Scout vertreibt TV-Team

Spionage-Alarm beim DFB-Geheimtraining

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Hier trainiert der Weltmeister bei der EM. Das kleine Stadion ist von den Hügeln aus in Teilen einsehbar.

München - Von einigen Stellen der Serpentinen rund um das Gelände ist der Trainingsplatz der deutschen Nationalmannschaft in Teilen einsehbar. Das wissen TV-Teams - und auch die Italiener.

Sie gelten als Angstgegner des Weltmeisters, haben bei großen Turnieren noch nie ein K.o.-Spiel gegen den DFB verloren – und trotzdem schlottern den Italienern die Knie vor der Elf von Jogi Löw. Am Mittwoch schickten sie sogar Spione nach Evian, um das Geheimtraining der deutschen Mannschaft zu beobachten. Spionage-Alarm beim Weltmeister!

Auch am Donnerstag absolvierte das DFB-Team wieder eine Einheit hinter verschlossenen Türen. Aber: Von einigen Stellen der Serpentinen rund um das Gelände ist der Trainingsplatz in Teilen einsehbar, das weiß auch der DFB. Und ist nach der Spionage-Attacke der Italiener noch aufmerksamer geworden. Chefscout Urs Siegenthaler radelte am Donnerstag während des Trainings ums Gelände, um unliebsame Beobachter aus Italien zu vertreiben. Die hatten sich nämlich tags zuvor eingeschlichen und versucht, Spielzüge und taktische Finessen des Weltmeisters zu entziffern. Ob es sich dabei um Journalisten oder Scouts der Squadra Azzura handelte, ist nicht klar – sie suchten rechtzeitig das Weite.

Doch nach tz-Informationen ist Italiens Coach Antonio Conte bekannt dafür, die Gegner mit allen Mitteln unter die Lupe zu nehmen. Nicht umsonst hatte Thomas Müller vor einigen Tagen gesagt: „Die Italiener gehen auch mal in die Grauzone des Erlaubten.“ Nicht nur auf dem Platz.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff reagierte jedoch entspannt auf die große Neugier des nächsten Gegners: „Sie werden keine großen Erkenntnisse aus dem Training gezogen haben, weil wir keine taktischen Spielzüge einstudiert haben. Deshalb sehen wir das ganz gelassen“, sagte der Manager der Nationalmannschaft der tz.

Energisch: DFB-Chefscout Urs Siegenthaler beendet die Dreharbeiten.

Der Weltmeister ist dennoch wachsam. Als am Donnerstag ein Kameramann sein Arbeitsgerät auf dem Hügel mit Blick auf den Trainingsplatz aufbauen wollte, wies Siegenthaler ihn zurecht. Auch aus deutschen Medien sollen die Italiener schließlich kein Anschauungsmaterial erhalten. Besondere Erkenntnisse gab es aus der Einheit ohnehin nicht zu gewinnen. Einzig Thomas Müller übte am Ende fleißig Elfmeter. Den nächsten Strafstoß dürfte also der Bayern-Star schießen …

Sven Westerschulze, Simon Braasch, Thomas Gassmann

Fußball-EM 2016 in Frankreich: Spielplan, Stadien und Themenseite

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