Gladbach wirft Schalke aus Pokal

Lars Stindl schnappt sich nach dem Ausrutscher von Matip den Ball, lässt Sead Kolasinac aussteigen und bringt die Gäste überraschend in Führung. Foto: Guido Kirchner
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Lars Stindl schnappt sich nach dem Ausrutscher von Matip den Ball, lässt Sead Kolasinac aussteigen und bringt die Gäste überraschend in Führung. Foto: Guido Kirchner
Der Gladbacher dreht zum Jubel ab und lässt den geschlagenen Michael Gspurning zurück. Foto: Guido Kirchner
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Der Gladbacher dreht zum Jubel ab und lässt den geschlagenen Michael Gspurning zurück. Foto: Guido Kirchner
Weltmeister Benedikt Höwedes feuert Leroy Sané an, die Schalker hatten deutlich mehr Chancen. Foto: Guido Kirchner
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Weltmeister Benedikt Höwedes feuert Leroy Sané an, die Schalker hatten deutlich mehr Chancen. Foto: Guido Kirchner
Vor allem Klaas-Jan Huntelaar scheiterte mehrmals am Gladbacher Torwart Yann Sommer. Foto: Guido Kirchner
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Vor allem Klaas-Jan Huntelaar scheiterte mehrmals am Gladbacher Torwart Yann Sommer. Foto: Guido Kirchner
André Schubert ist für Mönchengladbach ein echter Glücksbringer. Foto: Guido Kirchner
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André Schubert ist für Mönchengladbach ein echter Glücksbringer. Foto: Guido Kirchner

Nach dem brutalen Foul von Johannes Geis an André Hahn hat der Pokal-Hit Schalke gegen Gladbach noch einen besonderen Aspekt. Diesmal bleibt es fair. Die Borussia zeigt sich eiskalt und wirft "Königsblau" raus. Eine Zukunft mit Trainer Schubert ist nah.

Gelsenkirchen (dpa) - Eine abgezockte Borussia mit Cheftrainer-Anwärter André Schubert hat Schalke 04 zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen eiskalt erwischt. Mönchengladbach gewann in der 2. Runde des aktuellen DFB-Pokals in Gelsenkirchen mit 2:0 (1:0) und darf sich auf das Achtelfinale freuen.

"Wir sind sehr effizient", brachte Gladbachs Torwart Yann Sommer den entscheidenden Vorteil auf den Punkt. Lars Stindl (42. Minute) und Thorgan Hazard mit einem verwandelten Foulelfmeter gegen den unglücklichen Schalke-Ersatzkeeper Michael Gspurning (54.) sorgten für den Erfolg und damit ein weiteres Argument, die Zusammenarbeit mit Interimscoach Schubert über das Jahresende hinaus auszudehnen. Der 44-Jährige schaffte national mit Gladbach bereits den sechsten Sieg im sechsten Spiel. "Es ist eine sehr kluge Mannschaft. Mit den Siegen kommt auch das Selbstvertrauen", lobte Schubert sein Team.

Drei Tage nach dem 3:1-Sieg der "Fohlen", das vom bösen Foul des Schalkers Johannes Geis an André Hahn überschattet war, kämpften beide Team verbissen um jeden Ball und jeden Zentimeter des Spielfeldes. Vor 60 655 Zuschauern in der Veltins-Arena kamen die Gäste zwar etwas besser in die Partie. Doch mehr und mehr übernahmen die hochmotivierten Hausherren die Initiative und sorgten für viel Gefahr vor dem Tor von Gladbach-Keeper Sommer.

Der Schweizer zeigte sich in Topform und hielt mit einer Serie von erstklassigen Paraden sein Team im Spiel. Klaas Jan Huntelaar, erstmals nach Verletzung wieder in der Startelf, setzte das erste Zeichen (17.). Später lief der Niederländer allein auf Sommer zu, brachte den Ball aber nicht am Borussen-Schlussmann vorbei (30.). Und auch bei einem Kopfball von Max Meyer (34.) und der großen Chance von Franco di Santo (34.) war Sommer reaktionsschnell zur Stelle. "Leider haben wir kein Tor gemacht", bemerkte Huntelaar. "Wir müssen mit 2:0, 3:0 in die Halbzeit gehen", sagte Schalke-Coach André Breitenreiter.

Nach der Fünf-Spiele-Sperre für Geis, die auch für den Pokal gilt, hatte Breitenreiter sein Team umstellen müssen. Geis hatte sich für den brutalen Tritt bei Hahn inzwischen entschuldigt - der inzwischen operierte Gladbacher nahm die Entschuldigung an. Die Borussia musste insgesamt auf sieben Spieler verzichten. Auch der zuletzt mit vier Tore und drei Vorlagen glänzende Brasilianer Raffael (grippaler Infekt) musste passen.

Trotzdem stellte die Gäste kurz vor der Pause den Spielverlauf auf den Kopf. Nach einem Ballverlust von Joel Matip nutzte der ehemalige Hannoveraner Stindl gedankenschnell die Gelegenheit und überwand Schalke-Torwart Gspurning, der für den an einem Magen-Darm-Infekt leidenden Stammkeeper Ralf Fährmann ran musste. "Wir gehen zur richtigen Zeitpunkt in Führung", betonte Torschütze Stindl.

Der erst im Januar zu Schalke gekommene Gspurning wurde dann zur tragischen Figur. Der Österreicher kam gegen Stindl zu spät, traf den Ball nicht. Die Elfmeterchance ließ sich Hazard nicht entgehen, obwohl der 34 Jahre alte Gelsenkirchener Torwart noch leicht am Ball war. "Das ist natürlich ein bitterer Abend", sagte Gspurning.

Im neunten Aufeinandertreffen beider Teams im Pokal sicherte sich Mönchengladbach zum vierten Mal das Weiterkommen. In Gelsenkirchen hatte die Borussia im nationalen Cup zuvor nur eine einziges Mal gewonnen - im Achtelfinal-Hinspiel 1972/73 (2:0).

Die Schalker müssen die Hoffnung auf die 13. Endspielteilnahme und den sechsten Pokalsieg für diese Saison begraben, auch weil die "Königsblauen" nach der Pause weitere gute Chancen wie die von Huntelaar (54.) vergaben.

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