Van Gaal darf nicht Ajax-Direktor werden

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Louis van Gaal

Amsterdam - Sieg für Johan Cruyff, Niederlage für Louis van Gaal: Der ehemalige Chefcoach von Bayern München darf nicht Generaldirektor bei Ajax Amsterdam werden.

„König“ Johan Cruyff hat vor Gericht triumphiert und Louis van Gaal eine bittere Niederlage zugefügt: Der ehemalige Chefcoach von Bayern München darf nicht Direktor beim niederländischen Fußball-Rekordmeister Ajax Amsterdam werden.

Die Anstellung des ehemaligen Oranje-Bondscoaches durch vier Ajax-Aufsichtsratsmitglieder war laut des Berufungsgerichts in Amsterdam nicht erlaubt, weil das fünfte Aufsichtsratsmitglied, Ajax-Ikone Cruyff, bei der Entscheidungsfindung ausgegrenzt worden war. Ebenfalls abgeschmettert wurde die Berufung von Interims-Direktor Martin Sturkenboom. Falls der Aufsichtsrat trotzdem van Gaal zum Direktor von Ajax ernennt, kann es eine Geldstrafe von 25.000 Euro pro Tag bzw. maximal 500.000 Euro geben.

Am Freitag wird die Eigentümer-Versammlung von Ajax über die Auswirkungen des Gerichtsurteils beraten: Klar ist, Cruyff hat sich durchgesetzt und will seine Vision von seinem Stammklub Ajax forcieren. „Johan hat wieder einmal einen Wettkampf gewonnen“, sagte Daniel Dekker, der Vorsitzende der Fanvereinigung von Ajax. Die große Mehrheit der Anhänger stehen hinter dem einstigen Starspieler, der zum Inbegriff des „Voetbal total“ im Nachbarland in den 70er Jahren wurde.

Van Gaal ließ derweil ausrichten, dass er in Sachen Ajax vorerst nichts unternehmen wolle. Er bleibe in Portugal, wo er ein Ferienhaus besitzt. Er hatte offenbar noch keinen Vertrag über sein Direktions-Gehalt und steht noch beim FC Bayern auf der Gehaltsliste. Den Direktorenposten bei Ajax sollte der einstige Bondscoach eigentlich am 1. Juli antreten.

Klub-Idol Cruyff, der einst als Aktiver die Nummer „14“ trug und später als Spieler und Trainer beim FC Barcelona ebenfalls Kultstatus errang, hat bei dem Prozess gegen die vier Aufsichtsratmitglieder Steven ten Have, Edgar Davids, Marjan Olfers und Paul Römer das bessere Ende für sich behalten.

Ein Richter in Haarlem hatte am 12. Dezember 2011 die Ernennung van Gaals zum Ajax-Direktor ausgesetzt. Damit hatte Cruyff Erfolg mit seiner Einstweiligen Verfügung gegen die Entscheidung seiner vier Aufsichtsratskollegen, die am 16. November ohne Cruyffs Wissen van Gaal als neuen allgemeinen Direktor verpflichtet hatten.

Der Richter hatte damals bereits erklärt, Cruyff habe die Einladung zu der Aufsichtsratssitzung zu spät erhalten, um anwesend sein zu können. Auch die Einstellung von Sturkenboom als Interimsdirektor erklärte das Gericht bereits im Dezember für unzulässig, da dieser von Ajax auch Prokura erhalten habe. Die ebenfalls angefochtene Einstellung von Danny Blind als Interims-Sportdirektor erklärte das Gericht damals jedoch für gültig.

„Die Fußballer haben gegen die Geschäftsführung gewonnen. Das ist ideal für jeden, der den Fußball liebt“, sagte Cruyff damals. Gemeinsam mit zehn Ajax-Jugendtrainern hatte der Vize-Weltmeister von 1974 die Einstweilige Verfügung angestrengt.

sid

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