen Vergleichs dar: Schon 1996 durften bei der EM in England doppelt so viele Länder teilnehmen, nämlich 16 statt bis zu diesem Zeitpunkt nur 8. Dieser Modus wurde bei den folgenden vier Europameisterschaften beibehalten (2000 in den Niederlanden und Belgien, 2004 in Portugal, 2008 in Österreich und der Schweiz und 2012 in Polen und der Ukraine). Bei der Endrunde in Frankreich dürfen nun insgesamt 24 Länder ihre Nationalmannschaften entsenden.

Dadurch, dass sich die Mannschaften auf nun 6 statt bisher nur 4 Gruppen á 4 Teilnehmer aufteilen, qualifizieren sich bei der EM 2016 nicht nur die Erst- und Zweitplatzierten für das Achtelfinale, sondern auch die 4 besten Gruppendritten. Wie diese ausgewertet werden, erfahren Sie später im Text. Die Aufstockung der Teilnehmerzahl wird aber künftig beibehalten, denn auch bei der kommenden Euro 2020 werden 24 Länder dabei sein.

EM 2016: Diese Länder sind zum ersten Mal dabei

Im Stade de France wird sowohl die Eröffnungspartie als auch das Finale ausgetragen.

Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich wird das 15. Turnier sein, das von der UEFA dergestalt ausgetragen wird. 1960 fand auch schon die erste UEFA Euro in Frankreich statt. Schwer vorstellbar, dass es innerhalb Europas noch viele Nationen gibt (bis auf Zwergstaaten wie etwa Andorra, San Marino oder Liechtenstein), die noch nicht an einer Endrunde teilgenommen haben. Tatsache ist aber, dass es 5 weitere Länder sind, die ab dem 10. Juni um die europäische Krone mitspielen werden.

Neu mit dabei sind: Albanien, Island, Nordirland, die Slowakei und Wales. Zwar war die Slowakei schon 1960 als Teil der Tschechoslowakei bei der EM dabei, doch als eigenständige Nation fährt dieses Land nun zum ersten Mal zu einer Europameisterschaft.

EM 2016: So funktioniert die Qualifikation zur K.o.-Runde

Wie bereits erwähnt, ist es mit einer einfachen Regel zur Qualifikation für das Achtelfinale nicht getan. Da 16 Mannschaften in der ersten K.o.-Runde spielen, es aber keine 8, sondern nur 6 Gruppen gibt, müssen die Gruppenphase nicht nur die Gruppenersten und -zweiten bestehen. Zu diesen kommen außerdem 4 Länder weiter, die nach dem Prinzip der 4 besten Dritten ermittelt werden.

Um herauszufinden, welche Nationen durch dieses System ins Achtelfinale weiterziehen, werden folgende 5 Kriterien angelegt und die Teilnehmer untereinander verglichen:

  1. Die Anzahl und die Höhe der erlangten Punkte.
  2. Die bessere Tordifferenz.
  3. Die Anzahl der erzielten Tore.
  4. Das Fair-Play-Ranking, bei dem die Anzahl der bekommenen Gelben und Roten Karten zusammengezählt wird. Hier kommt natürlich die niedrigere Anzahl weiter.
  5. Der bessere UEFA-Koeffizient.

Kompliziert wird es bei der Frage, gegen welches Team die 4 besten Gruppendritten antreten müssen. Zwar sind die Gegner mit den Gruppenersten der Gruppen A, B, C und D grundsätzlich festgelegt, doch je nachdem, aus welchen Gruppen die besten Dritten kommen, gibt es verschiedene Kombinationen - insgesamt 15 an der Zahl. Die Erstplatzierten der Gruppen E und F sind im Achtelfinale gegen feste Gegner gesetzt. Hier ein Überblick:

