Internationale Pressestimmen

"Fehlende Treffsicherheit vor Tor war alarmierend"

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Haben endlich ihr wahres Gesicht gezeigt: Sami Khedira (l.) und das DFB-Team verbreiten wieder Angst und Schrecken.

München - Die internationale Presse überschlägt sich nach dem Sieg über Nordirland mit Lob für die DFB-Elf. Aber auch eine Schwäche rückt in den Fokus. Auch Kroaten feiern.

Der finale Spieltag in den Gruppen C und D hatte einiges zu bieten. Neben Deutschland feiern auch die Nordiren, die Polen und ganz besonders die Kroaten. In Spanien sind die Medien dagegen etwas verkatert - trotz des Einzugs ins Achtelfinale. Die internationalen Pressestimmen zu den Dienstagsspielen.

Pressestimmen zu Nordirland - Deutschland (0:1)

Belfast Telegraph: "Party in Paris! Nordirland erkämpft sich einen Platz in den Top 16. Es war schon fast Mitternacht, als die Jubelgesänge noch immer durch die Straßen von Paris hallten."

Nordirland schreibt Fußballgeschichte.

The Irish News: "Ein magischer McGovern beschert Nordirland den Einzug in die nächste Runde!"

Ulster Star (alle Nordirland): "Nordirland ist in der nächsten Runde! Torhüter Michael McGovern wird zum Helden, er rettet mehrmals gegen die deutschen Weltmeister und den Nordiren damit die so wichtige Tordifferenz."

Marca: "Mit einem echten Neuner ist alles viel einfacher für Deutschland. Torhüter McGovern verhinderte eine skandalöse Niederlage mit einem deutschen Torfestival. Löw lag goldrichtig mit der Aufstellung von Mario Gomez und Joshua Kimmich. Deutschland war gegen Nordirland wieder die Dampfwalze. 'Die Mannschaft' ist wieder aufgestanden."

AS: "Deutsche Pünktlichkeit. Deutschland erscheint immer im passenden Moment. Der nordirische Torwart hätte beim Verlassen des Stadions Lotterielose kaufen müssen - es war sein Glückstag. Deutschland tanzte mit Nordirland. Es war Deutschland wie man es seit ewigen Zeiten kennt. Das macht einem Angst - ein bisschen auf jeden Fall."

Sport: "Deutschland reichte ein Tor, um Gruppensieger zu werden. Alarmierend war allerdings die fehlende Treffsicherheit vor dem Tor."

El Mundo Deportivo: "Der deutsche Motor läuft wieder im alten Stil. Der Weltmeister ließ das Tiki-Taka links liegen und spielte mit einem Mittelstürmer wie in alten Zeiten. Die deutsche Dominanz war erdrückend."

El Pais (alle Spanien): "Es war ein deutscher Monolog mit über 70 Prozent Ballbesitz. Das Spiel fand exklusiv in der nordirischen Spielhälfte statt. McGovern war allgegenwärtig."

Presse: "Großchancen, Gomez, Gruppensieg"

L'Equipe: "Deutschland antwortet den nodirischen Fan-Gesängen in einem einstimmigen Chor. Schweinsteiger ist in die nordirische Fankurve gegangen und hat den Daumen gehoben. Die nordirischen Fans waren präsenter als ihre Mannschaft. Das enge Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nie und nimmer wider."

Le Parisien: "Nach den bisherigen Ergebnissen nähert sich Nordirland bei seiner ersten EM-Teilnahme überhaupt einem Duell mit Frankreich. Die Deutschen waren erschreckend schwach im Ausnutzen ihrer Torchancen."

Ouest France (alle Frankreich): "Deutschland hat seine Favoritenrolle bestätigt. Das 1:0 täuscht. Deutschland hat alle Kritiker widerlegt, die das Offensivspiel kritisiert haben. Torhüter McGovern hat einen Zusammenbruch verhindert."

Gomez trifft beim Chancen-Festival gegen Nordirland: Eine 1 und vier 2er

Pressestimmen zu Ukraine - Polen (0:1)

Gazeta Wyborcza: "Blaszczykowski hat uns gerettet. Es kann sein, dass Blaszczykowski für den Helden des 21. Jahrhunderts steht. Er jammert nie."

Super Express: "Das weiß-rote Velodrome und König Blaszczykowski! Wir spielen weiter!"

Fakt (alle Polen): "Bravo, Polen! Jetzt ist der Plan einfach! Du musst die Schweiz besiegen!"

Fakty i kommentarii: "Auch das dritte Gruppenspiel verliert die ukrainische Mannschaft. Unser Team muss Frankreich jetzt ohne einen einzigen Punkt verlassen."

Sewodnja (beide Ukraine): "Die ukrainische Mannschaft erlebt seine dritte und letzte Niederlage bei der EM. Insgesamt machte die Ukraine ein gutes Spiel, spielte viel besser als gegen Nordirland."

L'Equipe: "Die Zeit des eisernen Vorhangs ist zurückgekehrt. Glücklicher Sieg über die Ukraine, aber Lewandowski und Co. haben in drei Spielen kein Gegentor kassiert. Die Ukraine war bei der EM nur ein Lufthauch."

