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EM 2020: Die nächste Europameisterschaft in 13 Ländern

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Die EM 2020 wird in 13 europäischen Ländern ausgetragen.

München - Die EM 2020 findet in 13 Ländern in Europa statt. Alle Informationen zu Termin, Austragungsorten, Stadien und Spielplan.

Die EM 2020 wird eine Europameisterschaft im wahrsten Sinne des Wortes. Das Turnier wird nämlich in 13 europäischen Ländern ausgetragen - auch in Deutschland. 

Fans werden sich im Vergleich zur EM 2016 an einige Neuerungen gewöhnen müssen. Hier erfahren Sie die wichtigsten Fakten zur EM 2020.

EM 2020: Warum findet die Europameisterschaft in 13 Ländern statt?

Die Idee eines paneuropäischen EM-Turniers geht auf den früheren UEFA-Präsidenten Michel Platini zurück. Im Juni 2012 hatte der Franzose erstmals vorgeschlagen, das 60-jährige Jubiläum des Turniers 2020 im Rahmen einer "Euro für Europa" zu feiern. Zudem argumentierte Platini, dass es gerechter wäre, Kosten und Organisation einer EM auf mehrere Länder zu verteilen.  "Wir spielen in zwölf Städten in zwölf verschiedenen Ländern, dann muss jedes Land nur noch ein Stadion und einen Flughafen bauen. Ich glaube, das ist eine großartige Idee während der Wirtschaftskrise." Den Fans könne man das Pendeln zwischen mehreren Länder auch zumuten, meinte Platini: "Es gibt Low-Cost-Airlines, das ist doch heute kein Problem mehr."

Was Platini damals nicht sagte: Die als politische Einigungsinitiative verkaufte Multi-Gastgeber-EM 2020 war eine sportpolitische Notlösung. Als ernsthafte Kandidaten boten sich nur Irland/Schottland/Wales sowie Aserbaidschan/Georgien an - keine seriösen Alternativen für ein gerade auf 24 Teilnehmer aufgeblähtes Premiumprodukt. Mit der Türkei als potenziellem Gastgeber soll es nach den Vergabeniederlagen für 2012 und 2016 zu Spannungen auf Funktionärsebene gekommen sein.

Platini konnte den kontinentalen Fußballverband offenbar mühelos vom Plan einer paneuropäischen EM 2020 überzeugen. Auf einer Webseite der UEFA, die mittlerweile offline ist, wurde im Dezember 2012 verkündet: "Nachdem die Reaktionen der in der Zwischenzeit konsultierten UEFA-Mitgliedsverbände äußerst positiv ausgefallen waren, entschied sich die Exekutive in Lausanne für dieses innovative Konzept."

Zuspruch für das Konzept einer paneuropäischen EM 2020 kam unter anderem auch von Karl-Heinz Rummenigge, dem Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München. Wie er im Dezember 2012 der "tz" erklärte, überzeugte ihn vor allem die Kostenverteilung: "Wenn man es dann so macht, dass du vielleicht ein paar Spiele in München und ein paar in Berlin hast, ein paar in Madrid und vielleicht in Mailand, also die großen und berühmten Stadien in Europa nutzt, dann brauchst du keine Infrastruktur zu schaffen. Du reduzierst die Kosten einer Europameisterschaft auf ein erträgliches Maß.“ Zudem hätte das Ganze eine politische Dimension. "Es wäre ein Zeichen, dass wir mittlerweile ein vereinigtes Europa sind." In diesem Gespräch kündigte Rummenigge auch gleich an, dass er eine Bewerbung der Münchner Allianz Arena als Austragungsort der EM 2020 unterstütze: "München hat so eine entspannte Atmosphäre, wir haben dieses wunderbare Stadion. Ich höre von vielen Kollegen, das wäre das schönste und das von der Infrastruktur her bestens funktionierende Stadion der Welt. Und ich glaube, darauf kann München auch stolz sein. Wir vom FC Bayern sind es zumindest." 

Gut möglich, dass im Zusammenhang mit der Allianz Arena als Spielort für die EM 2020 wieder Diskussionen mit dem FC Bayern vorprogrammiert sind. Aber dazu kommen wir noch...  

