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Das müssen Sie über "Football Leaks" wissen

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Das Internetportal "Football Leaks" sorgt aktuell für viel Gesprächsstoff.

München - Eine geheimnisvolle Internet-Plattform sorgt im Profi-Fußball für Gesprächsstoff. Doch was steckt hinter "Football Leaks" eigentlich?

Geheimnisvoll, brisant, umstritten - die Meinungen im Profi-Fußball über „Football Leaks“ gehen weit auseinander. Das Enthüllungsportal kündigte an, auch in Zukunft Einblicke in die oftmals undurchsichtigen Geschäfte auf dem Transfermarkt zu gewähren. Im Internet veröffentlichte Details aus den Arbeitsverträgen von Profis wie Mesut Özil, Hulk oder Gareth Bale sorgten bereits in den vergangenen Wochen für Aufregung. Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema:

Welche Ziele verfolgt Football Leaks?

Inspiriert durch politische Whistleblower wie Julian Assange (WikiLeaks) oder Edward Snowden soll der Fußball durch die Veröffentlichung von bisher vertraulichen Verträgen zu mehr Transparenz gezwungen werden. „Ein solch intransparentes Geschäft wie der Fußball ist ein Paradies für Korruption, Geldwäsche und Steuerbetrug“, klagte ein Plattform-Sprecher in einem per E-Mail geführten Interview mit dem „Spiegel“. Ausschlaggebend für erste Veröffentlichungen seien fragwürdige Spielerwechsel in Portugal im vergangenen Sommer gewesen.

Wer steckt hinter „Football-Leaks“?

Die Betreiber schützen ihre Identität. Nach eigenen Angaben sind sie Fußball-Fans, arbeiten unabhängig, ohne kommerzielles Interesse und stammen aus Portugal. Ihre Internetseite wird in Russland gehostet. Möglicherweise deshalb, weil russische Behörden aus politischen Gründen nur wenig zu einer Kooperation mit westlicher Administration neigen. Wie die spanische Zeitung „As“ im Dezember unter Berufung auf portugiesische Behörden berichtete, sollen einige Football Leaks-Mitarbeiter identifiziert worden sein.

Warum schützen die Betreiber ihre Identität?

Aus Angst vor Repressalien und „mächtigen Feinden“. „Die Fußball-Lobbyisten haben einen sehr großen Einfluss auf die Ermittlungsbehörden, wir würden deshalb nie einen fairen Prozess bekommen“, sagte ein Sprecher der Enthüllungsplattform.

Gab es bereits Versuche, gegen Football Leaks vorzugehen?

Ja. So leiteten Strafverfolgungsbehörden aus Portugal im vergangenen Oktober nach einer Anzeige des Sportrechte-Vermarkters Doyen Ermittlungen gegen das Portal ein. Das Unternehmen warf Football Leaks „Erpressung“ vor. Angeblich sollen für die Nichtveröffentlichung brisanter Informationen eine Million Euro verlangt worden sein. Diese Vorwürfe bezeichnete ein Football-Leaks-Sprecher als „lächerlich“. Zudem forderten die Berater von Bale eine unabhängige Untersuchung von Football Leaks, nach dem Vertragsdetails zwischen dem aktuellen Verein des walisischen Stürmers Real Madrid und seinem alten Club Tottenham Hotspur veröffentlicht worden waren.

Hat Football Leaks Dokumente illegal erworben?

Darüber kann nur spekuliert werden. Die Enthüllergruppe bestreitet Vorwürfe von Doyen, sich Dokumente mit Hilfe von Hackern beschafft zu haben. Weitere Informanten könnten Spielerberater, Clubvertreter oder Mitarbeiter von Ligaverbänden sein. Nach eigenem Bekunden stammen die Dokumente aus „verschiedenen Quellen“. In einem Mitte Januar veröffentlichten Interview der portugiesischen Sportzeitung „Record“ räumte ein Sprecher des Netzwerkes ein, dass die Plattform möglicherweise „mehrere Gesetze über geistiges Eigentum verletzt“ habe. Das sei aber „die einzige Form, der Welt ein bisschen von dem zu zeigen, was den Fußball zur Zeit tötet“.

Muss der Fußball mit weiteren brisanten Veröffentlichungen rechnen?

Ja. Nach eigenen Angaben verfügt Football Leaks über „500 Gigabyte Material“ - Tendenz steigend. Auch in Zukunft sollen täglich Dokumente online gestellt werden. Wie brisant die Veröffentlichungen sein können, bekam der niederländische Erstligisten Twente Enschede zu spüren. Weil der Club verbotenerweise seine Transfer-Autonomie für einige Profis an die Sportrechte-Agentur Doyen abgetreten hatte, wurde Twente für drei Jahre von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen.

dpa

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