Le Parisien (beide Frankreich): "Dank des Erfolges über die Ukraine hat sich Polen erstmals für eine K.o.-Runde bei der EM qualifiziert. Polen hat Deutschland aufgrund der mangelnden Torausbeute - vor allem Lewandowski enttäuschte - den ersten Platz der Gruppe C überlassen müssen."

Pressestimmen zu Kroatien - Spanien (2:1)

Marca: "Spanien patzt und gerät dadurch in ein EURO-Schlamassel. Ramos vergeigt einen Elfmeter, der das Schicksal Spaniens hätte verändern können. Ein Schlag ins Gesicht der Euphorie. Wir sind wieder auf der Erde. Spanien hat den schwersten Weg ausgewählt. Erster Halt: Italien."

AS: "Kroatien führt uns auf die dunkle Seite des Spielplans. Spanien biegt in die Todesroute ab. Spanien war durch Iniesta verwöhnt. Mit seinem Leistungsabfall baute auch die Mannschaft ab. Mit diesem Ergebnis sind wir mitten im Minenfeld gelandet."

Sport: "Niemand hätte diesen Rückschlag erwartet. Man hat sich das Leben selber schwer gemacht. De Gea hätte bei beiden Toren mehr machen können."

El Mundo Deportivo: "Spanien hat sich selber in den Fuß geschossen. Spanien ist bei der ersten ernsten Prüfung der Europameisterschaft durchgefallen. Man muss jetzt nicht pessimistisch sein, aber es kommen erste Zweifel auf.

El Pais (alle Spanien): "Eine schallende Ohrfeige für Spanien. Es ist nichts verloren, aber Spanien ist die Welt auf den Kopf gefallen."

Slobodna Dalmacija: "Das Zocken von Cacic öffnete uns den Weg in Richtung Finale."

Jutarnji List: "Die Furie gestürzt. Das Wunder von Bordeaux."

24sata: "Viva Croatia."

Vecernji List (alle Kroatien): "Mächtiges Kroatien."

Gazzetta dello Sport: "Mamma mia, la Spagna! Kroatien bringt die Azzurri zur Herausforderung gegen die Meister. Eine Überraschung, auf die wir gern verzichtet hätten. Kroatien hat massenhaft Talent und ist bei dieser EM zu einem gefährlichen Gegner geworden."

Corriere dello Sport: "Ein Duell gegen die Europameister. Die Azzurri stehen vor einer schwierigen Hürde. Und sollten sie weiterkommen, besteht die Gefahr, im Viertelfinale gegen den Weltmeister Deutschland antreten zu müssen. Spanien ist ein zäher Rivale, den wird jedoch mit Tempo und Aggressivität, unseren besten Waffen, besiegen können."

Tuttosport: "Ein Augenblick genügt, um das Schicksal zu wenden. Perisics Tor drei Minuten vor dem Ende beschert Kroatien Platz eins in der Gruppe und verurteilt Italien zu einem Duell mit Europameister Spanien. Die Azzurri haben jetzt die Chance zur Revanche nach der Niederlage gegen die Spanier vor vier Jahren."

La Repubblica: "Also werden wir gegen Spanien spielen müssen! Es wird zwar hart, gegen Kroatien wäre es jedoch noch schlimmer gewesen. Wir müssen uns bei den Kroaten bedanken, weil sie die unzähligen Grenzen - vor allem in der Abwehr - der Spanier ans Licht gebracht haben."

La Stampa (alle Italien): "Italien gegen Spanien, ein schreckliches Achtelfinale, eine Wiederholung des Duells von 2012."

L'Equipe: "Kroatien vernebelt Spanien. Spanien ist wieder auf die Erde zurückgekehrt. Ramos, der einen Elfmeter vergab, war nicht anwesend."

Le Parisien: "Kroatien bestraft Spanien. Die Rakitic-Bande hat den Triumphmarsch der Rojas zerpulvert."

Courrier de l'Ouest (alle Frankreich): "Kroatien stößt Spanien nach Italien. Der Titelverteidiger liegt am Boden. Im Viertelfinale droht dann Deutschland."

Pressestimmen zu Tschechien - Türkei (0:2)

Dnes: "Endstation. Bitte aussteigen! Tschechiens Fußball trauert."

Blesk (beide Tschechien): "Die tschechische Nationalmannschaft beendet die EURO im Keller. Die Begeisterung und der Zusammenhalt waren da, aber die Leistungen ließen viel zu wünschen übrig. So geht es nach Hause. Leider völlig verdient."

Fanatik: "Die verrückten Türken sind zurück. Wir haben noch nicht gesagt, dass es vorbei ist! Die Nationalmannschaft will ihren Weg bei der EURO weitergehen. Aber sie muss auf die anderen Ergebnisse warten. Hier ist der türkische Messi."

Hürriyet (beide Türkei): "Es ist noch nicht vorbei. Nachdem sie die ersten beiden Spiele verloren hatte, spielte die Nationalmannschaft einen ganz anderen Fußball und produzierte ein anderes Ergebnis."

L'Equipe (Frankreich): "Die Türkei wie Tag und Nacht. Endlich ist sie aufgewacht. Eigentlich waren die Tschechen die Favoriten, aber jetzt dürfen die Türken vom Achtelfinale träumen."

sid

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