Angstgegner bangt um De Rossi

Löw: "Wir haben kein Italien-Trauma"

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Für Joachim Löw ist das Gerede vom Angstgegner Italien kalter Kaffee.

Paris - Joachim Löw will Geschichte schreiben. Im Viertelfinale gegen Italien plant er den ersten Sieg einer DFB-Elf gegen den Angstgegner bei einer WM oder EM. Dabei helfen soll die beste Elf.

Vier Tage vor dem Klassiker gegen Italien hat Joachim Löw die deprimierende deutsche Turnierbilanz gegen den Angstgegner beiseite gewischt. „Wir haben kein Italien-Trauma. Die Vergangenheit ist kalter Kaffee“, sagte der Bundestrainer am Dienstag in Évian. Er blickt der Herausforderung im Viertelfinale am Samstag (21.00 Uhr) in Bordeaux mit einem „guten Gefühl“ entgegen. „Wir müssen ein bisschen tüfteln im Trainerteam“, sagte Löw zum Matchplan, um erstmals bei einer EM oder WM Italien zu schlagen. Den Spielern gab er noch mal trainingsfrei.

Andrang in der medizinischen Praxis des DFB-Teams

Trotz des Relax-Tages suchten die angeschlagenen Akteure die medizinische Praxis im Teamhotel an der Avenue du Léman am See auf. Erneut wurde Jérôme Boatengs rechte Wade intensiv behandelt. Auch Sami Khedira, Mats Hummels und Julian Draxler ließen sich pflegen. Dass Löw trotz der „kleineren Blessuren“ bei seinem Personal davon ausgeht, dass er am Samstag gegen die Squadra Azzurra seine Wunschelf auf den Rasen schicken kann, hängt auch wesentlich mit dem Ärzte-Team zusammen. „Mein Vertrauen ist immens groß in unsere Physiotherapeuten und Ärzte“, betonte Löw im Basisquartier am Genfer See.

Beim Gegner bangt Trainer Antonio Conte um Daniele De Rossis Einsatz. Der Mittelfeldspieler hatte gegen Spanien (2:0) eine Hüftverletzung erlitten und setzte am Dienstag mit dem Training aus. Eine Untersuchung sollte Klarheit darüber bringen, ob De Rossi gegen die DFB-Auswahl auflaufen kann. Das wäre wichtig, denn Italien fehlt in Thiago Motta der zweite zentrale Mittelfeldakteur im Kader wegen einer Gelbsperre. Notfalls müsste Conte das Spielsystem wechseln.

Bilder: Hier residiert das DFB-Team während der EM 2016

Gute Nachrichten erhielt Felix Brych. Der Unparteiische aus München bekam nach seinen bisher guten EM-Leistungen ein weiteres wichtiges Spiel anvertraut. Der Deutsche leitet das Viertelfinale Polen gegen Portugal am Donnerstag in Marseille, teilte die UEFA in Paris mit. Für den 40-Jährigen ist es bereits der dritte Turnier-Einsatz. Brych hatte in der Gruppenphase die Spiele England gegen Wales (2:1) und Schweden gegen Belgien (0:1) geleitet und wurde gut beurteilt.

Bei den im Achtelfinale gescheiterten Nationen England und Spanien setzte am Tag danach die Trainersuche ein. Englands Coach Roy Hodgson war unmittelbar nach der 1:2-Blamage gegen Island von seinem Posten zurückgetreten. Beim entthronten Titelverteidiger ließ Vicente del Bosque seine Zukunft zwar offen, es wird aber erwartet, dass auch er sein Amt zur Verfügung stellt. Einen klaren Favoriten für die Nachfolge gibt es derzeit aber weder in England noch in Spanien.

Alle Entwicklungen rund um die EM 2016 gibt's hier im Live-Ticker!

dpa

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