Nach Deutschlands EM-Aus

tz-Kommentar: Umbauen mit Jogi Löw!

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Bundestrainer Joachim Löw (l., mit Leroy Sane).

Marseille - Nach dem bitteren Aus im EM-Halbfinale muss das DFB-Team sich und sein Spiel weiterentwickeln - und das geht nur mit Jogi Löw als Bundestrainer. Der tz-Kommentar.

Die Enttäuschung nach der ­bitteren Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich stand den Spielern ins ­Gesicht ­geschrieben. Ihr Frust war ­riesig, denn jeder von ihnen wusste: Fußballerisch konnte uns bei diesem Turnier keiner das Wasser reichen.

Trotzdem steht die DFB-Elf nicht im ­Finale, und genau da liegt das Problem: Sie dominiert zwar die Spiele, ­gewinnt sie aber nicht immer. Viele Gegner haben sich inzwischen auf den deutschen Spielstil eingestellt und gestatten Toni Kroos & Co. viel Ballbesitz, aber ­wenig hochkarätige Torchancen. Der Weltmeister muss sein Spiel also wieder weiterentwickeln – und zwar unter Federführung von Jogi Löw!

Der Bundestrainer dürfte selbst ­etwas überrascht gewesen sein, wie rasant die Spekulationen um seine Zukunft plötzlich an Fahrt aufnahmen. Dass es für die ­Mission Titelverteidigung bei der WM 2018 keinen besseren Mann als ihn geben kann, ist klar. Und dass Löw die Situation ähnlich ­einschätzt, ebenfalls.

Ein Kommentar von Sven Westerschulze.

Die EM wurde von ihm als Zwischenschritt für die nächste Weltmeisterschaft angesehen – und lieferte dem Bundestrainer wichtige Erkenntnisse. Allen voran diese: kein Stürmer, keine Tore! Erst mit Mario Gomez kehrte im letzten Gruppenspiel gegen Nord­irland die Power und die Wucht ins deutsche Offensivspiel zurück, die ­gegen tief stehende Gegner unabdingbar ist. Die fehlende Durchschlagskraft im Angriff war auch gegen Frankreich das große Manko, ein Typ wie Gomez wurde schmerzlich vermisst.

4er, zwei Mal die 5! Bilder und Noten zu Deutschland - Frankreich

 Es ist noch nicht lange her, da galt der klassische Mittel­stürmer als ausgestorben. Für eine spielstarke Mannschaft wie den DFB ist er inzwischen ­wichtiger denn je. Doch Gomez ist 2018 bereits 32 Jahre alt, Löw muss einen Nachfolger für den bulligen Knipser finden. Am besten gleich ­mehrere. Dass er das kann, hat er in der ­Vergangenheit oft genug bewiesen. Womit wir bei einer weiteren Erkenntnis dieses Turniers wären: Wir müssen uns trotzdem keine Sorgen um unsere Mannschaft machen! Auf die ­Stützen ist Verlass, die Talente rücken nach. Die zentrale Achse von Neuer über Boateng zu Kroos steht, das Gerüst wird mit Youngstern wie Kimmich oder Sane ­gestärkt. Das Team zählt auch 2018 wieder zu den Mitfavoriten auf den ­Titel. Mit einer modifizierten Spiel­idee. Und mit Jogi Löw.

Sven Westerschulze

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