EM 2020: Termin der  Europameisterschaft

Noch gibt es keinen offiziellen Termin für das Eröffnungsspiel, die Partien und das Finale. So viel steht bereits fest: Die EM 2020 soll - wie bei jeder Europameisterschaft gewohnt - im Juni und Juli 2020 stattfinden.

EM 2020: Die Austragungsorte und Stadien der Europameisterschaft

Bei der Vergabe der Austragungsorte und Stadien für die EM 2020 ging es um 12 Standardpakete: Die UEFA vergab je ein Paket mit drei Gruppenspielen und einem Play-Off-Spiel. Und es gab noch ein Finalpaket mit den Halbfinals und dem Finale.

Am 19. September 2014 vergab die UEFA die Austragungsorte der EM 2020:

Das Finale und die Halbfinals der EM 2020 steigen im Wembley Stadion in London.

Die Allianz Arena in München wird drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale austragen. Qualifiziert sich Deutschland für die EM 2020, sind zwei Gruppenpartien der DFB-Elf in der Allianz Arena garantiert.

Hier finden Sie alle Austragungsorte und Stadien der EM 2020 im Überblick:

Finale und Halbfinals der EM 2020

Land

Stadt

Stadion

Plätze

England

London

Wembley Stadion

90.000

Viertelfinale und drei Gruppenspiele der EM 2020

Land

Stadt

Stadion

Plätze

Aserbaidschan

Baku

Baku Olympiastadion (Neubau)

68.000

Deutschland

München

Allianz Arena

67.812

Italien

Rom

Olympiastadion

72.698

Russland

Sankt Petersburg

Gazprom Arena

69.501

Achtelfinale und drei Gruppenspiele der EM 2020

Land

Stadt

Stadion

Plätze

Belgien

Brüssel

Neues Nationalstadion (Neubau)

60.000

Dänemark

Kopenhagen

Telia Parken

38.076

Irland

Dublin

Aviva Stadion

51.700

Niederlande

Amsterdam

Amsterdam Arena

52.960

Rumänien

Bukarest

Neues Nationalstadion (Neubau)

65.000

Schottland

Glasgow

Hampden Park

52.500

Spanien

Bilbao

Estadio de San Mamés

50.000

Ungarn

Budapest

Neues Nationalstadion (Neubau)

65.000

Eigentlich war Deutschland mit der Allianz Arena als Stadion für das Finale der EM 2020 im Rennen. Letztlich zog der DFB die Bewerbung für das Endspiel aber zurück. Denn: Der DFB will unbedingt die EM 2024 nach Deutschland holen. Da es als unwahrscheinlich gilt, dass ein Land sowohl das EM-Finalpaket als auch die EM 2024 zugesprochen bekommt, signalisierte der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im Vorfeld der Vergabe der Austragungsorte, dass der deutsche Verband den Engländern in Sachen Finalpaket entgegenkommen könnte. Dafür könnte die FA wiederum im Rahmen eines Deals dem DFB in Sachen EM 2024 in Deutschland den Rücken stärken. 

Über die Vergabe der EM 2024 wird die UEFA 2017 entscheiden.

EM 2020: Die Qualifikation zur Europameisterschaft

Die Qualifikation zur EM 2020 wird ziemlich unübersichtlich. In zehn Gruppen sollen sich die jeweils zwei besten Teams direkt qualifizieren. Vier weitere Plätze werden erst drei Monate vor dem Turnier vergeben - über Playoffs in den verschiedenen Divisionen der neuen "Nations League" (Nationenliga), die 2018 startet - einem weiteren Wettbewerb, den Ex-Präsident Michel Platini so gerne haben wollte. Im Rahmen dieses neuen Wettbewerbs können Mannschaften auf- und absteigen. In ungeraden Jahren wird ein Sieger gekürt, außerdem ersetzt der Wettbewerb den Großteil der Freundschaftsspiele. Die UEFA Nations League findet von September bis November 2018 statt. Die Quali-Spiele für die EM 2020 werden zwischen März und November 2019 ausgespielt. Die anschließenden Play-offs finden im März 2020 statt.

