Verletzungspech macht's möglich

EM-Halbfinale: Diese deutschen Reservisten rücken in den Fokus

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Meldet sich für Donnerstag einsatzbereit: EM-Debütant Weigl, vor einem Jahr noch beim Zweitligisten TSV 1860.

Evian-les-Bains – Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez sind verletzt, Mats Hummels gesperrt -vor dem Halbfinale gegen Frankreich könnte jetzt die Stunde der bisherigen Reservisten schlagen.

„Wenn man nicht spielt, habe ich extrem Bock aufs Training. Das ist dann mein Spiel, mein Moment, der zählt.“ So hatte Julian Weigl vor zwei Wochen in einer Interviewrunde erzählt, wie man als Reservist sich in einem Turnier verhält. Er war als junger Stammspieler von Borussia Dortmund in den EM-Kader aufgenommen worden, daher musste er erst einmal „ein bisschen umschalten im Kopf“, dass sein Status im Nationalteam ein anderer sein würde. „Aber das fällt einem nicht schwer, wenn man sich ins Gewissen ruft, wer hier alles dabei ist.“ Doch das sind auf einmal nicht mehr so viele. Und vor allem: Der verletzungsbedingte Kahlschlag findet im zentralen Mittelfeld statt – auf der Sechser-Position. Auf seiner. Und auf einmal und wenn neben Khedira auch Bastian Schweinsteiger nicht wird spielen können, steht der 20 Jahre alte Weigl, vor gut einem Jahr noch Zweitligaspieler des TSV 1860, in einem EM-Halbfinale.

Kimmich als Sechser schließt Löw aus

Julian Weigl oder Emre Can – diese Alternativen hat Joachim Löw. Joshua Kimmich könnte zwar auch auf der Sechs antreten, doch diese Variante schließt der Bundestrainer aus: „Höchstens mal, wenn wir in einem Spiel umstellen müssten.“ Grundsätzlich soll der Bayern-Youngster weiter auf der rechten Abwehrseite spielen, klassisch in der Vierer- oder vor einer Dreierkette.

Can war einige Zeit Löws präferierte Lösung für die rechte Abwehrseite, doch die Tests fielen nicht überzeugend aus. Im EM-Kader steht Can, weil er zu den ausgewiesenen deutschen Talenten gehört, variabel ist und beim FC Liverpool schon ein tragender Spieler – im Mittelfeld. Sein Plus außerdem laut Löw: „Körperlich stark, er hat mich im Training überzeugt.“

Und Kandidat Weigl? Löw: „Löst die Dinge anders, stellt Passwege zu, ist unglaublich oft am Ball.“ Gute Techniker seien sie beide, Can wie Weigl, „die Zeit der Abräumer im Mittelfeld ist vorbei“.

Götze könnte Gomez im Sturm ersetzen - Thomas Müller auch

Eine Grundsatzfrage gilt es auch in der Angriffsspitze zu lösen. Entweder reaktiviert Löw das System mit der „falschen Neun“: Dafür steht Mario Götze, „immer gut anspielbar, der Mann für die Zwischenräume“. Allerdings wurde Götze weder gegen die Slowakei noch Italien berücksichtigt – wieder einmal stockt die Karriere. Thomas Müller durchlebt derzeit zwar eine Art Torabschlusskrise, doch er ist als Stammspieler unumstritten, weil er arbeitet, anfeuert, und es eben drauf hat, „weite Wege und in die Spitze zu gehen“, so Löw.

Thomas Müller wird gegen Frankreich auf alle Fälle spielen, möglicherweise mit Mario Götze zusammen. „Vielleicht spielen wir mit zwei Stürmern“, sagt Löw. Bewerbungen nimmt er im Training entgegen.

gük

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