Dortmunds Gyau verletzt

Klinsmann-Team mit 1:1 bei Donovan-Abschied

Landon Donovan, Jürgen Klinsmann
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Landon Donovan mit der Rückennummer 10 schüttelt seinem Trainer Jürgen Klinsmann die Hand.

Hartford - Landon Donovan sagt bye bye. Im Testspiel gegen Ecuador verabschiedet sich der Rekordtorschütze aus der US-Nationalmannschaft. Zum Abschluss gibt es sogar von Jürgen Klinsmann eine Umarmung.

Landon Donovan wischte sich eine Träne aus dem Auge, dann ging er mit US-Schal um den Hals und zu den Klängen von David Bowies Hit „Heroes“ auf seine letzte Ehrenrunde. 36.265 Zuschauer in East Hartford erhoben sich von ihren Plätzen und ließen keinen Zweifel daran, wer da gerade sein 157. und letztes Länderspiel für die USA absolviert hatte: Ein „Hero“, ein echter Held eben.

„Der heutige Tag hat meine wildesten Träume noch übertroffen. Als Mensch so geliebt und unterstützt zu werden, ist unglaublich“, sagte der ehemalige Bundesliga-Profi nach dem 1:1 gegen Ecuador. Seinen 58. Treffer im Nationaltrikot verhinderte zwar der Pfosten, den Platz in den Geschichtsbüchern des US-Fußballs hat Donovan als Rekordtorschütze dennoch sicher.

Kritischere Töne schlug dagegen Coach Jürgen Klinsmann an. Zwar habe der Fußball in den USA dank Donovan „eine neue Dimension“ erreicht, sagte der ehemalige Bundestrainer, der viermalige US-Fußballer des Jahres habe aber nichts das Maximum aus seiner Karriere herausgeholt. „Ich wünschte, er hätte hier und dort etwas mehr getan“, sagte Klinsmann in der Nachbetrachtung.

Donovan, dessen Verhältnis zu Klinsmann seit der Nichtnominierung für die WM in Brasilien als unterkühlt gilt, ließ die Spitze des Deutschen kalt. „Ich habe so viel in den Fußball gesteckt. Heute habe ich gemerkt, dass es all das wert war. Mein Leben ist durch diesen Sport geformt worden. Dieses Spiel hat mir erlaubt, mich zu entfalten“, sagte Donovan sichtlich bewegt.

Der ehemalige Leverkusener und Münchner Profi kommt bei Weltmeisterschaften auf zwölf Spiele und fünf Tore, beides ist US-Rekord. Von Dezember 2012 bis März 2013 hatte er eigenmächtig eine Auszeit vom Fußball genommen, weil er nach eigenen Angaben unter Depressionen litt. „Ich war ausgebrannt, und jeden Tag aufzustehen und zu trainieren, fiel mir sehr schwer.“

Donovan, der seine letzte Saison für die Los Angeles Galaxy in der MLS spielt, liegt in der Liste der Spieler mit den meisten Einsätzen für das US-Team hinter Cobi Jones (164) auf Rang zwei. In der Begegnung gegen Ecuador, in der Mix Diskerud (5.) früh zur Führung traf und Enner Valencia kurz vor Schluss (88.) ausglich, wurde Donovan wie angekündigt nach 40 Minuten von Klinsmann ausgewechselt. Schon da brandete lauter Applaus im Rentschler Field auf.

Wenige Minuten nach der Ehrenrunde im Anschluss an die Partie wirkte Donovan wieder gefasst, auf der Pressekonferenz dankte er Fans, Familie und Mitspielern. „Das war eine emotionale Woche. Ich werde es vermissen“, sagte der „Held“ des US-Fußballs - und ging seines Weges.

sid/dpa

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