Gruppen, aus welchen sich die Dritten qualifizieren

Gegner des 1. Gruppe A

Gegner des 1. Gruppe B

Gegner des 1. Gruppe C

Gegner des 1. Gruppe D

A B C D

3. Gruppe C

3. Gruppe D

3. Gruppe A

3. Gruppe B

A B C E

3. Gruppe C

3. Gruppe A

3. Gruppe B

3. Gruppe E

A B C F

3. Gruppe C

3. Gruppe A

3. Gruppe B

3. Gruppe F

A B D E

3. Gruppe D

3. Gruppe A

3. Gruppe B

3. Gruppe E

A B D F

3. Gruppe D

3. Gruppe A

3. Gruppe B

3. Gruppe F

A B E F

3. Gruppe E

3. Gruppe A

3. Gruppe B

3. Gruppe F

A C D E

3. Gruppe C

3. Gruppe D

3. Gruppe A

3. Gruppe E

A C D F

3. Gruppe C

3. Gruppe D

3. Gruppe A

3. Gruppe F

A C E F

3. Gruppe C

3. Gruppe A

3. Gruppe F

3. Gruppe E

A D E F

3. Gruppe D

3. Gruppe A

3. Gruppe F

3. Gruppe E

B C D E

3. Gruppe C

3. Gruppe D

3. Gruppe B

3. Gruppe E

B C D F

3. Gruppe C

3. Gruppe D

3. Gruppe B

3. Gruppe F

B C E F

3. Gruppe E

3. Gruppe C

3. Gruppe B

3. Gruppe F

B D E F

3. Gruppe E

3. Gruppe D

3. Gruppe B

3. Gruppe F

C D E F

3. Gruppe C

3. Gruppe D

3. Gruppe F

3. Gruppe E

EM 2016: Diese Regeländerungen gelten ab dem 1. Juni

Auch auf dem Rasen gibt es für Schiedsrichter und Spieler bei der EM 2016 einige Regeländerungen, welche sie zu beachten haben. Manche drehen sich um konkrete Aktionen im Spiel, einige eher um das Drumherum oder optische Anpassungen. Bei der EM kommen die Regeländerungen erstmals beim Eröffnungsspiel zwischen Frankreich und Rumänien zum Tragen. Hier ein Auszug aus den gravierendsten und interessantesten Regeländerungen:

  • Verzögern beim Elfmeter: Langsamer werden ist zwar weiterhin erlaubt, jedoch nicht mehr Anhalten. Dies wird in Zukunft mit einer Gelben Karte und einem indirekten Freistoß für den Gegner bestraft.
  • Dreifachbestrafung: In Zukunft soll ein Foul im Strafraum nicht mehr durch Rote Karte, Elfmeter und ein Spiel Sperre bestraft werden. Stattdessen sollen die Schiedsrichter mehr Handlungsfreiheit bekommen: Sollte erkennbar gewesen sein, dass der foulende Spieler im Zweikampf an den Ball kommen wollte, soll in Zukunft nur noch eine Gelbe Karte (nebst Strafstoß) gegeben werden.
  • Platzverweise: Schiedsrichter können nun auch vor Anpfiff Rote Karten erteilen. Allerdings darf die betreffende Mannschaft den verwarnten Spieler noch ersetzen und mit elf Spielern auflaufen.
  • Freistöße: Bei direkten Freistößen vor dem gegnerischen Tor darf es in Zukunft keine "Angriffsmauer" mehr geben. Das heißt, dass sich Spieler der attackierenden Mannschaft nicht mehr in der Mauer tummeln dürfen, nur um den gegnerischen Torhüter zu attackieren.
  • Bei großer Hitze darf der Schiedsrichter die Partie nun mehrfach für Trinkpausen unterbrechen. Die dabei verloren gegangene Spielzeit wird später nachgeholt.
  • Unterbekleidung: Spielhose und Unterhosen müssen in Zukunft die selbe Farbe haben. Bei verschiedenfarbigen Unterhosen innerhalb einer Mannschaft müssen sich die Spieler auf einen Farbton einigen.

EM 2016: Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen nach Terrorattacken

Der 13. November 2015 war ein trauriger Tag für Frankreich und ganz Europa. Während eines Testspiels der französischen Nationalmannschaft gegen Deutschland im Stade de France fanden in der Hauptstadt verheerende Terrorattacken statt, bei denen an mehreren Orten insgesamt 130 Menschen ums Leben kamen. In der Folge rief Staatschef Francois Hollande den Ausnahmezustand aus, der umfassende Anti-Terror-Maßnahmen ermöglicht. Am 10. Mai wurde dieser Zustand auch für die Zeit der EM 2016 in Frankreich verlängert. Sowohl die Europameisterschaft als auch die Tour de France gelten als mögliche Ziele von Anschlägen.

Dementsprechend ist bei der UEFA Euro 2016 in Frankreich mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen zu rechnen, auch wenn diese rund um die Stadien herum sowieso schon stark erhöht gewesen wären.

EM 2016: Neue Trikots des DFB-Teams

Wie es sich für einen Weltmeister gehört - und inzwischen auch bei jedem Großturnier Normalität ist - gibt es auch für die Euro in Frankreich neue Trikots für die deutsche Nationalmannschaft. Die Heim-Jerseys sind dabei sehr klassisch gehalten: Weiße Shirts und schwarze Hosen tragen die Spieler des DFB-Teams. Als farbiges Element auf der Brust gibt es noch ein goldenes FIFA-Weltmeistersymbol auf der Brust.

