DFB-Aus wahrscheinlich

War's das mit Kapitän Schweinsteiger?

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Nach 79 Minuten verließ Bastian Schweinsteiger gegen Frankreich entkräftet den Platz.

Marseille - Kapitän Bastian Schweinsteiger lässt seine Zukunft im DFB-Trikot offen. Seine Worte nach dem EM-Aus gegen Frankreich deuten auf Abschied hin. Zunächst sucht er Trost.

Verliert die deutsche Mannschaft zwei Jahre nach Philipp Lahm ihren nächsten Kapitän? Nach dem 0:2 im Halbfinale gegen Frankreich drehte sich vieles um Bastian Schweinsteiger. Nicht nur wegen des Handelfmeters, den der 31-Jährige vor dem 0:1 verschuldete, sondern vor allem wegen seiner Zukunft. 120 Länderspiele hat er in zwölf Jahren DFB absolviert, doch die lange Karriere hinterlässt ihre Spuren. War’s das, Basti?

Als Schweinsteiger nach der Partie gefragt wurde, ob es seine letzte im Trikot des Weltmeisters war, zögerte er zunächst lange. Dann sagte er: „Ich habe schon vor dem Turnier gesagt, dass ich nicht darüber nachgedacht habe. Weil ich wirklich versucht habe, die ganze Energie, die ich noch habe, in das Turnier reinzulegen. Nach zwei Verletzungen war das nicht so einfach. Jetzt muss ich auch erst mal das Ausscheiden verdauen. Es ist natürlich sehr enttäuschend, dass du ausscheidest. Aber ich glaube, der Weg der Mannschaft geht mit Sicherheit weiter. Und bei mir persönlich muss ich erst mal Abstand gewinnen und das in Ruhe überdenken.“

Was wird er alles in diese Gedankenspiele mit einfließen lassen? Klar, da ist die sportliche Situation – aber da ist auch die familiäre Veränderung. Stichwort: „Traumhochzeit in Venedig“. Noch ist alles streng geheim, aber laut Bunte wollen sich Bastian und seine Freundin Ana Ivanovic am Dienstag das Ja-Wort geben. Im mondänen Hotel Aman am Canal Grande, wo die Suite bis zu 4000 Euro die Nacht kostet, soll die Trauung stattfinden, angeblich ist schon die „Tiepolo Suite“ mit Blick auf den Canal reserviert. Die Hochzeitsgäste sollen sich jedenfalls am Montag am Flughafen München einfinden, dann geht’s mit dem Privatflieger ab nach… Na ja, vermutlich eben Venedig.

Müller adelt Schweinsteiger

Dort wird Schweini sicher an die EM zurückdenken. Wie er sich ins Spiel kämpfte, wie er sich – fast wie im WM-Finale 2014 – in jeden Zweikampf reinhaute und die wichtigen Bälle eroberte. „Basti hat die ganzen Zweikämpfe gegen Giroud gut verteidigt. Auch im Spielaufbau hat er die Fäden gezogen. Er hat keine Fehler gemacht“, lobte Thomas Müller seinen Kapitän, der gerade noch fit geworden ist für die EM. Sein siebtes großes Turnier dürfte für Schweinsteiger aller Voraussicht nach das letzte gewesen sein, er beendete es mit einer Bestmarke. 38 Einsätze bei Welt- und Europameisterschaften – so viele kann kein anderer vorweisen. Doch auch das konnte ihn nicht über das enttäuschende Aus hinwegtrösten. „Unser Traum hat sich nicht erfüllt. Wir sind nicht ins Finale gekommen, auf Rio folgte keine weitere magische Nacht. Leider. Im Spiel gegen Frankreich hat uns etwas Entscheidendes gefehlt: das nötige Quäntchen Glück. Aber Niederlagen gehören dazu, auch wenn sie schmerzen“, schrieb der Anführer des DFB-Teams gestern in einem offenen Brief an die Fans des Welmeisters.

Nach 79 Minuten verließ er am Donnerstag entkräftet den Platz. Um seine Nachfolge muss man sich keine Sorge machen. Mit Toni Kroos, Sami Khedira und Ilkay Gündogan verfügt der Weltmeister über drei herausragende defensive Mittelfeldspieler. Und mit Manuel Neuer über einen würdigen Kapitän.

Sven Westerschulze

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