tz-Experten-Kolumne

Berthold: Lieber Weigl als Kimmich zur EM

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Joshua Kimmich (l.) und Julian Weigl: Wenn es nach Thomas Berthold geht, radelt nur der Dortmunder mit zur EM.

München - Wen nimmt der Bundestrainer endgültig mit zur EM nach Frankreich? In seiner tz-Experten-Kolumne erklärt Thomas Berthold, warum er Dortmunds Weigl Bayerns Kimmich vorziehen würde.

Update vom 31. Mai 2016: Auf der DFB-Pressekonferenz um 12.30 Uhr im Trainingslager in Ascona gibt Bundestrainer Jogi Löw den finalen Kader für die EM 2016 bekannt. Wir berichten im Live-Ticker.

Jetzt ist er also gekommen, der Tag der Wahrheit. Am Dienstag muss Jogi Löw seinen 23er-Kader für die Europameisterschaft benennen – und es ist wirklich keine leichte Entscheidung, vier Spieler zu streichen.

Thomas Berthold.

Am einfachsten wäre es natürlich, die vier gerade berufenen Jungen wieder nach Hause zu schicken, also Julian Weigl, Joshua Kimmich, Julian Brandt und Leroy Sané. Aber ich glaube nicht, dass es sich Jogi so einfach macht. Brandt und Sané haben ihre außergewöhnliche Klasse in der Liga bewiesen, speziell Sané ist ein Spieler, der eine Partie mit seiner technischen Klasse und Schnelligkeit entscheiden kann. Und Weigl spielt eine Position, auf der es mit Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger zwei Routiniers gibt, die zuletzt mehr oder weniger große Verletzungsprobleme hatten. Ich würde Weigl den Vorzug gegenüber Kimmich geben, alleine schon aufgrund der Tatsache, dass er auf dieser Position in Dortmund wesentlich mehr Spiele absolviert hat.

Bei den Offensiven ist für mich Schnelligkeit Trumpf. Warum ein Lukas Podolski aller Voraussicht nach wieder dabei sein wird, kann ich schwer beurteilen. Sportlich ist seine Zeit für meine Begriffe abgelaufen, aber es gibt eben auch noch das vielzitierte Mannschaftsklima, das bei der WM in Brasilien kein geringer Faktor für den Erfolg war, wenn man den Berichten glaubt.

Wie auch immer der Kader aussehen wird, klar ist, dass Deutschland zu den vier Turnierfavoriten zählt. Top-Titelkandidat ist für mich Frankreich, sie haben die beste Mannschaft und sind gegenüber der starken WM um zwei Jahre gereift. Da wird es darauf ankommen, ob der Heimvorteil auch einer wird oder die Drucksituation zu groß ist. Daneben sind die Spanier natürlich zu allem fähig, und auch Belgien, das eine ganze Reihe von exzellenten Spielern am Start hat. Ich bin gespannt und erwarte ein hochinteressantes Turnier.

Thomas Berthold

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