Der tz-Check

Spanien oder Italien: Wer ist besser für uns?

+
Sergio Ramos (hinten) und Leonardo Bonucci im Duell beim EM-Finale 2012.

München - Heute Abend treffen Spanien und Italien aufeinander und spielen den deutschen Viertelfinal-Gegner bei der EM aus. Wer ist besser für uns? Der tz-Check.

Catenaccio gegen Tiqui-Taca – wenn Italien heute (18 Uhr) auf Spanien trifft, stehen sich nicht nur die zwei Finalisten von 2012 gegenüber, sondern auch zwei Philosophien: die kombinationsstarken Iberer gegen die Defensivspezialisten aus Italien. „Zieht euch einen Helm an“, sollen die Juve-Kicker ihren Ex-Mitspieler Alvaro Morata bereits gewarnt haben. Doch wo sind die Stärken und Schwächen der beiden Top-Teams? Die tz hat die Mannschaftsteile verglichen:

Tor: Bei Spanien hat Neuling David de Gea Rekordnationalspieler Iker Casillas verdrängt. Der 25-Jährige von Manchester United ist mit 1,92 m nur einen Zentimeter kleiner als Manuel Neuer, ihm fehlt es aber (noch) an Ausstrahlung. Sah beim Siegtor der Kroaten im letzten Gruppenspiel nicht gut aus. Und hat bisher nicht bewiesen, dass er auch mal ein Spiel für die Selección gewinnen kann.

Bei Italien steht auch beim achten großen Turnier in Serie Kapitän Gianluigi Buffon im Kasten. Der 38-Jährige ist vor allem als Führungsspieler wichtig, gilt aber auch weiter als starker Rückhalt für die Azzurri. Bislang glänzte Buffon noch nicht mit absoluten Top-Leistungen, wurde allerdings auch kaum gefordert.

Abwehr: Spanien kassierte beim 1:2 gegen Kroatien das erste Gegentor bei einer EM seit 704 Minuten. Die Viererkette mit Juanfran, Sergio Ramos, Gerard Piqué und Jordi Alba ist gesetzt. Kapitän Ramos wirkte jedoch zuletzt übereifrig und nicht fehlerfrei, Piqué musste öfter mal was ausbügeln. Juanfran und Alba, beides gelernte Offensivspieler, sind auf den Außenpositionen stark im Vorwärtsgang.

Italien spielt mit einer Dreierkette, die bei Ballbesitz des Gegners durch die Außenspieler zu einer Fünferkette wird. Die „BBC“-Abwehr aus Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini gilt als stärkster Mannschaftsteil der Azzurri. Allerdings gehen alle drei Verteidiger vorbelastet in die Partie.

Mittelfeld: Sergio Busquets räumt wie bei Barça souverän vor der Abwehr auf. Dreh- und Angelpunkt des 4-3-3 ist Andrés Iniesta mit seiner Pass-Sicherheit und Übersicht. Sein Nebenmann Cesc Fàbregas spielt bisher ein unauffälliges Turnier, als sein Back-up gelten Bayerns Thiago und Koke von Atlético Madrid.

Nach den Ausfällen von Claudio Marchisio und Marco Verratti und der Nicht-Berücksichtigung von Andrea Pirlo gilt das Mittelfeld als Problemzone Italiens. Daniele De Rossi lenkt das Spiel, auf den Halbpositionen sind mit Marco Parolo und Emanuele Giaccherini fleißige und laufstarke Spieler. Das größte Potenzial hat Italien auf den Außen im 3-5-2, obwohl Antonio Candreva ausfällt. Mit Alessandro Florenzi, Stephan El Shaarawy oder Federico Bernardeschi stehen jedoch Alternativen bereit.

Sturm: Auf der Suche nach einem Nachfolger von Villa und Torres hat sich Alvaro Morata mit drei EM-Toren empfohlen. Stark in Form: David Silva von Man­City. Nolito von Celta Vigo zieht oft nach innen und ist ebenso gesetzt.

Nach der Ausbootung von Mario Balotelli fehlt Italien ein echter Torjäger. Gegen Spanien dürften erneut Graziano Pellè und Eder spielen, die gegen Belgien und Schweden trafen.

Und gegen wen wird es nun am leichtesten? Fakt ist: Nach dem Slowakei-Spiel brauchen Jogis Jungs vor niemandem Angst zu haben!

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
FC Barcelona gegen Real Madrid: So endete der Clasico
FC Barcelona gegen Real Madrid: So endete der Clasico
Britischer Fußballskandal: 350 mutmaßliche Missbrauchsopfer
Britischer Fußballskandal: 350 mutmaßliche Missbrauchsopfer

Kommentare