Wir vermissen das ZDF-Duo schon jetzt

TV-Kritik: Au revoir mes Ollis...

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Gespräch unter Experten: Kathrin Müller-Hohenstein interviewt den gesperrten Mats Hummels.

München - Ein letztes Mal überträgt das ZDF ein Spiel dieser EM 2016 live. Zeit für Jörg Heinrich, sein Fazit über die Protagonisten des Senders zu schreiben.

Schon Loriot wusste: "Ein Leben ohne Ollis ist möglich, aber sinnlos." Mit einer spektakulären Übertragung vom Halbfinale gegen Frankreich verabschiedeten sich Deutschlands Lieblings-Ollis Welke und Kahn am Donnerstag von der EM. Nicht alles hat überzeugend funktioniert: Weil der Regisseur Gehirnschluckauf hatte, verpasste das ZDF die ersten zehn Sekunden des Spiels, und zeigte lieber Reklame. Jetzt wollen wir unsere Gebühren zurück! Schlussendlich war man froh, dass es schließlich doch noch losging gegen die Franzosen. Auch sonst gab's Pannen. "Allons enfants de la Patrie", hieß es in der von den Beatles komponierten französischen Hymne - demnach befanden sich schon wieder Kinder auf dem Spielfeld! Ansonsten galt: Au revoir, mes Ollis! Wir verraten, wer uns fehlen wird, und welche Frau nicht.

Oliver Welke: Es war vier Wochen lang eine ziemlich beste Freude mit ihm und seinem Kahn. Auch am Donnerstag, leider zum letzten Mal. Welke spottete übers kultige Busfahren: "Wir sehen, wie die deutsche Mannschaft den für sie zuständigen Bus betritt." Und über Cristiano Ronaldo: "Dieser Mann würde sich auch selber heiraten, wenn's juristisch möglich wäre." Die beiden sind das lustigste Fernsehpaar seit Roger Moore und Tony Curtis in "Die Zwei". Wer erinnert sich nicht an "Ich bin der Danny Wilde, der immer zu den Partys eilt"? Welke über die deutsche Aufstellung, unnachahmlich: "Neuer im Tor, das macht ja sogar Sinn."

Oliver Kahn: Verbarg sein Comedy-Talent 47 Jahre lang erfolgreich, doch bei der EM brach es sich Bahn. Der Taktik-Versteher wusste die richtige Aufstellung wieder vor allen anderen, und hatte zu Recht auf Emre Can gesetzt. Welke verdutzt: "Gib's zu, du hast es gewusst. Du hattest wieder einen Informanten beim DFB. Wer ist dein IM?" Doch ein Kahn braucht keinen IM, er ist quasi Oliver Can höchstpersönlich, und hat beste Drähte zum Jogi. Der Drucktitan schüttete sich aus vor Lachen, als er Lothar Matthäus zitierte: "Ein Lothar Matthäus. Haha, EIN Lothar Matthäus!" Bald wird er Stadien mit seinen Comedy-Shows füllen, und endlich wird kein Mensch mehr von Mario Barth sprechen.

KMH und Stani: Können wir in aller Kürze abhandeln. Die Frau stellte Mats Hummels Gaga-Fragen wie "Sind Sie ein guter Zuschauer?", die sogar Delling peinlich wären. Wir werden sie nicht vermissen, im Gegensatz zu Holger Stanislawski, der laut Welke an seinem Touchscreen mit Jogis Aufstellung zum letzten Mal "Menschenschach" spielte. Stani kehrt nun in seinen Supermarché in Hamburg zurück - und hoffentlich bald auch in den Fußball. Ein frustrierter Ex-Trainer mit Gehirnschluckauf reicht ­dicke.

Béla Réthy: Wie herrlich war das denn? Der ZDF-Sport nahm jegliches Béla-Bashing schon vorweg, und twitterte bereits vor dem Anpfiff selbst alle denkbaren Réthy-Beschimpfungen. "Und das von meinen Gebühren", "Wann geht Béla Réthy endlich in Rente?", "Besser als die Frau". Überragende Maßnahme. Béla selbst war erneut, sagen wir, unterhaltsam. Er erfand den verletzten Mario, äh äh, Gögögomez, und später auch Bastian Steinschweiger. Beim Elfmeter der Franzosen haderte er: "Es war aus dieser Entfernung schwer zu erkennen." Wobei man sagen muss: Für Béla sind Elfmeter aus jeder Entfernung schwer zu erkennen. Und trotzdem: Der Mann bleibt ein Original, und daher der beste Öffi-Kommentator.

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