Laut der UEFA-Homepage läuft die Qualifikation für die EM 2020 folgendermaßen ab:

  • Der Sieger und Zweitplatzierte aller zehn Euro-Qualifikationsgruppen erhalten automatisch ein Ticket für die Endrunde der EM 2020
  • Die vier verbleibenden Startplätze für die EM 2020 werden über die Play-off-Runde ermittelt, welche im März 2020 ausgetragen wird. Basierend auf den Ergebnissen der UEFA Nations League werden 16 Mannschaften an den Play-offs teilnehmen.
  • Die Auslosung der EM 2020 wird nach Beendigung der UEFA Nations League vorgenommen. Die Teilnehmer am Final Four-Turnier der UEFA Nations League werden in Gruppen mit je fünf Teams gelost.

Hinsichtlich der Play-offs entschied das Exekutivkomitee:

  • Die vier Gruppensieger jeder Liga (16 Teams) qualifizieren sich für die Play-offs.
  • Ist ein Gruppensieger bereits über die European Qualifiers für die Endrunde qualifiziert, rückt bzw. rücken die in der Liga nächstbestplatzierte(n) Mannschaft(en) nach.
  • Playoff-Plätze können an tiefere Ligen gehen, falls weniger als vier Teams für die Playoff-Qualifikation in Frage kommen.
  • Während der Play-offs geht es im K.-o.-System weiter (zwei Halbfinals und ein Endspiel).

EM 2020: Der Spielplan der Europameisterschaft

Der Spielplan zur EM 2020 wird erst feststehen, wenn alle Qualifikationsspiele abgeschlossen sind und die 24 Teilnehmer feststehen. Der Spielplan mit allen Begegnungen und Austragungsorten wird also voraussichtlich im November oder Dezember 2019 feststehen.

Zuvor gibt es aber noch einiges zu klären. Erst im Dezember 2016 wird das Exekutivkomitee der UEFA beraten, wie der Spielplan für die EM 2020 genau aussehen soll. Gesucht wird auch noch der Ort des Eröffnungsspiels. Die EM 2020 im Land des Titelverteidigers zu eröffnen, ist nicht möglich. Die Finalisten 2016, Frankreich und Portugal, gehören nicht zu den diversen Ausrichterländern. Favorit für das Eröffnungsspiel ist nun die belgische Hauptstadt Brüssel als symbolische Hauptstadt der europäischen Einigung.

EM 2020 in Deutschland: Heißt die Allianz Arena in München dann "Münchner EM-Stadion"?

Wird die Allianz Arena als eines der Stadien der EM 2020 in "UEFA EM-Stadion München" umbenannt? Auch wenn Bayern-Boss Rummenigge die Bewerbung der Allianz Arena für die EM 2020 vehement unterstützte, dürfte dem FC Bayern daran gelegen sein, dass das Logo ihres Werbepartners zur Europameisterschaft erhalten bleibt.

Im Vorfeld der WM 2006, bei der die Allianz Arena auch als Spielort fungierte, gab es wegen der Namensgebung offenbar Krach zwischen dem damaligen Bayern-Boss Uli Hoeneß und der ARD. Das berichtet der Journalist Thilo Komma-Pöllath (schrieb unter anderem für "SZ-Magazin", "Stern", "Playboy" und "FAS"). In seiner galligen Hoeneß-Biographie "Die Akte Hoeneß. Portrait eines Potentaten" schreibt er: 

"Die ARD, immer wieder von Schleichwerbungsskandalen heimgesucht, sensibilisierte ihre Reporter im Vorfeld der Fußball-WM in Deutschland auf den Terminus 'Münchner WM-Stadion'. Hoeneß war außer sich, polterte am Telefon gegen den Sport-Koordinator des Senders und drohte damit, dass seine Bayern-Spieler für Interviews nach den Ligaspielen nicht mehr zur Verfügung stünden, wenn sich das nicht ändere. Seitdem heißt das 'Münchner WM-Stadion' auch in der ARD wieder 'Allianz Arena'."

Tatsache ist: Weil die Allianz kein Werbepartner der FIFA war, wurde das Stadion vor der WM 2006 in "FIFA WM-Stadion München" umbenannt und der Allianz Arena-Schriftzug vom Stadion demontiert. Während des Turniers war das Logo am Haus der Kunst in München angebracht.

Gut möglich, dass das Logo der Allianz Arena während der EM 2020 wieder abmontiert und das Stadion in "UEFA EM-Stadion München" umbenannt wird. Es sei denn, die Allianz gehört 2020 zu den Werbepartnern des kontinentalen Fußballverbandes UEFA.

Das sind die 13 Stadien der EURO 2020

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