Taktik-Umstellung gegen Italien

tz-Kommentar: Löws Mut wird belohnt

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Zeigt es an: Für Joachim Löw war das Spiel gegen Italien Kopfsache.

Bordeaux - Mit seiner taktischen Umstellung gegen Italien hat Joachim Löw viele Experten überrascht. Und laut tz-Redakteur Sven Westerschulze alles richtig gemacht.

Es gehörte schon eine Menge Mut dazu, auch wenn Joachim Löw selbst seine Entscheidung hinterher als das Normalste der Welt abtat. Die ganze Woche über handelte er in dem Bewusstsein, seine Mannschaft neu auszurichten und mit einer Dreierkette anstelle einer Viererkette gegen die Italiener antreten zu lassen. Wie 2012 hatte der Bundestrainer einen klaren Plan, um die unangenehm zu bespielenden Südeuropäer in die Schranken zu weisen. Wie 2012 baute er dafür seine Erfolgs-Elf um. Und wie 2012 wäre er im Falle eines Scheiterns ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Doch das war Löw egal. Mit dem Selbstbewusstsein eines Weltmeister-Trainers hat der 56-Jährige an den Erfolg seiner Strategie geglaubt - und ist für seinen Mut belohnt worden.

Auch wenn es letztlich ein knapper Sieg im Elferschießen war, hat die deutsche Elf spielerisch überzeugt. Die Partie war der beste Beweis dafür, wie Löw das Team seit dem WM-Titel weiterentwickelt hat. Der Weltmeister ist nicht nur in seinem 4-2-3-1-Paradesystem erfolgreich, sondern kann auch auf Schachzüge des Gegners reagieren - und ist nebenbei selbst noch schwerer ausrechenbar geworden. Die neu gewonnene Variabilität darf die Mannschaft gleich am Donnerstag erneut unter Beweis stellen. Denn sowohl Frankreich als auch Island verfolgen eine ganz andere Spielidee als die Italiener. Löw wird sich also wieder was Neues einfallen lassen müssen - und wenn es nur die Rückkehr zum alten System ist.

Sven Westerschulze

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