"Georgischer Messi" Chanturia macht Duisburg glücklich

Der Duisburger Giorgi Chanturia feiert seinen Treffer. Foto: Roland Weihrauch
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Der Duisburger Giorgi Chanturia feiert seinen Treffer. Foto: Roland Weihrauch

In Italien wurde Giorgi Chanturia schon als "georgischer Messi" gepriesen. Dem Zweitliga-Tabellenschlusslicht MSV Duisburg hat er mit seinem Siegtreffer gegen Paderborn zumindest wieder Hoffnung bereitet.

Duisburg (dpa) - Der MSV Duisburg will die Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga von hinten aufrollen. "Das war ein Wendepunkt, der uns das nötige Selbstvertrauen für die nächsten Spiele gibt", sagte MSV-Angreifer Victor Obinna.

Der lange ersehnte erste Saisonsieg mit dem 1:0 (0:0) gegen den SC Paderborn macht dem Aufsteiger wieder Mut. Der Traditionsclub rangiert zwar weiterhin auf dem 18. Tabellenplatz, hat aber Mut getankt. "Jetzt werden wir in Ruhe trainieren und dann den Schwung mit ins nächste Match nach Heidenheim nehmen", sagte Sportdirektor Ivica Grlic.

Dass die Duisburger den Glauben an die eigene Stärke zurückgewonnen haben, verdanken sie einem neuen Spieler, dessen Einsatz lange ungewiss war. Erst am 25. September wurde Giorgi Chanturia verpflichtet, bis zum vergangenen Freitag musste der Georgier auf sein Visum warten. Am Montag wurde der 22 Jahre alte Nationalspieler, der zuletzt für den rumänischen Erstligisten und Champions-League-Teilnehmer CFR Cluj aktiv war, eingewechselt und schoss prompt den Siegtreffer gegen Paderborn.

Italienische Medien bezeichneten Chanturia, der auch bei Hellas Verona unter Vertrag stand und in der Jugend beim FC Barcelona ausgebildet wurde, einst als "georgischen Messi". Das ist vermutlich übertrieben, aber aufgeweckt hat Chanturia die Zebras bestimmt.

Nach neun Spielen ohne Sieg und bei bis zu zehn verletzten sowie gesperrten Spielern hatten sich längst Verunsicherung und Ernüchterung breitgemacht. Durchhalteparolen bestimmten die Szenerie. Trainer Gino Lettieri, der den MSV im vergangenen Mai noch zum Aufstieg geführt hatte, geriet ins Zentrum der Kritik.

Chanturia hat diese Diskussionen vorerst verstummen lassen. "Ich habe für den Trainer getroffen, er ist ein guter Trainer", meinte der Georgier - und lobte die ganze Mannschaft: "Wir haben ein gutes Team. Jetzt müssen wir weiterkämpfen, um in der Liga zu bleiben." Lettieri kann mit Rückenwind in die Länderspielpause gehen: "Der Sieg war ein kleiner Schritt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger."

Grlic freute sich über den gelungenen Chanturia-Einstand, der beim Tor technisch versiert agierte: "Wir haben die individuelle Klasse von Chanturia gesehen." Die nachträgliche Transferbilanz des Sportdirektors liest sich somit gut. Auch der nigerianische Angreifer Obinna, der erst im September geholt wurde, gehörte erneut zu den besseren Duisburger Spielern. Das macht Hoffnung für die nächsten Aufgaben. "Wir sind sehr glücklich, dass wir mit den drei Punkten den Bock endlich umstoßen konnten. Das macht die Köpfe frei", erklärte Linksverteidiger Kevin Wolze.

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