Zukunft der DFB-Auswahl

Fragen nach EM-Aus: Was macht Löw? Welche Talente kommen nach?

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Hat seine Stars im Griff: Bundestrainer Joachim Löw (2. v. r.) muss Mario Gomez (l.) und Shkodran Mustafi zurückhalten.

Marseille - Die DFB-Auswahl verpasst das EM-Finale und damit auch den vierten kontinentalen Titel. Wie geht es nun weiter? Die tz schaut in die nahe Zukunft des Weltmeisters.

Der Traum vom Titel platzte so kurz vorm Finale. Auf den nächsten EM-Triumph muss der DFB mindestens vier weitere Jahre warten, doch 2018 steht die WM in Russland auf dem Programm. Die tz hat nach dem Aus die wichtigsten Zukunftsfragen zusammengefasst:

Wie geht es mit Löw weiter?

Ein Rücktritt des Bundestrainers ist kein Thema. Warum auch? Seit er nach der WM 2006 zum Chefcoach aufstieg, führte er die DFB-Elf bei jedem großen Turnier mindestens ins Halbfinale. Löw ist einer von nur vier Trainern, der die WM-Trophäe holte - und sich nach seinem Urlaub mit der Titelverteidigung befassen wird. Der 56-Jährige hat noch einen Vertrag bis nach der WM 2018 in Russland, selbst eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen. DFB-Präsident Reinhard Grindel hatte zuletzt bereits betont, die Zusammenarbeit mit Löw weiter auszudehnen: "Selbstverständlich wünsche ich mir, dass wir noch sehr lange mit ihm zusammenarbeiten. Wenn der Bundestrainer nach der EM auf mich zukommt und über eine Vertragsverlängerung reden möchte, werden wir uns zusammensetzen." Auch die Kontrakte von Löws Trainerteam um die beiden Assistenten Thomas Schneider und Marcus Sorg sowie Torwarttrainer Andy Köpke sind bis 2018 datiert. Bei seiner bislang letzten Vertragsverlängerung im März 2015 hatte Löw gesagt: "Herz und Hirn haben gleichermaßen Ja gesagt."

Welche Spieler beenden jetzt ihre Karriere in der Nationalmannschaft? 

Ein Umbruch ist nicht nötig, der deutsche Kader war der jüngste dieser EM. Zwar hat noch kein Spieler seinen Rücktritt angekündigt, doch gerade bei Bastian Schweinsteiger oder Lukas Podolski drängt sich diese Frage auf. Die beiden Urgesteine sind seit 2004 dabei, der Kölner spielt auf dem Platz bei Löw seit längerem nur noch selten eine Rolle. "Die WM 2018 in Russland wäre mein neuntes Turnier, davor käme noch der Confed Cup. Da ich inzwischen Familie habe, muss ich mir schon gut überlegen, wie es weitergeht", sagte Poldi vor kurzem der Sport Bild. Bei Schweinsteiger ist abzuwarten, ob sein Körper nach dieser neuerlichen Turnier-Tortur überhaupt noch mitspielt. Der 31-Jährige plagte sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verletzungen herum, in Freundschaftsspielen verzichtete Löw oft sogar freiwillig auf seinen Kapitän. Zudem ist die Mannschaft auf seiner Position gut besetzt, neben Toni Kroos und Sami Khedira spielt mit Ilkay Gündogan ein weiterer defensiver Mittelfeldmann auf Weltklasse-Niveau.

Welche jungen Spieler kommen für die WM 2018 in Frage?

Sorgen muss man sich um den Weltmeister nicht machen, das hat Löw mit seiner Kadernominierung bei diesem Turnier schon bewiesen. Mit Joshua Kimmich (21), Julian Weigl (20), Leroy Sane (20) und Jonathan Tah (20) hat der Bundestrainer vier bundesligaerfahrene Youngster mit nach Frankreich genommen, Leverkusens Julian Brandt (20) schaffte es immerhin in den vorläufigen Kader. Auch Julian Draxler ist gerade mal 23 Jahre alt. Ihnen gehört die Zukunft, ebenso wie Leon Goretzka (21) und Max Meyer (20). Die beiden Schalker bestritten bislang ein Länderspiel, stehen bei Löw aber auf dem Zettel. Dazu kommen Spieler wie Marco Reus, Antonio Rüdiger und Gündogan, die die Euro verletzungsbedingt verpassten. Das Gerüst für die WM 2018 steht schon jetzt, an den (personellen) Feinheiten wird Löw in den kommenden zwei Jahren nun feilen.

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