Es geht ums EM-Finale

Schweinsteiger fit, Jogi heiß: Alle gegen les Bleus!

Evian - Frankreich lechzt nach der EM 1984 und der WM 1998 nach dem dritten Heim-Titel. Doch heuer müssen sie dafür erst noch an Deutschland vorbei.

Es werden nicht viele unter den 67.000 Zuschauern im Stade Velodrome am Donnerstagabend der deutschen Elf die Daumen drücken. EM-Gastgeber Frankreich hat im Halbfinale gegen den Weltmeister die ganze Nation im Rücken, schon am Donnerstag hörte man in den in Blau getauchten Gassen von Marseille immer wieder die bekannten „Allez-les-Bleus“-Rufe. Das Land lechzt nach dem dritten Heim-Titel. Bei der EM 1984 und der WM 1998 war den Franzosen dieses Kunststück bereits gelungen, heuer müssen sie dafür erst noch an Jogis Jungs vorbei. Der Weltmeister ist personell zwar gebeutelt, präsentiert sich in diesen Tagen aber als verschworene Einheit. Gemeinsam mit einigen tausend Anhängern, die sich auf den Weg nach Marseille gemacht haben, wollen die DFB-Stars die Franzosen am Donnerstag (21 Uhr, ZDF) ins Tal der Tränen stürzen. „Ich liebe solche K.o.-Spiele“, fiebert Jogi Löw dem Knaller gegen eine ganze Nation entgegen, während Manager Oliver Bierhoff auf die Unterstützung des schmalen, aber stimmgewaltigen deutschen Fanblocks setzt: „Unsere Fans haben uns bisher sehr gut unterstützt.“ Deshalb heißt es am Donnerstag: Alle gegen les Bleus!

Entschlossen voran: Bastian Schweinsteiger meldet sich vor dem Halbfinale gegen Frankreich fit.

Vorweg marschiert der Kapitän. Bastian Schweinsteiger ist nach seiner Außenband-Zerrung rechtzeitig wieder fit geworden. Wie die tz am Donnerstag bereits berichtete, steht Jogi Löw sein emotionaler Anführer beim Giganten-Gipfel wieder zur Verfügung. Der 31-Jährige absolvierte am Donnerstag das komplette Abschlusstraining, nachdem er tags zuvor bereits wieder Laufeinheiten mit dem Ball absolviert hatte. Löw hatte vor Kurzem angekündigt, nur Spieler einsetzen zu wollen, „die 100 Prozent fit sind“. Der Mittelfeldspieler von Manchester United rückt damit am Donnerstag neben Toni Kroos auf die Doppel­sechs und ersetzt den verletzten Sami Khedira. Der 29-Jährige zog sich gegen Italien eine Adduktorenverletzung zu, die DFB-Ärzte arbeiten fieberhaft daran, den Juve-Legionär für ein mögliches Finale wieder fit zu machen.

Nach tz-Infos bleibt das allerdings ein Wettlauf gegen die Zeit, Khediras Chancen stehen nicht sonderlich gut. Doch bis auf ihn und Mario Gomez kann der Bundestrainer auf alle Akteure zurückgreifen, auch Benedikt Höwedes steht ihm zur Verfügung. Der Innenverteidiger absolvierte ebenfalls das komplette Abschlusstraining und wird den gelbgesperrten Mats Hummels ersetzen. Am Dienstag hatte er lediglich im Fitnesszelt trainiert, am Donnerstag gab der Schalker aber grünes Licht.

Das könnte auch sein Vereinskamerad Leroy Sané von Löw erhalten. Die Anzeichen verdichten sich, dass der 20-jährige Flügelflitzer auf der rechten Außenbahn ran darf (tz berichtete am Mittwoch exklusiv). Nicht nur aufgrund der personellen Probleme, sondern auch wegen des Gegners ist der Bundestrainer zu Umstellungen gezwungen. „Frankreich ist schwerer ausrechenbar als Italien“, hatte er erklärt und durchblicken lassen, dass die Dreierkette gegen die Franzosen keine Option sei. Vielmehr will er sich wieder auf das Offensivspiel der eigenen Mannschaft konzentrieren und Angriffszüge entwickeln, wenn es am Donnerstagabend heißt: Alle gegen les Bleus!

Rubriklistenbild: © dpa

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