Yoga für Jogi

TV-Kritik: Doch nur eine Katrin - was für eine Erleichterung

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Got sei dank, nur eine Katrin...

München - Vier Viertelfinals an vier Tagen - wer die EM 2016 im Fernsehen verfolgt, braucht Kraft und Durchhaltevermögen. In seiner TV-Kritik gibt Jörg Heinrich Tipps, wie Sie sich geistig fit machen fürs heitere Steffen-Simon-Schauen.

Ich glaub’, es geht schon wieder los! Roland Kaiser, legendärer singender Libero aus Untergiesing, hat tatsächlich Recht. Nach zwei Tagen wohlverdientem EM-Urlaub ist Ihr von Bier und Bratwurst, von Béla und Beckmann geschundener Körper ab heute wieder im beinharten Einsatz fürs Vaterland. Vier Viertelfinalspiele an vier Tagen verlangen maximale Leistungsfähigkeit – auch wenn Sie langsam spüren, wie Ihre Kräfte schwinden. Deshalb haben wir heute Fitness-Tipps für Sie. Wir verraten, wie Entspannungs- und Yoga-Übungen Sie physisch und psychisch, aber auch körperlich und geistig (Copyright Effe) fit machen fürs heitere Steffen-Simon-Schauen. Also, los geht’s mit Yoga für Jogi!

Das KMH-Kopfdrehen: Zu viel TV-Fußball führt zu Nackenstarre und Kopfschmerzen. Dagegen hilft es, den Kopf in zügigem Tempo rund 240-Mal von links nach rechts zu bewegen. Merken Sie, wie Sie locker werden, wie alles verschwimmt, wie Sie im Fernsehen plötzlich nicht mehr eine KMH sehen? Sondern drei, die sich alle bei Simon Rolfes erkundigen, „was der Rasen in Lille sagt“. Nein, fünf! Oh, jetzt sind es schon sieben Müllers! Und neun Hohensteins! An dieser Stelle dürfen Sie die Übung beenden und wieder zu sich kommen. Nach Kurzem erkennen Sie: Doch nur eine Katrin da. Was für eine Erleichterung!

Der Gerd-Delling-Schulterdehner: Sie falten Ihre Hände und bewegen sie 20-mal so weit wie möglich nach oben und unten. Diese Übung dehnt die Schultermuskulatur und erleichtert Ihnen das Zuprosten beim nächsten deutschen Sieg. Nach dem 20. Mal behalten Sie die Hände auf Augenhöhe. Nun ist der Blick auf den Fernseher verdeckt, und Sie können Gerd Delling nicht mehr sehen, der schon seit Stunden ins Gespräch mit dem deutschen Mannschaftsbus vertieft ist. Ein schönes Gefühl!

Der Béla-Réthy-Blutstau: Sie befestigen ein großes schweres Tuch mit einem Haken doppelt an der Zimmerdecke – wie eine Hängematte. In diese Matte lassen Sie sich sanft fallen, mit dem Kopf nach unten. Das erhöht den Blutfluss ins Gehirn. Nach einer Halbzeit in dieser Position schwinden Ihre Sinne, Ihr Kopf wird knallrot, und Sie hören nur noch Ihr Blut rauschen – aber nicht mehr Béla, der ruft: „Es ist ein Elfmeter! Nein, kein Elfmeter! Es war eine sonderbare Geste!“ Es wäre jetzt gut, wenn Ihr Haken nicht mit einem lauten „Kawaff!!!“ aus der Decke bricht.

Der Oliver-Schmidt-Ohrenstöpsel: Sie führen die Hände in kreisenden Bewegungen um Ihre Ohren herum. Sie schließen dabei die Augen und versinken langsam in Trance. Sie hören nur noch ganz leise, wie Oliver Schmidt radebrecht, dass sich die portugiesische Mannschaft „einem Torerlebnis nähert“. Nun stecken Sie beide Zeigefinger in die Ohren und belassen sie dort für die nächsten 90 Minuten. Kein Oliver Schmidt mehr, Meditation kann so schön sein.

Der Reinhold-Beckmann-Handstand: Mit Unterstützung Ihres Partners begeben Sie sich in den Handstand. Ihre beiden Handflächen berühren den Boden, im Fernsehen redet Beckmann mit EM-Bestatter Patsche über die vegane Ernährung trächtiger Island-Ponys. Sie möchten ausschalten, dringend, jetzt, sofort, verzweifelt – aber Sie haben ja keine Hand für die Fernbedienung frei. Sie müssen Beckmann weiter ertragen. Das lehrt Sie Geduld, Gelassenheit, Sanftmut. Schreien Sie jetzt nicht Ihren Partner an! Sie/Er kann nichts dafür.

Jörg Heinrich

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