Alles in allem also ein eher "normales" Design für die Mannen der "Mannschaft", vor allem auch im Vergleich zu den Dressen, mit denen die Deutschen in Brasilien den Titel holten. Im Gegensatz dazu muss man sich an die Optik des Auswärtstrikots erst einmal gewöhnen.

Die bisherigen Fußball-Europameisterschaften im Überblick

Jahr

Gastgeber

Anzahl der Teilnehmer

Sieger

Zweiter

Erstmalige Teilnehmer

1960

Frankreich

4

Sowjetunion

Jugoslawien

Frankreich, Jugoslawien, Sowjetunion, Tschechoslowakei

1964

Dänemark

4

Spanien

Sowjetunion

Dänemark, Spanien, Ungarn

1968

Italien

4

Italien

Jugoslawien

England, Italien

1972

Belgien

4

BR Deutschland

Sowjetunion

Belgien, BR Deutschland

1976

Jugoslawien

4

Tschechoslowakei

BR Deutschland

Niederlande

1980

Italien

8

BR Deutschland

Belgien

Griechenland

1984

Frankreich

8

Frankreich

Spanien

Portugal, Rumänien

1988

BR Deutschland

8

Niederlande

Sowjetunion

Irland

1992

Schweden

8

Dänemark

Deutschland

Russland, Schweden, Schottland

1996

England

16

Deutschland

Tschechien

Bulgarien, Kroatien, Türkei, Schweiz, Tschechien

2000

Niederlande & Belgien

16

Frankreich

Italien

BR Jugoslawien, Norwegen, Slowenien

2004

Portugal

16

Griechenland

Portugal

Lettland

2008

Österreich & Schweiz

16

Spanien

Deutschland

Österreich, Polen

2012

Polen & Ukraine

16

Spanien

Italien

Ukraine

2016

Frankreich

24

Albanien, Island, Nordirland, Slowakei, Wales

Der Spielmodus in 3 Minuten - das erklärt ein Video von explain-it.tv:

Xaver Bitz mit Material von AFP

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Kommentare

BayernChris
(0)(0)

Die Slowakei als Teil der CSSR nahm nicht nur 1960 sondern auch 1976 an der EM teil - und das ziemlich erfolgreich - fragen Sie Uli Hoeneß!

Marwen
(0)(0)

Das mit dem Drittplatzierten ist irgendwie unübersichtlich. Wäre es nicht vielleicht doch besser, dann gleich auf 32 Mannschaften aufzustocken und mit acht Gruppen zu spielen? :-)

Da Gustl
(3)(0)

"Verzögern beim Elfmeter: Langsamer werden ist zwar weiterhin erlaubt, jedoch nicht mehr Anhalten. Dies wird in Zukunft mit einer Gelben Karte und einem indirekten Freistoß für den Gegner bestraft."

Das ist doch schon ewig verboten. Es wird nur nie gepfiffen...

"Platzverweise: Schiedsrichter können nun auch vor Anpfiff Rote Karten erteilen. Allerdings darf die betreffende Mannschaft den verwarnten Spieler noch ersetzen und mit elf Spielern auflaufen."

Generell nachvollziehbar. Aber ich hab noch nie gesehen, dass ein Spieler vor dem Spiel schon etwas rotwürdiges getan hat?! Wichtig ist m.E. Bestrafungen nach dem Spiel, wenn Spieler oder Trainer die Schiedsrichter angehen...

"Freistöße: Bei direkten Freistößen vor dem gegnerischen Tor darf es in Zukunft keine "Angriffsmauer" mehr geben. Das heißt, dass sich Spieler der attackierenden Mannschaft nicht mehr in der Mauer tummeln dürfen, nur um den gegnerischen Torhüter zu attackieren."

Und wie weißt man nach, dass sich die Angreifer nur aus diesem Grund in die Mauer gestellt zu haben? Und meist steht die Mauer so weit vom gegnerischen Tor entfernt, so dass man den Torhüter i.d.R. gar nicht direkt attackieren kann...

"Unterbekleidung: Spielhose und Unterhosen müssen in Zukunft die selbe Farbe haben. Bei verschiedenfarbigen Unterhosen innerhalb einer Mannschaft müssen sich die Spieler auf einen Farbton einigen."

Meinen die tatsächlich jede Unterhose? Also lange Unterhosen müssen schon seit langem die gleiche Farbe wie die Spielhose haben. Und nun soll das auch für normale Unterwäsche, die man i.d.R. nicht zu Gesicht bekommt auch gelten? Was für ein Schwachsinn. Und wie können verschiedenfarbige Unterhosen innerhalb der Mannschaft auftreten, wenn die Unterhosen die Farben der Spielhose haben muss, die bei jedem Spieler gleich ist?