tz-Redakteur Krammer über den Turnierstart

Kommentar zur EM 2016: Spannende Nebensache

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Die EM kann losgehen!

München - Endlich geht sie los, die Europameisterschaft 2016. tz-Redakteur Ludwig Krammer kommentiert vor dem Turnierstart die möglichen Favoriten, die Außenseiter und die Gefahr durch Terror und Protest.

Das Teilnehmerfeld ist so groß wie nie, die Sicherheitsvorkehrungen ebenfalls – Freitag um 21 Uhr wird sie also angepfiffen, diese Europameisterschaft im protest- und terrorgeprägten Frankreich. Ein Monat Fußball, viereinhalb Wochen Diskussionen um Dreierketten, richtiges Verschieben und falsche Neuner – selten hat der leider in Vergessenheit geratene Begriff von der schönsten Nebensache der Welt besser gepasst als zu diesem Turnier.

tz-Redakteur Ludwig Krammer.

Auch oder gerade deshalb sollte man sich die Vorfreude auf die insgesamt 51 (!) Begegnungen nicht nehmen lassen. Bis auf die Niederlande sind sämtliche großen europäischen Fußballnationen am Start, dazu mit Wales, Albanien, Nordirland, Island und der Slowakei fünf Neulinge, von denen die beiden letzteren durchaus mit dem Achtelfinale rechnen dürfen. Island bringt zudem die pathetischste Hymne an den Start: „Tausend Jahre, ein Blümchen der Ewigkeit mit zitternden Tränen, das zu seinem Gott betet und stirbt.“ Feinfühlige Lyriker, diese Wikinger.

Von den Favoriten wird mehr verlangt werden als zarte Worte. Spanien ist nach dem Vorrunden-Aus in Brasilien ebenso in der Bringschuld wie Italien, dem vor zwei Jahren dasselbe Malheur passierte. Belgien wurde als Geheimfavorit so oft genannt, dass es inzwischen wie ein Running Gag klingt. Bleiben die Haupt-Titelanwärter: Gastgeber Frankreich mit der stärksten und gefestigsten Equipe seit dem Titelgewinn 2000. Und Weltmeister Deutschland, auch ohne Weltklasse-Außenverteidiger mit einem spielerisch beeindruckenden Aufgebot. Am Selbstvertrauen sollte es bei der DFB-Equipe nicht scheitern. Führungskräfte wie Manuel Neuer, Jerome Boateng, Thomas Müller und Toni Kroos reisen mit Double- und Champions-League-Weihen an. Die größte Sieg-Hoffnung ruht freilich auf der Prognose der Kölner Sporthochschule, die mal wieder alles 100 000-mal simuliert hat. Frankreich wird Europameister, sagen die Zahlenfüchse. Vor zwei Jahren in Brasilien ließen sie Deutschland im Halbfinale scheitern. Wenn das kein gutes Omen ist.

Ludwig Krammer

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